timetable Workshops

Freitag, 24. August

21:00 - 23:00 Uhr

Bastel-Workshop für den CSD

 

Samstag, 25. August

10:30 - 12:30 Uhr

I) Solidarität im gespaltenen Land?

II) Zur Kritik des Antisemitismus

III) Europa und die Linke

 

14 - 16 Uhr

IV) The Ukrainian Left: Between a rock and a hard place

V) Einführung in die Kapitalismuskritik von Karl Marx

 

17 - 19 Uhr

VI) Dschihadismus - Ideologie des Todes

VII) Deutschland alternativlos? Fragen zu AfD, Ideologie und Klassenkampf

VIII) Ende Gelände! Kohle stoppen, Klima schützen, auf in den Hambi!

 

Sonntag, 26. August

11 - 13 Uhr

IX) Tödliches Mittelmeer. Die zivile Seenotrettung und ihre Kriminalisierung

X) Fäuste, Pflaster, Pfefferspray. Das kleine 1x1 der Demosanis

 

14 - 16 Uhr

XI) Neoliberalismus - Ideologie, Wirtsschaftstheorie oder linker Allerweltsbegriff?

XII) Kapitalismus und Geschlechterverhältnis

XIII) Graffiti-Workshop

 
Christopher Street Day

Weil wir am folgenden Tag am Christopher Street Day in Magdeburg teilnehmen und möglichst sichtbar unterstützen wollen, werden wir uns am ersten Abend unseres Linken Sommercamps in einem der grundlegendsten Skills einer*s jeden politischen Aktivist*in üben: TRANSPIMALEN! :D 

Außer Bock und Kleidung, die einen Farbklecks verträgt, müsst ihr nichts an Erfahrung oder Material mitbringen. Gemeinsam werden wir Farbkombinationen mit Style zusammenstellen und unterschiedliche Techniken lernen, um sauber und lesbar auf großen Stoffflächen zu arbeiten.

 

Referent*in: Lasse

Zeit: Freitag, 24. August, ab 21 Uhr

Ostdeutschland & soziale Frage

Vor fast 30 Jahren wurde die Tarifmauer zwischen Ost und West aufgebaut. Der Deindustrialisierung folgten die Erniedrigung der Menschen durch Kurzarbeit, Erwerbslosigkeit und Hartz IV. Bis heute muss im Osten länger gearbeitet werden. Dafür gibt es dann weniger Lohn. Diese soziale Spaltung kennt ökonomische und politische Profiteur*innen: Die Unternehmer*innen (Kapitalisierten) und die rechten Populist*innen und Nostalgiker*innen. Viele wollen sich diese Ungerechtigkeit nicht mehr gefallen lassen. Diese Spaltung zu überwinden wäre auch ein wichtiger Beitrag zur Überwindung von Fremdenfeindlichkeit. Was also tun gegen die nationalistische Propaganda und die soziale Demagogie der neuen Nazis? Was könnte die Rolle linker Zusammenhänge in dieser Auseinandersetzung sein?

 

Referent*in: Stephan Krull, Kommission politische Bildung

Zeit: Samstag, 25. August, von 10:30 - 12:30 Uhr

Antisemitismus

Kurz nach Ende der Schoa schrieben Horkheimer und Adorno: „Aber es gibt keine Antisemiten mehr.“ Diese (oft falsch verstandene) Einschätzung lag erstmal nahe – wie sollten sich nach dem millionenfachen Mord an den europäischen Jüdinnen und Juden noch Leute ernsthaft als Antisemit*innen bezeichnen können?

Dass dies für Antisemit*innen in Deutschland und der Welt kein Problem darstellen sollte, hat die Geschichte antisemitischer Ausgrenzungen und judenfeindlicher Gewalt nach 1945 erschreckend deutlich gezeigt. Und insbesondere in den letzten Monaten scheint die Gewalt gegen Jüdinnen und Juden gerade in Deutschland wieder zuzunehmen: Immer wieder werden Menschen angegriffen, weil Antisemit*innen sie als jüdisch zu erkennen glauben.

