Hochschulen ins Wirtschaftsministerium? Nicht mit uns! (eigenes)


Bundeswehr raus aus den Schulen

Deutschland führt Krieg. und das - wie immer deutlicher wird - nicht etwa um Terrorismus zu bekämpfen oder Frauenrechte zu erstreiten, sondern aus wirtschaftlichen Erwägungen. Wo es Krieg gibt, gibt es auch Unrecht und Elend, Tote und Verletzte.

Dass die Bundeswehr an Schulen um Nachwuchs wirbt, ist zwar nicht neu. Allerdings hat die Werbung in den vergangenen Jahren enorm zugenommen. Allein im Jahr 2009 haben die 94 hauptamtlichen Jugendoffiziere der Bundeswehr laut eigenen Angaben 4389 Diskussions - und Vortragsveranstaltungen durchgeführt und damit 113.525 SchülerInnen erreicht.

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Inhalt:
Die Bundeswehr auf dem Vormarsch
Kanonenfutter gesucht?
Werben um Unterstützung für den Krieg in Afghanistan
Was ist der Beutesbacher Konsens?
Was tun?
Unsere Forderungen

Warum viele Deutsche Sarrazin zustimmen und er trotzdem ein Rassist ist

Flyer DIN-A4 (Selfcopy) 

Alle Welt redet derzeit über Thilo Sarrazin. Und obwohl die Thesen in seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ lächerlich und wissenschaftlich nicht beweisbar sind, zeigt es doch: Die große Unterstützung für seine Aussagen beweist, dass Rassismus ein Problem der Mitte der Gesellschaft ist.

Sarrazins Thesen sind rassistisch, weil er nicht bestimmten Kulturen unveränderliche Eigenschaften zuschreibt

Sarrazin zeichnet in seinem Buch das Bild einer deutschen Gesellschaft, die von einem zersetzenden, fremden Islam gefährdet wird. Mit Extrembeispielen, wie 'Ehrenmord' oder islamistischem Terrorismus, wird MuslimInnen eine bestimmte Natur zugeschrieben, die als mit der deutschen Kultur unvereinbar angesehen werden. Deutsch-sein und Muslimisch-sein werden als Gegensätze verstanden. Hinzu kommen pseudowissenschaftliche Argumente: Alle Völker hätten ein besonderes Gen (so ist beispielsweise vom „Juden-Gen“ die Rede). Nicht nur, dass solche Argumente nicht stimmen, wohin sie führen hat darüber hinaus der Nationalsozialismus in drastischer Weise gezeigt. 'Völker', 'Kulturen', 'Nationen' und 'Rassen' sind von Menschen ausgedachte Konzepte und haben nichts Natürliches an sich. Indem aber Sarrazin kulturelle Besonderheiten an die menschliche Biologie koppelt, konstruiert er sowas wie 'Rassen'. Kultur wird synonym zu 'Rasse'. Aufgrund dieser Verbindung von Kultur und unveränderbaren, dem Menschen natürlich innewohnenden Eigenschaften werden Sarrazins Thesen rassistisch. Kultur ist aber nicht natürlich und unveränderbar, sondern immer in Bewegung und entsteht durch Sozialisierung und ständigem Austausch mit anderen.

Sarrazin geht es nicht um Dummheit, sondern um Armut

Sarrazin behauptet, Intelligenz sei vererbbar. Da AkademikerInnen immer weniger, hingegen MigrantInnen, insbesondere TürkInnen, angeblich immer mehr Kinder bekämen, verlöre die deutsche Gesellschaft intellektuelles Potenzial. Das ist natürlich nicht nur albern, sondern verschleiert auch, worum es Sarrazin eigentlich geht. Intelligenz ist nicht vererbbar, da sie keine natürliche Eigenschaft ist. Wissen und Intelligenz ist Folge von Sozialisierung und Bildung. Sarrazin geht es aber nicht nur um 'dumme Ausländer', da er auch vor der hohen Geburtenrate der deutschen Unterschicht warnt. Er ignoriert, dass arme Menschen in unserer Gesellschaft konsequent von Bildung ausgeschlossen werden. Der soziale Status und Bildung sind von einander abhängig, weil Wohlstand den Zugang zu Bildung gewährt und Bildung wiederum die Voraussetzung für Wohlstand ist. Es ist also keine Frage von deutsch oder nicht-deutsch, sondern von sozialer Gerechtigkeit und Chancengleichheit.

