Gute Arbeit - gute Löhne - soziale Sicherheit - Überfluss besteuern


Der Parteivorstand der LINKEN ruft Mitglieder, Sympathisantinnen und Freunde, Wählerinnen und Wähler der LINKEN dazu auf, sich an den Veranstaltungen der Gewerkschaften und der LINKEN zum 1. Mai zu beteiligen. Es ist wichtig, ein machtvolles Zeichen für gute Arbeit, gute Löhne und soziale Sicherheit in Europa zu setzen. Ob hier oder anderswo - der Ruf sollte laut zu hören sein: Wir zahlen nicht für eure Krise! Guter Lohn für gute Arbeit - für eine gerechte Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums! 

Hinter dem angeblichen Jobwunder von Merkel und Rösler verbirgt sich eine Zunahme schlecht bezahlter und prekärer Jobs. Diese Entwicklung hat ihren Ursprung in den Hartz-Gesetzen von SPD und Grünen. 2,5 Millionen reguläre Vollzeitarbeitsplätze sind seit 2000 vernichtet worden. Die Hälfte der Beschäftigten musste 7,4 Prozent und mehr realen Lohnverlust seit 2000 hinnehmen.

Dafür sind fast eine halbe Million [...weiterlesen]

LAK-Tag: Ein Meilenstein in der Entwicklung des Landesverbandes?

 

Am Samstag, dem ersten meteorologischen Sommertag des Jahres 2012 mit Temperaturen bis an die 30°, hatten 25 jugendliche Linke nichts anderes zu tun, als sich in Magdeburg zu treffen, um Landesarbeitskreise zu gründen und Politik zu machen? Ja, wir sind so, aber das war jetzt wichtig und hat verdammt viel Spaß gemacht! Dieser Tag wird, ohne jetzt pathetisch werden zu wollen, einer der wichtigsten Tage in der Geschichte des noch jungen Jugendverbandes sein.

 

Mit einem bestehenden Landesarbeitskreis, dem LAK Antifa/Antira und drei weiteren Vorschlägen seitens des LSpR, gingen wir in diesen Tag. Kurz zuvor wurden uns erfreulicherweise noch weitere Ideen angezeigt: Konsumkritik, Bildung, Behindertenpolitik/Leben mit chronischen Erkrankungen, Ökonomie und Netzpolitik. Dies stellte uns vor kleine logistische Herausforderungen, hatten wir doch nur begrenzt Platz zur Verfügung und zahlreiche personelle Überschneidungen in den LAKs: irgendwie ist ja jedes Thema interessant.

 

In der ersten Phase trafen sich die Interessent_innen für die LAKs Bildung [...weiterlesen]

Liebe Piratenpartei,



könnt ihr mir erklären, was an eurer Politikmethode besonders demokratisch sein soll? Da ihr ja kein Delegiertensystem pflegt, sondern alle Mitglieder gleichermaßen stimmberechtigt sind, was auf den ersten Blick attraktiv erscheinen mag, müsste, so eure public relations, der Grad an Demokratie höher sein, als bei anderen Parteien. Weit gefehlt. Ich möchte das kurz begründen.


Schauen wir uns zunächst die nackten Zahlen an:


1.393 abgebene Stimmen, davon sind 1.384 gültig, davon entfielen im Auswahlverfahren 992 (auch) auf Schlömer. Von derzeit 14.614 stimmberechtigten Mitgliedern der Partei (insgesamt: 28.600)= 6,68 % der Stimmen der derzeit stimmberechtigten Piraten und 3,46 % aller Parteimitglieder.


Da Nicht-Beitragszahler_innen ja nicht mitmachen dürfen (immerhin stellt diese Gruppe die Hälfte aller Parteimitglieder, so viel zu euren jeden Tag [...weiterlesen]

29. April 2012 - Linksjugend Sachsen-Anhalt mit acht Arbeitskreisen

LAK-Tag: Ein Meilenstein in der Entwicklung des Landesverbandes?

 

Am Samstag, dem ersten meteorologischen Sommertag des Jahres 2012 mit Temperaturen bis an die 30°, hatten 25 jugendliche Linke nichts anderes zu tun, als sich in Magdeburg zu treffen, um Landesarbeitskreise zu gründen und Politik zu machen? Ja, wir sind so, aber das war jetzt wichtig und hat verdammt viel Spaß gemacht! Dieser Tag wird, ohne jetzt pathetisch werden zu wollen, einer der wichtigsten Tage in der Geschichte des noch jungen Jugendverbandes sein.

 

Mit einem bestehenden Landesarbeitskreis, dem LAK Antifa/Antira und drei weiteren Vorschlägen seitens des LSpR, gingen wir in diesen Tag. Kurz zuvor wurden uns erfreulicherweise noch weitere Ideen angezeigt: Konsumkritik, Bildung, Behindertenpolitik/Leben mit chronischen Erkrankungen, Ökonomie und Netzpolitik. Dies stellte uns vor kleine logistische Herausforderungen, hatten wir doch nur begrenzt Platz zur Verfügung und zahlreiche personelle Überschneidungen in den LAKs: irgendwie ist ja jedes Thema interessant.