Kritisiert wird das einerseits von allen relevanten politischen Akteuren der Bundesrepublik. Doch während die AfD gleichzeitig gegen einen vermeintlichen „Schuldkult“ hetzt und antisemitische Verschwörungstheorien verbreitet, sind (nicht nur) in der Linken Positionen eines israelbezogenen Antisemitismus keine Seltenheit. Obwohl fast niemand mehr Antisemit*in sein möchte, fällt es doch allen gesellschaftlichen Gruppen schwer, auf antisemitische Denkformen zu verzichten.

Im Vortrag soll gezeigt werden, was Antisemitismus ist, welche Formen er derzeit annimmt und was ihn als Denkform von anderen Vorurteilen und von Rassismus unterscheidet. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei auf den israelbezogenen Antisemitismus gelegt.

 

Referent*in: Daniel Poensgen. Sozialwissenschaftler

Zeit: Samstag, 25. August, von 10:30 - 12:30 Uhr

Europa

Demokratiedefizit, Abschottung, Sparzwang, Rechtsruck. Viel, sehr viel läuft schief in der Europäischen Union. Welche Kritik erwächst für uns Linke daraus, was sind unsere Alternativen? Wie sieht unsere Vision für ein besseres Europa für die Zukunft aus? Mit welcher Erzählung können wir für ein solidarisches Europa streiten? Im Workshop diskutieren der Europaabgeordnete Martin Schirdewan und die stellvertretende Landesvorsitzende der Linkspartei, Janina Böttger, diese Fragen zusammen mit euch. Dabei kommen auch seine Eindrücke aus seinem Arbeitsalltag nicht zu kurz.

Martin Schirdewan ist Koordinator der europäischen Linksfraktion GUE/NGL im Sonderausschuss Tax3. Der Ausschuss befasst sich mit Finanzkriminalität, Steuerhinterziehung und Steuervermeidung. Diesen Sommer hat er zudem auf Einladung der Berliner NGO Mare Liberum die griechische Insel Lesbos besucht und vor Ort Eindrücke über die Flüchtlingssituation gesammelt.

 

Referent*innen: Martin Schirdewan, Mitglied des Europäischen Parlaments, und Janina Böttger, stellvertretende Vorsitzende von DIE LINKE. Sachsen-Anhalt und Referentin der Landtagsfraktion

Zeit: Samstag, 25. August, von 10:30 - 12:30 Uhr

Ukraine

Hello, my name is Masha and I'm an anarchist activist from the city of Kharkov, Ukraine. In our country, there is a physical and informational war, resulting in deaths of people, political prisoners and demonization of Ukrainians and the Ukrainian revolution in the media. At my lecture you will hear about the emergence of a military conflict and the policy of the Ukrainian left in this regard. The revolution and the war in Ukraine played a big role for the lives of many people. And I would like you to know about this not from the news of Russia Today.

Der Vortrag wird in englisch sein.
The lecture will be in english.

 

Referent*in: Masha, Aktivistin aus Kharkov/Ukraine

Zeit: Samstag, 25. August, von 14 - 16 Uhr

Marx101

Karl Marx ist der Klassiker, wenn es in der Linken um eine Kritik der kapitalistischen Verhältnisse geht. In seinem Werk „Das Kapital“ hat er versucht, eine systematische Analyse und Kritik des Kapitalismus zu formulieren. Dieser Workshop soll einen ersten Zugang zu diesem Werk bieten und einige grundlegende Kategorien erläutern (Arbeit, Wert, Geld, Kapital). Die Bedeutung dieser Kategorien und der in ihnen enthaltene kritische Impuls wird jedoch von unterschiedlichen marxistischen Strömungen auf je individuelle Weise interpretiert. Auch auf diese Unterschiede und deren Auswirkungen wollen wir im Rahmen des Workshops eingehen.