Menschliches Leben nach der wirtschaftlichen Nützlichkeit zu bewerten, ist menschenverachtend

Sarrazin behauptet, die Zuwanderung in der Bundesrepublik sei ein Fehler gewesen, da dies der deutschen Gesellschaft letztlich mehr gekostet als genützt hätte. Diese Aussage ist nicht nur sachlich falsch, wie sogar das neoliberale Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gezeigt hat. Wirtschaftswachstum ist in Deutschland ohne Zuwanderung nicht möglich. Sarrazins Aussage legt außerdem auch eine tief liegende Verachtung für Menschen offen, die angeblich wirtschaftlich keine Leistung brächten. Menschliches Leben wird demnach ökonomisch abgewogen. Dies bricht mit der Vorstellung der Gleichheit des menschlichen Lebens und verstößt gegen alle Prinzipien von Menschenrechten und Demokratie.

Sarrazin geht es nicht um Integration, sondern um Ausgrenzung

Sarrazins FürsprecherInnen und weite Teile der Medien behaupten, Sarrazin hätte endlich eine bundesweite Debatte zur Integration gestartet. Das ist Unsinn! Menschen wie Sarrazin geht es nicht um Integration. In der 'Integrationsdebatte' wird beispielsweise nie
nach den Ursachen für die sozialen Probleme von MigrantInnen gefragt, sondern immer nur über die vermeidlich von MigrantInnen verursachten Probleme gesprochen und wie man sie zu mehr Anpassung zwingen kann. MigrantInnen werden dabei grundsätzlich als Problem behandelt. Es geht nie darum, sie einzubinden, sondern sie als Fremde auszugrenzen.

Nicht Sarrazin ist das Problem, sondern seine Positionen.

Letztlich ist Sarrazin nur einer von vielen, die rassistische Positionen vertreten und verbreiten. Doch er ist der Erste, der in Zeiten der Krise den Hass auf MigrantInnen und auf Hartz-IV-Beziehende verbindet und somit die Unsicherheit vieler Menschen ausnutzt. Er präsentiert ihnen Sündenböcke, die an der Misere angeblich Schuld sein sollen. Dass es mitunter die Banken waren, die Milliarden verzockt haben, die jetzt die Bevölkerung in Form von Sparpaketen abzahlen muss, ist kaum noch in Erinnerung. Der Hype um Sarrazins Person ist nicht überraschend: Europaweit ist das Erstarken rechtspopulistischer Bewegungen zu beobachten, die nicht nur antisemitische, sondern immer stärker antimuslimische Vorurteile schüren und das mit dem Verweis auf Meinungsfreiheit rechtfertigen. In einigen Ländern sind solche Parteien sogar mit über 20% in den Parlamenten vertreten.

Gegen diese Entwicklung müssen wir uns wehren.

Deutschlands bekanntester Hassprediger geht auf Tour – und wir werden nicht stillhalten: Sarrazin-Lesungen verhindern, gegen Rassismus protestieren!

Homophobie entgegentreten!

Wir alle spielen Theater – jeden Tag. Rollenbilder bestimmen unser Leben. „Der Klassenclown“ macht ständig Unsinn, „die Streberin“ lernt die ganze Zeit, „die Heulsuse“ ist nah am Wasser gebaut. All diese Rollen füllen wir, ob wir es wollen oder nicht, mal mehr mal weniger gut aus. Sie werden uns häufig „angedichtet“. Aufgrund früheren Verhaltens, wegen des Eindrucks, den wir bei anderen hinterlassen, oder ganz einfach, weil wir zu einer Gruppe Menschen gehören, denen pauschal diese oder jene Eigenschaften zugesprochen werden.

Lesben sind gepierct, Schwule wirken weiblich?

Diese Rollen sind dabei erst einmal nichts Schlimmes, so lange sie zu uns passen. Oft verhindern sie aber auch, dass wir uns so verhalten, wie wir es eigentlich gern würden. Das passiert im Wesentlichen dann, wenn die Öffentlichkeit ganz bestimmte Vorstellungen davon hat, welche Rolle wir zu erfüllen haben. Schwule, Lesben, Frauen im Allgemeinen, Transgender – ihre Rollen sind durch Klischees und Vorurteile besonders fest geprägt. Schwule sind demnach schwuchtelige, oft weiblich wirkende, emotionale Arschficker. Lesben sind gepiercte, männlich wirkende Automechanikerinnen. Wer, wie die meisten, anders ist, kommt aus diesen und ähnlichen Rollen oft nicht so einfach heraus.