 

In der ersten Phase trafen sich die Interessent_innen für die LAKs Bildung, AuF (Antimilitarismus und Frieden), Shalom und Netzpolitik. Nach der formellen Gründung und ersten Projektvorschlägen und Absprachen ging es dann in die zweite Phase, in der folgende weitere LAKs gegründet werden konnten: Konsumkritik, Ökonomie und Inklusion. Zur Gründung des LAK Klima kam es leider noch nicht, da hier eine ausreichende Anzahl an Interessent_innen fehlte

 

Mit insgesamt absolut konstruktiven und entspannten Kennenlernrunden sowie ersten Brainstormings über Inhalte, Themen, Ausrichtung und möglichen Betätigungsfeldern war dieser LAK-Tag vollkommen zufriedenstellend und mehr als erfolgreich. In der Auswertungsrunde konnten erste konkrete Startschüsse vorgestellt werden, von denen ihr sicherlich bald hören werdet. Auch für die Neumitgliederbetreuung war dieser Tag enorm gewinnbringend, insbesondere für Solids aus strukturschwachen Regionen und ohne Bindungs zu einer festen Ortsgruppenstruktur. Hier besteht also nun eine spannende Möglichkeit, sich inhaltlich und gleichzeitig aktivistisch zu betätigen.

Angedacht ist des Weiteren, auf jeder Großveranstaltung des Landesverbandes - die nächste ist unser Praxiswochenende am 09. und 10. Juni in Magdeburg - Möglichkeiten für einen regen Austausch der LAK-Mitglieder zu bieten und irgendwann in naher Zukunft ein LAK-Wochenende durchzuführen.

 

Mitglieder, Sympatisant_innen, aber auch Parteigenoss_innen über 35 Jahren können sich hier gerne und jederzeit einbringen. Meldet euch einfach bei Robert oder den entsprechenden LAK-Sprecher_innen, deren Kontaktwege in Kürze hier veröffentlicht werden. Zum Abschluss nochmal die LAKs auf einen Blick:


  • Antifa/Antira
  • Antimilitarismus und Frieden (AuF)
  • Shalom
  • Ökonomie
  • Konsumkritik
  • Bildung
  • Inklusion
  • Netzpolitik
29. April 2012 - Offener Brief an die Piratenpartei

Liebe Piratenpartei,



könnt ihr mir erklären, was an eurer Politikmethode besonders demokratisch sein soll? Da ihr ja kein Delegiertensystem pflegt, sondern alle Mitglieder gleichermaßen stimmberechtigt sind, was auf den ersten Blick attraktiv erscheinen mag, müsste, so eure public relations, der Grad an Demokratie höher sein, als bei anderen Parteien. Weit gefehlt. Ich möchte das kurz begründen.


Schauen wir uns zunächst die nackten Zahlen an:


1.393 abgebene Stimmen, davon sind 1.384 gültig, davon entfielen im Auswahlverfahren 992 (auch) auf Schlömer. Von derzeit 14.614 stimmberechtigten Mitgliedern der Partei (insgesamt: 28.600)= 6,68 % der Stimmen der derzeit stimmberechtigten Piraten und 3,46 % aller Parteimitglieder.


Da Nicht-Beitragszahler_innen ja nicht mitmachen dürfen (immerhin stellt diese Gruppe die Hälfte aller Parteimitglieder, so viel zu euren jeden Tag als Rekord verkauften Mitgliederzahlen, was natürlich auch nur ein recht simpler Werbetrick ist), kommt es nun auf die 14.614 beitragszahlenden Mitglieder an. Tja. Leider kann nunmal nicht jede_r ein ganzes Wochenende in Neumünster verbringen, ganz zu schweigen davon, dass das absolut familienunfreundlich ist, was ihr da betreibt. Es öffnet Benachteiligungen Tür und Tor. Es werden die Pirat_innen ausgegrenzt, die entweder Familie haben, arbeiten müssen oder aus sonstigen Gründen nicht am BPT teilnehmen können.


Bei einer lächerlichen Legitimation durch 3,46% der Mitglieder redet ihr von Basisdemokratie? Das kann nicht euer Ernst sein? Möchtet ihr den Menschen ernsthaft diesen Bären aufbinden?
Wisst ihr, ich halte das ja sogar für ziemlich gefährlich. Aufgrund eurer enormen Medienpräsenz seid ihr nun ein maßgeblicher Politisierungsfaktor. Ihr habt als Partei einen Auftrag: politische Willensbildung. Wenn ihr Millionen von Menschen für dumm verkauft und eure Politikmethode als die einzige wahre hinstellt und dabei immer wieder Sprechblasen anbringt, sinkt die Legitimation für andere Politikmethoden, wie z.B. Delegiertensysteme (diese gelten dann allgemeinhin als "verstaubt" oder wahlweise auch "antiquiert"). Kurzum: vielleicht ist euch das ja nicht bewusst. Sicherlich wollt ihr das auch gar nicht. Ich glaube euch, dass ihr democracy magic findet. Ich tue das auch. Aber bitte lasst das passive Verunglimpfen demokratischer Prinzipien anderer Parteien, indem ihr euch als Träger_innen des neuen goldenen Kelches geriert.


