Arbeitnehmer*innenrechte

Die ArbeiterInnenbewegung konnte in der Vergangenheit zwar einige Schutzrechte gegen die Interessen des Kapitals durchsetzen, aber gerade in neuen, atypischen Beschäftigungsformen gelingt es den Bossen immer wieder diese zu unterlaufen und so den Grad der Ausbeutung zu intensivieren. Die eigenen Rechte nicht zu verteidigen heißt, die Entfesselung der Herrschaft des Kapitals widerstandslos hinzunehmen. Um sie zu verteidigen muss man sie aber zunächst einmal kennen.

Sich mit den eigenen Arbeitsrechten auseinanderzusetzen, um sie zu verteidigen, ist freilich zunächst nur ein Abwehrkampf. Doch dieser Kampf hat Perspektive. Kämpfe gemeinsam zu führen schafft Bewusstsein für den Klassenkonflikt und auch kleine Siegeserfahrungen ermutigen dazu, in die Offensive zu gehen, sich beim nächsten mal ein größeres Stück vom Kuchen zu nehmen und beim übernächsten mal die ganze Bäckerei.

Der Vortrag schafft einen kleinen Überblick über das Arbeitsrecht und vermittelt Erfahrungen basisgewerkschaftlicher Organisation.

 

Referent*innen: FAU Halle

Zeit: Sa, 12. August, 11 - 13 Uhr

Alternative Wohnprojekte

Haus- und Wohnprojekte, Kommunen, Syndikate, Besetzungen - die Anzahl an linksradikalen und emanzipatorischen Konzepten zur Wohnraumgestaltung ist kaum überschaubar.
Während einige nur kleine Risse im engmaschigen Netz der kapitalistischen Gesellschaft darstellen, existieren andere bereits auf dem schmalen Grad zwischen Freiraum* und Autonomiegebiet.

Doch was unterscheidet diese Strukturen voneinander, was sind ihre Geschichten, inwiefern haben sie sich bewährt und vA, wie können wir an ihren Erfolg und Misserfolg anknüpfen? Und ist oder war der Wohnraum an sich ein adequates politisches Kampffeld?

Im Rahmen des Vortrages und einer Vorstellung unseres Projektes, versuche ich, diese Fragen anzureißen, Ansätze zur Klärung zu bieten, und unseren Verein und seine Zielsetzung in diesen Kontext einzubetten.

 

Referent*innen: Christoph

Zeit: Sa, 12. August, 11 - 13 Uhr

Linksruck Vorbei? – Lateinamerika am Scheideweg

Lateinamerika galt bei vielen Linken lange als Beispiel dafür, wie gut linke und sich selbst als sozialistisch verstehende Regierungen funktionieren können, aber ist das 2017 immer noch so? Seit einiger Zeit befinden sich nämlich einige dieser Staaten in einer Abwärtsspirale aus sozialen und wirtschaftlichen Problemen, Korruptionsskandalen und demokratischen Defiziten. Um einen genaueren Blick auf diesen Prozess zu bekommen, schauen wir uns gemeinsam die Beispiele Bolivien, Venezuela, Ecuador, Argentinien und Brasilien an. Welche Gründe hat der Niedergang des sogenannten Linksrucks und gibt es Gemeinsamkeiten zwischen diesen Staaten, welche das Scheitern einiger linken Regierungen erklären können?

Nach diesem inhaltlichen Input wollen wir gemeinsam darüber diskutieren, ob die linken Regierungen unsere uneingeschränkte Solidarität verdient haben und ob die europäische Linke aus den Ereignissen in Lateinamerika lernen kann. Der Vortrag richtet sich an alle Menschen mit Interesse an Lateinamerika und soll einen überblicksartigen Einblick in die Politik der oben genannten Staaten in den letzten 15-20 Jahren geben. Wobei es weniger um die Regierungsübernahme gehen soll, sondern mehr um die darauf folgende Regierungszeit.

Bildquelle: flickr / Danielle Pereira (CC BY 2.0)

 

Referent: Philipp Sejk

Zeit: Sa, 12. August, 14 - 16 Uhr

Finanzmarkt und Kapitalismus - Überblick über eine linke Debatte

Dass den Finanzmärkten im heutigen Kapitalismus eine weit höherer Bedeutung zukommt als in früheren Phasen, ist auch in der linken Diskussion weitgehend unstrittig. Allerdings gehen die Meinung darüber auseinander, worin diese Bedeutung genau besteht. In der Regel wird die Finanzindustrie als eine reine Umverteilungsindustrie verstanden, die kapitalistischen Reichtum von unten nach oben transferiert. Das greift aber zu kurz.