Die Angst vor der Ablehnung

Ein Beispiel: Wenn sich ein schwuler Junge in der Schule outet, dann gehen seine Mitschüler_innen automatisch dadurch, dass sie von seiner sexuellen Identität wissen, anders mit ihm um. Sie werden viel eher darauf achten, ob sein Verhalten zu den Rollenbildern passt, das sie von einem „typischen“ Schwulen im Kopf haben. Dabei passiert es leicht, dass alltägliche Gesten, wie z.B. einem Mitschüler körperlich nahe zu kommen, dem Klischee zugeschrieben werden. Selbst wenn der Junge einen anderen nur zufällig berührt, wird dies registriert. Die Reaktion ist Ablehnung, weil das Rollenbild selbst abgelehnt wird. Die Angst vor einem Coming-Out ist in vielen Fällen die Angst vor eben dieser ablehnenden Reaktion.

Gemeinsam gegen Ausgrenzung!

Ob schwul, lesbisch, bi oder transgender: Wir müssen und dürfen es nicht zulassen, auf Teufel komm raus in eine Schablone gepresst zu werden. Nur wenn wir die Logik, eine gewisse Rolle erfüllen zu müssen, nicht länger akzeptieren, wird auch Diskriminierung überwunden werden können. Das heißt, dass wir uns selbstbewusst unsere eigenen Rollen geben sollten, statt uns an den Erwartungen und Reaktionen anderer zu orientieren. Wir leben unser Leben - wem das nicht passt, zeigen wir die rote Karte. Informiert euch, werdet aktiv, schließt euch zusammen! Nur gemeinsam können wir eine Gesellschaft aufbauen, die Ausgrenzung gleich welcher Art nicht länger hin nimmt!

Ausgrenzung hat Struktur

Menschen werden in vielerlei Hinsicht aus der Gesellschaft ausgegrenzt und benachteiligt. Zum Beispiel wegen ihrer Hautfarbe oder dem Geschlecht. Diese Ausgrenzung vollzieht sich auch dann, wenn jemand nicht genug Geld hat, um am sozialen Leben Teil zu haben. Linksjugend ['solid] setzt sich gegen jede Art von Ausgrenzung ein. Wir streiten für eine Gesellschaft, in der alle Menschen die gleichen Möglichkeiten haben und frei, selbstbestimmt und ohne Angst vor Repressionen miteinander leben können. Mach mit!

Leistung muss sich lohnen...


Wirtschaft gut, alles gut?

Wenn es um die Interessen von Unternehmen geht, sollen die Menschen für vieles Verständnis aufbringen: dass die Beschäftigten oft für Hungerlöhne arbeiten müssen, dass die Umwelt zerstört wird, sogar dass für Rohstoffe Kriege in aller Welt geführt werden und der Staat dies unterstützt. Hauptsache die Wirtschaft brummt - wer sich gegen diese Zustände zur Wehr setzt, habe nur noch nicht verstanden, wie die "unsichtbare Hand" des Marktes dafür sorgt, dass für alle etwas abfällt...

Armut, Umweltzerstörung und Krieg werden durch eine starke Wirtschaft und beständiges Wachstum nicht geringer. Ziel kapitalistischen Wirtschaftens ist nämlich nicht das Allgemeinwohl, sondern die maximale Verwertung von Investitionen. Damit das Bruttoinlandsprodukt und die Aktienkurse steigen, werden Löhne gedrückt, Arbeitsbedingungen verschlechtert und billige Rohstoffe verfeuert. Energieriesen wie E.ON und RWE beispielsweise verdienen Milliarden, indem sie die Strompreise künstlich in die Höhe treiben und gleichzeitig immer mehr Kohlekraftwerke bauen, in denen auf Jahrzehnte hinaus billiger, dreckiger Strom produziert werden kann. Aktuell stehen sie auf der Matte, um die Abschaltung der Kernkraftwerke zu verhindern. Logisch, denn mit gefährlichem Atomstrom lässt sich viel Geld verdienen.