Auf eurem Bundesparteitag sind mir noch einige andere höchst diskutable Dinge aufgefallen, die teilweise eine Verletzung demokratischer Prinzipien darstellen: ihr hattet keine Wahlkabinen, es brauchte Unterstützer_innen, also eine Unterschriftenliste, für Kandidat_innen, die Trennung von Amt und Mandat wurde mit einer Mehrheit abgelehnt. 


Das alles zusammengenommen legt mir nur eine Schlussfolgerung nahe: ihr seid nicht halb so basisdemokratisch, wie ihr vorgebt zu sein. Ganz sicher gibt es direktdemokratische Elemente in euren Methoden (liquid feedback usw.), aber all das negiert nicht das Demokratiedefizit auf dem Bundesparteitag: immerhin ist dieser das höchste Gremium einer Partei! Ich bitte euch eindringlich, kritisch mit diesen Zuständen umzugehen und die Leute nicht zum Narren zu halten. Letzteres könnte ziemlich nachhaltige Auswirkungen auf den Politikbock der Menschen haben, die euch mal toll fanden.


Mit freundlichen Grüßen,
Robert Fietzke

Landesarbeitskreis-Tag am 28. April in Magdeburg!

Wir sind in den Forderungen nach Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität vereint, haben aber alle unsere eigenen Themenfelder, an denen wir interessiert sind und zu denen wir uns informieren bzw. arbeiten möchten. Um Menschen mit gleichen Interessen zusammenzubringen gibt es auf Landesebene die Möglichkeit Landesarbeitskreise (LAK) und auf Bundesebene Bundesarbeitskreise (BAK) zu gründen. Am LAK-Tag wollen wir euch die Möglichkeit geben, euch über verschiedene LAKs zu informieren.

Wann? 28. April, 11.30 bis 17.00 Uhr

Wo? Landesgeschäftsstelle DIE LINKE. Sachsen-Anhalt, Ebendorfer Straße 3 [...weiterlesen]

Bildquelle: Kurt F. Domnik / pixelio.de

Hartz-IV-Sanktionen abschaffen!

Berlin, 26.04.2012


Die Linksjugend [‘solid] fordert, alle Sanktionen im Bereich Hartz IV sowie die Leistungseinschränkungen bei der Sozialhilfe abzuschaffen, weil diese gegen das Grundrecht auf eine Gewährleistung des physischen Existenzminimums und der Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben verstoßen.


Josi Michalke, Bundessprecherin der Linksjugend [‘solid], erklärt dazu: „Die aktuell geltenden Regelungen im Kontext von Hartz-IV und Sozialhilfe treffen vor allem Jugendliche unter 25 Jahren, bei denen besonders harte Sanktionsregelungen Anwendung finden. Für diese bedeutet eine Sanktion häufig das Abrutschen in die Wohnungslosigkeit und eine damit verbundene Perspektivlosigkeit. Außerdem werden Sie somit gezwungen, schlecht bezahlte Jobs anzunehmen und prekäre Beschäftigungsverhältnisse einzugehen. Damit wird der Druck auf die Arbeitsbedingungen aller Beschäftigten [...weiterlesen]

Erneuter Rückschlag für Kristina Schröder – Sieg für die Demokratie

Berlin, 25.04.2012


Nach einem aktuellen Urteil des Verwaltungsgerichts Dresden ist die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend verwendete "Extremismusklausel" rechtswidrig. Hierzu erklärt Kai Padberg, Bundessprecher der Linksjugend ['solid]: 


"Das Urteil ist ein Sieg für die Zivilgesellschaft und alle DemokratInnen. Ministerin Schröder schlägt mit ihrem selbsternannten Kampf gegen den Extremismus mal wieder deutlich über die Stränge – so sehr, dass sie damit selbst die Demokratie gefährdet, die sie ja eigentlich beschützen will. Denn die Extremismusklausel stellt all diejenigen, die sich gegen Rassismus und andere menschenverachtende Einstellungen einsetzen, unter Generalverdacht. Damit muss Schluss sein. Das Urteil war ein wichtiger Schritt dorthin."

[...weiterlesen]

Konsumkritisches Wochenende: let's talk about alternatives!


20. - 22. April: Wochenendseminar "Fair – menschenwürdig – nachhaltig. Konsumkritik als antikapitalistische Praxis?"