Der Workshop richtet sich an Einsteiger*innen. Vorkenntnisse sind nicht notwendig.

 

Referent*in: Julian Bierwirth, krisis.org

Zeit: Samstag, 25. August, von 14 - 16 Uhr

Dschihadismus

Sie lieben das Leben, wir lieben den Tod' - Der Djihadismus als Weltanschauung verweigert sich nicht nur einem lustvollem Leben, sondern verachtet es bis hin zum Zwang zur Vernichtung. Die Ziele von Terrorangriffen - Konzerte, Satire-Zeitschriften, Weihnachtsmärkte sind kein Zufall, sondern auch der Ideologie geschuldet, die eine Glorifizierung des eigenen Todes über die Möglichkeit eines schönen Lebens stellt.

 

Referent*innen: Yannic und Julius, LAK Sisyphos der Linksjugend ['solid] Thüringen

Zeit: Samstag, 25. August, von 17 - 19 Uhr

AfD

Die AfD – alles Nazis? Die Linkspartei der Rechten? Pöbel aus dem Osten? Dummenfang abgehalfterter West-Politveteranen und gescheiterter Kleinunternehmer? Politischer Arm der Bereitschaftspolizei? Der Kater nach dem soundsovielten Sommermärchen? Einlösung des antideutschen Versprechens? Keine Alternative? Und wozu? Wer ist denn dieser Nationalismus überhaupt? Und wer hat denn überhaupt was dagegen? Gab’s das nicht alles schon mal? Und wo ist eigentlich diese Arbeiterbewegung, wenn sie mal gebraucht wird? Bei denen? Oder fragt die sich, wo wir bleiben? – Als Vor-Ort-Beobachter in Sachsen-Anhalt will Autor und Musiker Daniel Kulla (“Hass allein genügt nicht mehr”) etwas Unordnung in die Gewißheiten bringen und dazu anregen, die verdammt ernste Lage jenseits von Bekenntnis und innerlinker Konkurrenz wirklich ernst zu nehmen.

 

Referent*innen: Daniel Kulla. Schriftsteller, Journalist, Musiker

Zeit: Samstag, 25. August, von 17 - 19 Uhr

Ende Gelände!

Damit katastrophale Folgen des Klimawandels weltweit verhindert werden, muss die Kohle im Boden bleiben! Ende Gelände fordert deshalb einen dauerhaften Rodungsstopp des Hambacher Forstes und kündigt für Ende Oktober 2018 eine Aktion massenhaften zivilen Ungehorsams an.

Der Erhalt des Hambi ist eine Sofortmaßnahme für Klimagerechtigkeit. RWE ignoriert den kommenden Kohleausstieg. Aus Profitinteresse zerstört der Energiekonzern den Wald und gleichzeitig die Lebensgrundlage vieler Menschen - besonders von den Konsequenzen durch CO2-Emissionen betroffen, ist der globale Süden. Deshalb ist es wichtig, sich international solidarisch zu zeigen.

Im Workshop stellen wir das Bündnis Ende Gelände vor. Kohlausstieg bleibt Handarbeit und wir machen euch fit dafür! Gemeinsam gestalten wir die für die Bewegung typischen Anzüge und üben im Anschluss das Überwinden von "Hindernissen".

 

Referent*innen: Ende Gelände Magdeburg

Zeit: Samstag, 25. August, von 17 - 19 Uhr

zivile Seenotrettung

Es gibt keinen sicheren Weg nach Europa. Egal wie schutzbedürftig jemand ist: Es gibt keinen sicheren Weg. Es gibt aber jedes Jahr zehntausende Menschen, die verzweifelt genug sind, lieber zu riskieren, in einem löchrigen Seelenverkäufer im Mittelmeer zu versinken, als in die Verhältnisse zurückzukehren, vor denen sie fliehen. Weil sich die Staaten der Europäischen Union weigern, sichere Fluchtwege zu schaffen, bewahren nun zivile Seenotretter*innen diese Menschen vor dem Ertrinken, obwohl sie dafür angefeindet und verleumdet werden, nicht mehr nur von rechten Spinnern, sondern von Staaten und Regierungen. Sie werden schikaniert und kriminalisiert, weil sie Menschenleben retten. Was für eine Zeit, in der wir leben.