Wenn es der Wirtschaft schlecht geht, dann sollen die Beschäftigten den Gürtel enger schnallen. Wenn es der Wirtschaft gut geht, dann sollen die Beschäftigten ebenfalls bescheiden sein, damit das auch so bleibt. Jene, die die Gewinne erwirtschaften, sind also immer im Nachteil - egal wie es der Wirtschaft geht. Es ist kein Naturgesetz, dass Arbeitnehmer_innen wegen unterlaufener Sicherheitsstandards Gefahren ausgesetzt werden oder dass für das Gewinnstreben eines Mineralölkonzerns eine ganze Küstenregion mit Öl verseucht wird. Dass Unternehmen für ihren Profit soziale und ökologische Katastrophen produzieren, ist ein gesellschaftliches Problem - und kann geändert werden! Die erpresserische Macht von Banken und Konzernen muss unter demokratische Kontrolle gestellt werden, damit die Wirtschaft den Bedürfnissen der Menschen dient und nicht umgekehrt. Es ist höchste Zeit für neue Regeln. Die Frage ist: Was machst du?

Wer Arbeit sucht, findet auch welche?

Die Liste der Vorurteile gegenüber Erwerbslosen st lang. Wer keinen Job hat, steht schnell unter Generalverdacht, sich nur in der „sozialen Hängematte“ ausruhen zu wollen. Neoliberalen Parteien, allen voran CDU und FDP, bedienen beharrlich das Klischee, Arbeitslose seien vor allem faul und unwillig. Mit diesem Vorurteil werden erhöhter Druck und ständige Kontrollen begründet, die sicherstellen sollen, dass jeder noch so schlechte Job angenommen wird. Das Recht der Betroffenen auf ein würdiges Leben ist dabei zweitrangig. Viele arbeiten unter schlechtesten Bedingungen, weil sie es nicht ertragen von der Hatz IV-Bürokratie wie Menschen zweiter Klasse behandelt zu werden.

Um etwa im Gesundheitsbereich über billige Arbeitskräfte verfügen zu können, werden Erwerbslose in Ein-Euro-Jobs gedrängt. Weigern sie sich, wird ihnen mit harten Sanktionen gedroht und das Geld gestrichen. Dabei bekommen sie für volle Arbeit kaum mehr als Hartz IV, renten- und arbeitslosenversichert sind sie nicht. Immer öfter versuchen zudem Unternehmen, sich ihrer fest angestellten Beschäftigten zu entledigen, um sie dann, wenn überhaupt, als Leiharbeiter_nnen wieder einzustellen – zu deutlich niedrigeren Löhnen.

Mehr als 3 Millionen Menschen in Deutschland haben keinen Job. Die Behauptung, wer Arbeit sucht, finde auch welche, ist schlicht und einfach gelogen. Statt die gesetzliche Arbeitszeit weiter zu erhöhen und Erwerbslose in unzumutbare Jobs zu zwingen, brauchen wir ein Recht auf ein Leben in Würde für alle unabhängig von deren Beschäftigung. Lohnarbeit muss angemessen bezahlt und die Beschäftigten vor ungezügelter Ausbeutung geschützt werden. Dies widerspricht elementaren Grundprinzipien des Kapitalismus. Wir wollen deshalb nicht weniger als eine ganz andere Gesellschaft, in der Ausgrenzung und Armut überwunden werden. Dies zu erreichen liegt auch an dir, werde aktiv.

fight precarity

Bin ich eigentlich prekär? "Prekarisierung beschreibt die zunehmende Verunsicherung der Arbeits- und Lebensbedingungen aller von Lohnarbeit abhängigen Menschen. Diese werden immer häufiger abgehängt: sie bekommen nur noch zeitlich befristete und flexibilisierte Jobs im Niedriglohnsektor oder stecken in einer Praktikaschleife ohne wirkliche Perspektive.

Hol dir dein Leben zurück

Also mal ehrlich: Die Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich nimmt immer mehr zu. Die Gleichheit zwischen Mann und Frau ist lange noch nicht hergestellt. und ganz nach der Idee "Big Brother is watching you" kann niemand mehr handeln, ohne Gefahr zu laufen, überwacht zu werden. Während unsere Lebensverhältnisse derart verunsichert werden, wird angeblich unsere Freiheit durch die Bundeswehr am Hindukusch verteidigt.