Fairtrade-Siegel, Biosupermärkte und Bier, dessen Kauf den Regenwald schützt: Das eigene Konsumverhalten und was mensch damit dazu beitragen kann, dass sich Umwelt- und Arbeitsbedingungen verändern, ist Thema nicht nur in kapitalismuskritischen Zusammenhängen. Zunehmend nutzen Hersteller soziale und ökologische Projekte und Verpflichtungen zur Imageverbesserung und Umsatzsteigerung. [...weiterlesen]


21. April: Podium, Infocafé, Basar und Buffet "Konsumkritik und Mainstream - Gegenentwürfe zum kapitalistischen Alltag"

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Nazi-Tarndemo "Härtere Strafen für Kinderschänder" erfolgreich behindert


Am Ostersamstag zogen etwa 100 Nazis, eine Mobilisierung über das eigene Klientel hinaus war ihnen augenscheinlich nicht gelungen, vom Innenministerium zum Neustädter Bahnhof. Der Versuch, sich des Themas Sexualverbrechen anzunehmen, um so einen "unpolitischen" Eindruck zu erwecken, ist grandios gescheitert.


Begleitet wurde der Demonstrationszug der Nazis von Menschen, die über den Hintergrund der Veranstaltung informierten, sei es mit Flyern oder lautstarkem Protest. An mehreren Stellen gelang es, friedlich und mit kurzen Blockaden, den Nazis zu zeigen, dass sie jetzt und in Zukunft in Magdeburg nicht erwünscht sind.


Unverständnis bei [...weiterlesen]

9. April 2012
Solidaritätsbekundung für Wolfgang Huste!

Wider staatliche Repression für Antifaschist*innen!


Liebe Antifaschist*innen,

bereits am 04.04. erreichte uns folgende erschreckende Nachricht:

Wolfgang Huste, seines Zeichens ein sehr engagierter Sprecher der Linken Ahrweiler und Mitglied in diversen antikapitalistischen und antifaschistischen Gruppen, hat einen Strafbefehl wegen angeblicher Störung von Versammlungen und Aufzügen erhalten hat.

Der Strafbefehl wird damit begründet, dass Wolfgang Huste auf seiner Homepage einen Link zu dem Netzwerk „Alerta“ gesetzt hatte.

Die, auf dem  Dortmunder Antikriegstag durchgeführten, Blockaden werden jetzt als Vorwand für den Strafbefehl genutzt, obwohl Wolfgang Huste bei weitem nicht der einzige war, der den Aufruf verlinkte. Folge: Verwarnungsgeld in Höhe von 3.000,00 €, 1 Jahr auf Bewährung und Zahlung von 500 € an den Verein Bewährungshilfe in Koblenz.

Als Zeuge des ganzen Verfahrens ist ein Herr Frank Thomas vom Staatsschutz Koblenz!

Daraus folgern wir, dass Wolfgang Huste mit seiner engagierten Arbeit wohl gewissen Leuten ein Dorn im Auge ist und eingeschüchtert werden soll.

Dieser Staat hat Tradition – Linke und Migrant*innen kriegen keine Nachsicht – Nazis schon!

Jetzt erst recht: „Nie wieder Faschismus! Weder auf der nationalen,
noch auf der regionalen/lokalen Ebene!“.

Quelle: BAK Antifa & http://wolfgang-huste-ahrweiler.de/2012/04/08/staatliche-repression-offenlegen-von-linksjugendsolid-rheinland-pfalz/

Ungleichbehandlung aufgrund der sexuellen Identität

 

Die Linksjugend ['solid] und Die.Linke SDS Magdeburg begrüßen den fraktionsübergreifend eingereichten Antrag des Lesben- und Schwulenverband Deutschlands, den Nichtdiskriminierungsparagraphen in der Landesverfassung Sachsen-Anhalt um die sexuelle Identität eines Menschen zu erweitern.

Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transsexuelle, Transgender und intersexuelle Menschen sind auch heute Diskriminierung und Ressentiments ausgesetzt, die von verkrusteten und eigentlich überholten Moralvorstellungen rühren. Viel zu oft noch können ein Outing oder ein nicht heteronormativer Lebensstil für Ausgrenzung und Abwertung führen, was betroffene Menschen einschüchtern und einengen kann.

Die Erweiterung des Gesetzes der "Gleichheit vor dem Gesetz" (Artikel 7, GVBl. LSA 1992, S. 600) um die sexuelle Identität eines Menschen wäre ein deutliches Zeichen des Landes, sich aktiv gegen Unterscheidung und für Akzeptanz [...weiterlesen]

22. März 2012
Zur Bundespräsidentenwahl

Ein Statement


(tobi) So, die Wahl hat es jetzt ergeben. Gauck ist es. Doch, was sag ich da? Eine Wahl war es nicht. War nicht schon alles klar, als sich CDU/CSU, FDP, SPD und GRÜNE unter dem demokratischen Ausschluss der LINKEn auf diese Person verständigten? Von Beate Klarsfeld mag mensch halten was mensch will. Ich für meinen Teil achte ihr Engagement, fand sie aber auch nicht gerade erste Wahl. Geschichtlich scheinen beide Kandidat*innen in ihrer besten Zeit gefangen (gewesen) zu sein. (Ach halt – pro forma – die NPD hatte ja auch einen Kandidaten.) Jedenfalls gab es für die Medien von Anfang an nur Gauck.