Neeske, die sich als Teil der Mission LIFELINE auf selbigem Schiff engagiert, berichtet vom "Alltag" der zivilen Seenotrettung, von ihren Einsätzen auf der SeaEye und der LIFELINE und davon, mit welchen Problemen freiwillige Retter*innen in einer Zeit zu kämpfen haben, in der sich der dünne Firnis namens Zivilisation immer rissiger zeigt.

 

Referent*in: Neeske Beckmann. Mitglied der LIFELINE-Crew, vorher SeaEye

Zeit: Sonntag, 26. August, von 11 - 13 Uhr

Erste Hilfe

Auf Demos kann es wie in jedem anderen Bereich des Lebens zu Situation kommen in denen ihr Erste Hilfe leisten müsst. Doch diese Situationen heben sich aufgrund des Umfeldes von denen aus dem normalen Alltag ab. Die Dresdner Demosanis wollen mit euch auf die verschiedenen Verletzungen welche auf Demos auftreten können eingehen und trainieren wie auch ihr euren Genoss*innen schnell helfen könnt

 

Referent*innen: Ambulatorium (Dresden)

Zeit: Sonntag, 26. August, von 11 - 13 Uhr

Neoliberalismus

Fast alle Linken benutzen das Wort "neoliberal". Aber was ist eigentlich dieser Neoliberalismus? Wirtschaftstheorie, no-border-Neoliberalismus, Einsatz für Minderheiten. Neben einer kleinen Einführung sollen die Kontroversen in der Linken rund um das Thema diskutiert werden.

 

Referent*in: Janis Ehling

Zeit: Sonntag, 26. August, von 14 - 16 Uhr

Feminismus

Schon seit Mitte der 2000er Jahre lässt sich eine Marx-Renaissance beobachten. Nach dem cultural turn treten nun wieder „materielle“ Aspekte in den Vordergrund. Jedoch sind marxo-feministische Konzepte rar, die jenseits traditioneller Marxismen nach dem Zusammenbruch des Ostblocks und den neuen Krisenentwicklungen im Kapitalismus Neuland betreten. In dem Referat wird thesenhaft die Wert-Abspaltungstheorie vorgestellt, die einer neuen Qualität des kapitalistischen Patriarchats Rechnung tragen will und dabei auch die kulturell-symbolische Ebene einzubeziehen versucht.

 

Referent*in: Roswitha Scholz. Publizistin und Buchautorin

Zeit: Sonntag, 26. August, von 14 - 16 Uhr

Graffiti

Ob auf dem Schulklo, Stromkasten oder am Hauptbahnhof – Graffiti ist überall und garantiert stark gegensätzliche Reaktionen der Zustimmung oder Ablehnung. Das Werk kann als große Kunst oder stumpfer Vandalismus oder natürlich beides verstanden werden, aber Fakt ist: Am richtigen Ort und mit dem richtigen Style kann ein Graffiti enorme Aufmerksamkeit auf sich ziehen – perfekt für politische Aktionen!

Für Mobilisierung, Verschönerung von Jugendzentren, zum Add-Busting sexistischer Werbung oder zur Beseitigung von gesprühten Nazi-Parolen:

Dieser Workshop soll alle interessierten Anfänger*innen in die Praxis des Graffiti einführen und euch die Möglichkeit geben eigene Aktionen zu planen und durchzuführen und evtl. aber nicht notwendigerweise bestehende Erfahrungen auszutauschen. Wir werden das breite Spektrum an Material und Techniken vorstellen und versuchen eigene Ideen umzusetzen.

 

Referent*in: Lasse

Zeit: Sonntag, 26. August, von 14 - 16 Uhr