 

Referent: Ernst Lohoff, krisis.org

Zeit: Sa, 12. August, 14 - 16 Uhr

Frauen*Empowerment-Workshop

Kennst du das? Du sitzt im Bus und möchtest eigentlich deine Ruhe haben, plötzlich setzt sich eine fremde Person einfach neben dich, quatscht dich voll und kommt dir unangenehm nahe. Oder in deinem Umfeld ist jemand, der dir immer immer wieder ins Wort fällt, dich kleinredet und deine persönlichen Grenzen nicht akzeptieren will. Du weißt nicht, wie du reagieren kannst, um diese Situationen zu beenden? Dann komm zum Empowerment-Workshop!

Bei dem Workshop soll es um den Austausch über Erfahrungen, Erlebnisse und Stgrategien, sich selbst zu schützen und zu wehren, gehen. Euch erwartet ein spannender Workshop in einem geschützten Raum. Jede kann teilnehmen, unabhängig von ihren Fähigkeiten oder Vorkenntnissen. Frauen* sind in unserer Gesellschaft deutlich häufiger Opfer von Gewalt und Übergriffen als Männer*. Das heißt nicht, dass Männer* automatisch immer Täter sind, dennoch richtet sich der Workshop ausschließlich an Personen, die sich als weiblich definieren.

 

Trainer*in: gibt es :)

Zeit: (wahrscheinlich am) Samstag, 12. August, 14 - 16 Uhr

Kommunalpolitik - Was soll das?

Obwohl sie für Außenstehende im Angesicht von internationalen Krisen, Kapitalismus und Repression geradezu harmlos wirkt, geraten viele junge Linke in die Fänge der Kommunalpolitik – und können sich dann nur noch schwer von ihr lösen. Im Gegenteil: Sie investieren viel Zeit und Energie in Stadtratssitzungen, Einwohnerfragestunden, Flächennutzungspläne, wollen ihre Kommunen zu Orten umgestalten, in denen das schöne Leben für alle möglich wird. Aber lohnt sich das? Kann man da überhaupt was entscheiden, was bewegen? Kann linke Kommunalpolitik gar Leben retten oder ist sie nur Elendsverwaltung?Wir wollen mit Betroffenen über das Suchtpotential des Ehrenamtes in Stadt- und Ortschaftsrat reden – und mit jenen, die sich bisher nicht für Kommunalpolitik interessiert haben, ob sie es auch mal ausprobieren sollten.

Damit nicht nur junge Linke mit sich selbst diskutieren, haben wir uns mit Marion Krischok eine erfahrene Vertreterin des „kommunalpolitisches forum“ Sachsen-Anhalt e.V. eingeladen, die sich seit 1994 als sachkundige Einwohnerin und Stadträtin in Halle engagiert."

 

Referent*in: Marion Krischok, kommunalpolitisches forum Sachsen-Anhalt e.V.

Zeit: Sa, 12. August, 16:30 - 18:30 Uhr

Wer kommt denn nun in den Bundestag?

Rund um den Schulz-Zug und Dauerkanzlerin Merkel gibt es im Zusammenhang mit der Bundestagwahl 2017 noch viele andere bunte Balken, die beispielsweise bei der Sonntagsumfrage auftauchen. Während der*die durchschnittliche Wähler*in sich für eine Farbe entscheiden muss, können verschiedene Forscher*innen, darunter unter anderem Politikwissenschaftler*innen, jetzt schon eine Prognose abgeben. Werden da wirklich noch Leute auf der Straße befragt oder am Telefon kontaktiert? Steht wenige Wochen vor der Wahl vielleicht sogar schon Ergebnis fest? Der Vortrag und die anschließende Diskussion sollen sich explizit mit den aktuellen Fragen sowie Mythen rundum das Thema Wahlanalyse beziehungsweise Wahlforschung beschäftigen.