Schon Tage zuvor wurde es angekündigt Gauck – die Doku - Vom Kind zum Bundespräsidenten oder so. Jemensch, der sich selbst als „links, liberal und konservativ“ benennt, scheint jedenfalls nicht zu wissen, wo er denn eigentlich hin will. Zum Glück hat er ja jetzt den Weg aus dem Büro für Stasiunterlagen nach Bellevue gefunden. Dort sitzt er jetzt als Repräsentant, der uns nicht repräsentiert. Einem Afghanistan-Krieg und Hartz-4 Befürworter, Chauvinisten und Occupy-albern-Finder wünsche ich eine höchstens so lange Amtszeit, wie der Vorgänger hatte. Hoffentlich sind bis dahin die nachträglichen Bezüge gekürzt. Stellt eure Vuvuzelas noch nicht weg. 


21. März 2012
Bundeskongress - Antragsheft II. released

Liebe Mitglieder, AktivistInnen und SympathisantInnen, 


soeben ist das zweite Antragsheft zum diesjährigen Bundeskongress erschienen, der vom 30. März bis zum 01. April in Berlin stattfinden wird. Alle wichtigen Infos und das Heft zum Download findet ihr auf unserem Webseitenbereich "Bundeskongres 2012" .


Unsere Delegierten treffen sich am Wochenende das nächste und letzte Mal vor dem Buko. Das Treffen wird am 24. März in Halle stattfinden. Auf diesem Treffen diskutieren wir die zahlreichen Anträge der anderen Landesverbände und AntragstellerInnen und formulieren nötigenfalls Änderungsanträge. Des Weiteren besprechen wir unser Vorgehen und unsere Rolle an diesem wichtigen Wochenende. Wenn ihr dabei sein möchtet oder eure Wünsche, Vorschläge und Vorstellungen mitzuteilen habt, dann sagt Robert Bescheid.

26. März 2012
Pressemitteilung von Linksjugend & SDS Magdeburg

Ungleichbehandlung aufgrund der sexuellen Identität

 

Die Linksjugend ['solid] und Die.Linke SDS Magdeburg begrüßen den fraktionsübergreifend eingereichten Antrag des Lesben- und Schwulenverband Deutschlands, den Nichtdiskriminierungsparagraphen in der Landesverfassung Sachsen-Anhalt um die sexuelle Identität eines Menschen zu erweitern.

Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transsexuelle, Transgender und intersexuelle Menschen sind auch heute Diskriminierung und Ressentiments ausgesetzt, die von verkrusteten und eigentlich überholten Moralvorstellungen rühren. Viel zu oft noch können ein Outing oder ein nicht heteronormativer Lebensstil für Ausgrenzung und Abwertung führen, was betroffene Menschen einschüchtern und einengen kann.

Die Erweiterung des Gesetzes der "Gleichheit vor dem Gesetz" (Artikel 7, GVBl. LSA 1992, S. 600) um die sexuelle Identität eines Menschen wäre ein deutliches Zeichen des Landes, sich aktiv gegen Unterscheidung und für Akzeptanz anderer Lebensentwürfe einzusetzen. Die anachronistische Ungleichbehandlung eines Teils der Menschen ist ein fatales und unhaltbares Signal, nach innen wie außen.

Eine Ergänzung von Artikel 7, Absatz 3 der Landesverfassung Sachsen-Anhalts ist dabei kein tagespolitischer Eingriff, vor dem man die Verfassung schützen muss; es ist vielmehr die konsequente Umsetzung des aus den Allgemeinen Menschenrechten resultierenden Gleichbehandlungsgebots und dessen Festschreibung auf Landesebene. Bremen, Berlin und Brandenburg haben bereits die sexuelle Identität durch Aufnahme in ihre Verfassungen als Diskriminierungsmerkmal ausgeschlossen. Das Saarland hat als vorerst letztes Bundesland seine Verfassung am 15. Juni 2011 um die Nichtdiskriminierung der sexuellen Identität erweitert. Sachsen-Anhalt, das Land der Frühaufsteher, hat diese Chance bislang verschlafen. Es ist an der Zeit, richtig und wichtig, Diskriminierungen aufgrund unterschiedlicher Lebensstile jetzt auszuschließen.

Die Landtagsfraktionen haben durch die Einbringung des Antrags des LSVDs die Möglichkeit, ein Zeichen gegen die Diskriminierung von sexuellen Minderheiten zu setzen. Wir hoffen eindringlich, dass der Vorschlag fraktionsübergreifende Zustimmung erfährt und in geltendes Landesrecht überführt wird.

"Die Aufnahme der sexuellen Identität in das Diskriminierungsverbot ist lange schon überfällig", so Florian Link vom Studierendenverband SDS. "Durch die Annahme des Antrags des LSVDs kann die Landesregierung Sachsen-Anhalts zeigen, dass sie selber das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz nicht nur vollends annimmt, sondern sich auch unmittelbar selbst verordnet und dadurch für andere Länder mit gutem Beispiel vorangeht."

25. März 2012
Landesregierung ruiniert das Land

Pressemitteilung zu Haushalt und Diätenerhöhung

Welche Ziele verfolgt die Landesregierung mit den Diskussionen der letzten Monate? Vor nicht langer Zeit ist die Diskussion über eine Verkleinerung des Landesparlamentes losgetreten worden und ohne Beteiligung der Öffentlichkeit verstummt. Nun geht es um eine wiederholte und unverschämte Erhöhung der Abgeordnetendiäten, wenn man die reale „Steigerung“ der Löhne und Gehälter im gleichen Zeitraum betrachtet.

 

Beide Sachverhalte widersprechen der  Demokratie bzw. der guten Sitten, da sie ohne jegliche Beteiligung der Wählerinnen und Wähler stattfinden. Eine Demokratie lebt von einer größtmöglichen Vertretung der Bevölkerung eines Gebietes durch Abgeordnete oder Räte, welche auch öffentlich durch Sprechstunden oder dergleichen von den Bürgerinnen und Bürger ansprechbar sind. Eine Verkleinerung des Landtages würde bedeuten, dass noch mehr Bürgerinnen und Bürger auf einen Abgeordneten kommen und die Wahlkreise in der Fläche noch weiter zunehmen. Damit ist eine bürgernahe Demokratie nicht mehr gegeben bzw. verhöhnt diese. Abgeordnete sollen neben ihrer Tätigkeit auch Bürgerinnen und Bürger beratend oder auch mit Taten unterstützen, was zum jetzigen Zeitpunkt nur noch in den seltensten Fällen gegeben ist.

„Demokratische Partei sollten sich bewusst sein, dass hierdurch keine breite und von der Bevölkerung getragene Meinung mehr, bzw. nur noch schwer zustande kommen wird, da die Meinungen der Menschen noch vielfältiger werden“, so André Röthel von der Linksjugend Sachsen-Anhalt.

 

Mehr als unsittlich kann man nur den unverschämten Vorschlag zur Erhöhung der Diäten nennen. Mit der nun vorgeschlagenen Erhöhung der Abgeordnetengehälter wird das von Mandatsträgern erhoffte Verständnis der Menschen weiter sinken und keinesfalls die Konsolidierung des Haushaltes unterstützen. Zeitgleich lässt das Land die Kommunen am scheinbar reichen Tisch verhungern und treibt sie dazu, freiwillige Aufgaben wie den Bildungsbereich (z.B. Schulsanierung und Betreibung von Musikschulen), Kultur und Jugendclubs als unserer Meinung nach wichtigen Bestandteil der Jugendhilfe zu kürzen bzw. ganz einzustellen.

„Eine sogenannte Große Koalition schafft es auch auf Landesebene, unsozial zu handeln und ihre Bedürfnisse durch die Kürzungen bei ihren Untergebenen zu decken. Dies kommt der Praxis von Sanktion bei Arbeitslosengeld II-Beziehern, bzw. der Steuerungerechtigkeit auf Bundesebene gleichmeint der Landesschatzmeister des parteinahen Jugendverbandes der Partei DIE LINKE.

 

Bereits im letzten Jahr haben Diätenzahlungen für Unverständnis gesorgt, als ein Teil der neugewählten Abgeordneten sich ihre frühere Mandatsannahme haben bezahlen lassen.

Röthel sagt hierzu: „Diese Praxis ist nach den damaligen Berichten zwar rechtlich sauber, zeigt aber die abgehobene Haltung der neuen Fraktionsmitglieder (von unter anderem CDU) sowie die Ferne zur Realität. Im Ganzen ruiniert die Landesregierung und die ihnen zustimmenden Fraktionen damit die moralischen Werte der möglichen zukünftigen Parlamentarier bzw. der Politik und stellt Kommunen somit vor die Konsequenz der früher oder später eintretenden Insolvenz.“

21. März 2012
Internationaler Tag gegen Rassismus

Rassismus bekämpfen!


Anlässlich des Internationalen Tages gegen Rassismus erklären die Parteivorstandsmitglieder der LINKEN Ali Al Dailami und Katina Schubert:

Jedes Jahr begeht die Welt den Jahrestag des Sharpeville-Massakers von 1960, bei dem zur Zeit des Apartheidregimes in Südafrika 69 friedliche Demonstranten von der Polizei niedergeschossen wurden, weil sie gegen rassistische Gesetze protestierten.