 

Referent*in: Mimi Fischer, Jahrgang 1994, Masterstudentin der Parlamentsfragen und Zivilgesellschaft an der MLU (Mitglied der Gruppe Politik und Wahlen des IPV in Rostock, Praxisstudentin der SPD-Landtagsfraktion in Mecklenburg-Vorpommern)

Zeit: Sa, 12. August, 16:30 - 18.30 Uhr

 

Auf dass Europas Mauern fallen! Überblick über das europäische Asylsystem

Kein Thema hat in den letzten Jahren so stark polarisiert und politisiert wie die Flüchtlings- und Asylpolitik. Ihre komplexen Ausdrücke, die kommunale Unterbringung von geflüchteten Menschen, integrationspolitische Maßnahmen aller couleur, Verteilungskämpfe, die explosive Stimmung als Dauerzustand, die nur auf einen Anlass zur Eruption zu warten scheint, der rassistische Mob vor dem Flüchtlingsheim oder das Massensterben im Mittelmeer, sie liegen allesamt auf derselben Seite einer Medaille: Europa organisiert die Abschottung vor den unausweichlichen Folgen auch des eigenen Handelns.

Dieser Einsteiger*innen-Workshop bietet zunächst einen Überblick über die grundlegenden Prinzipien, rechtlichen Grundlagen und tatsächlichen Praktiken der europäischen Asylpolitik, die im Kern eine Migrationsabwehrpolitik darstellt. In einem zweiten Teil wird ein Ausblick auf die kommenden Entwicklungen gewagt, im Speziellen die Verhandlungen rund um das Dublin-IV-Abkommen, das Dublin III ersetzen wird, und die Situation geflüchteter Menschen noch weiter verschlimmern wird, aber auch die Afrikapolitik der europäischen Nationen, allen voran Deutschlands, mit Blick auf die perfiden Strategien migration control & management, die dem alleinigen Zweck dienen, Fluchtbewegungen schon in den Herkunftsländern zu stoppen.

Bildquelle: flickr / Ann Wuyts (CC BY 2.0)

 

Referent*in: Robert Fietzke

Zeit: So, 13. August, 11 - 13 Uhr

 

Aktionstraining: Organize the mob - Handlungsfähigkeit auf Demos

Kennst du das? Bist auf ner Aktion mit deiner Bezugsgruppe unterwegs und alles ist chaotisch, weil keine Person so richtig weiß, was jetzt zu tun ist. Es gab wohl mal nen Plan und auch Fahnen und Finger, aber jetzt stehst du mit 60 anderen auf einer Kreuzung. Was nun? Organize the mob ist ein Ansatz die Handlungsfähigkeit von Bezugsgruppen zu erhöhen, auch wenn die Aktions"elite" nicht mehr zu finden ist.

 

Trainer*innen: skills for action

Zeit: So, 13. August, 11 - 16 Uhr

Was soll eigentlich die Polizei?

Immer wieder werden mehr Kompetenzen für die Polizei gefordert, viele stehen dem eher kritisch gegenüber. Ist es ein erster Schritt zum Überwachungsstaat oder in eine sicherere Gesellschaft? Wie sieht das die Polizei selbst und was wird eigentlich davon gehalten dass private Sicherheitsfirmen bei dieser Diskussion, trotz umfangreicher Privilegien, oft außen vorgelassen werden? Thomas Wüppesahl, Sprecher der BAG kritische Polizist/innen, möchte dazu nach einer kleinen Einführung mit uns ins Gespräch kommen. Des weiteren soll es um die demokratische Kontrolle der Polizei gehen, darum wo und aus welchen Gründen diese Kontrolle endet oder wo sie nicht genug ausgeprägt ist. Natürlich sollen auch hier mögliche Lösungsvorschläge der BAG vorgestellt und diskutiert werden.

Bildquelle: flickr / Dustin Hackert (CC BY-NC 2.0)

 

Referent*in: Thomas Wüppesahl, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft kritischer Polizistinnen und Polizisten (Hamburger Signal), Kriminalbeamter a.D., ehem. Bundestagsabgeordneter (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Zeit: So, 13. August, 14 - 16 Uhr

Arbeiter*innenlieder-Workshop

Warum finden eigentlich viele „Die Internationale“ so toll? Wohin marschiert der „heimliche Aufmarsch“? Und wer ist überhaupt diese Bella, von der sich alle verabschieden? Lieder, die soziale Kämpfe, aber auch Kriegshandlungen begleitet haben, gibt es viele. Manche werden noch häufig gesungen, bei Parteien oder am Lagerfeuer, andere eher weniger. Warum ist das so? Und in welchem Kontext sind sie entstanden? Anhand der sogenannten „Arbeiterkampflieder“ soll der Workshop die Geschichte der Linken auf etwas andere Weise bis in die Gegenwart nacherzählen. Gesungen wird dabei selbstverständlich auch.

 

Referent*innen: Genoss*innen aus Halle

Zeit: So, 13. August, 14 - 16 Uhr

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