Auch in Deutschland ist Rassismus alltäglich und geht von der so genannten Mitte der Gesellschaft aus, deren Stichwortgeber die so genannten Eliten sind. Spätestens die rassistisch motivierte Mordserie der faschistischen Terrorbande NSU, die über ein Jahrzehnt raubend und mordend durch das Land zog, verdeutlicht welche Folgen ein vergiftetes gesellschaftliches Klima haben kann. Rassismus kann tödlich sein!

Wir brauchen eine menschenrechtsorientierte Flüchtlings- und Migrationspolitik. Wer Menschen fundamentale Rechte vorenthält, der will nicht ihre Integration, sondern ihren Ausschluss aus der Gesellschaft, der will den Betroffenen und der Gesellschaft klar machen, dass sie nicht dazugehören und auch nicht gleichberechtigt sind. Die herrschende Politik befördert Rassismus, in dem sie Ungleichheit rechtfertigt.

DIE LINKE fordert eine konsequente Bekämpfung und gesellschaftliche Ächtung von Rassismus. Wir fordern ein Verbot aller rassistischen und faschistischen Parteien und Organisationen und einen Aktionsplan gegen Rassismus, der eine umfassende antirassistische Normenbereinigung einschließt.

DIE LINKE wird sich heute an Aktionen anlässlich des Internationalen Tages gegen Rassismus beteiligen und z.B. vor ihrer Parteizentrale um 5 vor 12 eine eigene Aktion durchführen.

15. März 2012
Verdeckte Parteienfinanzierung
Bildquelle: Michael Staudinger / pixelio.de

Junge Union beschwert sich jämmerlich über das gestrige Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg


(Linksjugend ['solid] Halle) Die gestrige Entscheidung des OVG muss die Junge Union sehr schmerzen. Mit polemischen Angriffen à la „Die Jugendorganisation der SED-Nachfolgepartei DIE LINKE definiert sich selbst als ,Plattform für antikapitalistische Politik‘, die ,in die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse‘ eingreift und fordert die Einführung eines sozialistischen Systems in Deutschland nach dem Vorbild der DDR“ [1] zeigt sie mal wieder, dass sie im Kalten Krieg hängen geblieben ist. Nun ja, Bildung kann da vielleicht noch helfen, groß ist unsere Hoffnung aber nicht. Ach ja, den ersten Teil (bis auf den Unsinn mit der SED-Nachfolgepartei, der die Parteientwicklung durch den Zusammenschluss mit der WASG ignoriert) des „Vorwurfs“ akzeptieren wir natürlich nur zu gern, denn ja, genau so verstehen wir uns, wer nicht in die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse eingreifen will, sollte vielleicht auch keine Politik machen – nur mal so als Anmerkung an die JU. Und der zweite Teil ist natürlich ideologisch verbrämter Schwachsinn, der von Menschen kommt, die älteren MitbürgerInnen keine künstlichen Hüftgelenke mehr gönnen und fern jeder Realität leben. [2]

Dass die Entscheidung des OVG an einem wunden Punkt rühren, kann man verstehen, finanziert sich die JU doch zu mindestens 40% aus Steuergeldern, die sie vom Ministerium bekommen, hier sieht jemand seine Felle wegschwimmen. Natürlich tut es uns für die Jusos und die GJ leid, dass auch sie von dem Urteil betroffen sind, da sie mit uns Solidarität gezeigt haben und ihr Geld wohl eher für politische Bildungsarbeit eingesetzt haben als die JU. Wer Sauftouren für Mitglieder nach Berlin aus öffentlichen Mitteln bezahlt [3], sollte sich nicht hinstellen und davon schwadronieren, dass der „Vorwurf der verdeckten Parteienfinanzierung […] vollkommen unverständlich vor dem Hintergrund [ist], dass sich die Junge Union Deutschlands immer als eigenständige Jugendorganisation definiert hat und nicht nur räumlich, sondern auch organisatorisch von der CDU getrennt arbeitet. [Und dass] Die sachgemäße Verwendung der öffentlichen Gelder für den Zweck der jugendpolitischen Bildungsarbeit […] regelmäßig umfassend nachgewiesen [wird].“ [1] Da ist den Herrschaften wohl entgangen, dass „die Mitwirkung im Entstehungsprozess des neuen Grundsatzprogramms der CDU Deutschland“ [4] – wie es im Rechenschaftsbericht der JU von 2006 heißt – keine bildungspolitische sondern eine parteipolitische Arbeit ist. Ich bastle mir die Realität wie sie mir gefällt.

Nun ja, was man von Leuten halten sollte, die wie vor 200 Jahren durch die Kneipen ziehen um Betrunkene dazu zu bringen für den Militärdienst zu unterschreiben, darüber kann sich jeder selber Gedanken machen. Nur öffentlich gefördert sollte es in keinem Fall werden (das ist jetzt natürlich nur ne Vermutung, aber wir lassen und gern auch nachweisen, dass die Finanzierung durch die Partei geschehen ist, dann werden wir das entsprechend korrigieren und schreiben: CDU fördert alkoholische Anwerbungsversuche der JU ;-)). [5]

Auf jeden Fall werden wir weiter politisch mit der JU streiten um zu zeigen, wie heuchlerisch ihr Verhalten uns gegenüber ist. Wer keinerlei Stellung zu rechtem Gedankengut in der eigenen Partei nimmt [6], sollte sich nicht erdreisten uns als „Extremistische Vereinigung[…]“ [1] zu bezeichnen und zu fordern, dass wir „auch weiterhin von öffentlichen Zuwendungen ausgeschlossen bleiben!“ [1]


Auch werden wir weiterhin dafür streiten in den Bundes-RPJ aufgenommen zu werden, notfalls juristisch, um die Ungleichbehandlung der politischen Jugendorganisationen durch die JU zu beenden. Danke Herr Mißfelder, danke Herr Focke, dass sie uns zeigen, warum dies so wichtig ist. Gern wollen wir euch dabei helfen „antidemokratischen Einfluss auf die junge Generation‘ zu verhindern, wie es in der Satzung [des RPJ] geschrieben steht.“ [1] Wenn wir erst Mitglied sind, wird uns das gewiss gelingen.

[1] www.junge-union.de/content/presse/mitteilungen/1297
[2] www.tagesspiegel.de/politik/keine-hueftgelenke-fuer-die-ganz-alten/436080.html
[3] www.sueddeutsche.de/politik/saufgelage-auf-berlinfahrt-die-junge-skandal-union-1.1014283
[4] www.scharf-links.de/109.0.html
[5] www.youtube.com/watch
[6] www.youtube.com/watch

11. März 2012
Spendenaufruf nach rassistischem Angriff

Deutliche Zeichen der Solidarität mit Opfern rassistischer Gewalt notwendig

Mobile Opferberatung bittet nach rassistischem Angriff auf türkischen Imbiss in Mücheln (Saalekreis) dringend um Spenden


 

Ein halbes Dutzend Rechte haben in den späten Nachmittagsstunden des 25. Februar 2012 in Mücheln (Saalekreis/ Sachsen-Anhalt) einen türkischen Imbissbetreiber und seine Lebensgefährtin vor den Augen ihrer siebenjährigen Tochter angegriffen und in Todesangst versetzt. Nach diesem rassistischen Angriff steht die Kleinfamilie vor den Trümmern ihrer Existenz.

Gegen 17 Uhr betraten sechs Unbekannte, darunter zwei Frauen, das erst vor knapp vier Monaten eröffnete „Grillhaus“. Bevor zwei der Männer den 25-jährigen Imbissbetreiber Yaşar N. (Name geändert) zu Boden warfen und auf ihn eintraten und -schlugen, drohte einer der Angreifer dem Paar: Wenn sie den Laden bis zum 20. April – dem Geburtstag des „Führers“ – nicht zumachten, seien sie „die 12. Person“, die in der Zeitung stünden. Bei dem Versuch, den Angriff zu beenden, wurde auch die kurdische Lebenspartnerin des Imbissbetreibers durch einen Faustschlag an der Schulter verletzt. Währenddessen machten sich die anderen aus der Gruppe lautstark über die Betroffenen lustig.

Erst als die 32-Jährige, die die Angreifer immer wieder anschrie aufzuhören, zur Theke lief und ein Dönermesser in die Hand nahm, ließen die Angreifer von Yaşar N. ab. Erst jetzt gelang es ihm, die 7-Jährige, die bis dahin alles hatte mit ansehen müssen, in einem kleinen Abstellraum in Sicherheit zu bringen. Währenddessen verließen die Angreifer das Lokal und die Betroffene bat eine Kundin, die Polizei zu alarmieren.

Kurz darauf versuchten mehrere Angreifer erneut, in den Verkaufsraum zu gelangen. Unter Aufbietung all ihrer Kräfte gelang es den Betroffenen, die Eingangstür zu verschließen, obwohl die Angreifer immer wieder von außen dagegen gedrückt und getreten und dem 25-Jährigen durch den geöffneten Türspalt Faustschläge versetzt hatten. Dann zerstörten sie die Doppelglasscheibe in der Eingangstür, sodass beide Betroffenen durch Glassplitter verletzt wurden. Das Paar versteckte sich daraufhin in der Küche und rief noch zwei Mal über Notruf die Polizei. Dennoch dauerte es geraume Zeit, bis schließlich ein Streifenwagen vor Ort eintraf. In der Zwischenzeit hatten sich immer mehr Symphatisant_innen der Angreifer_innen vor dem Geschäft versammelt und verhöhnten die Betroffenen.

Yaşar N. hatte vor dem Angriff gehofft , durch den Imbissbetrieb langfristig seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Doch nun ist seine Zukunft völlig ungewiss. Seit dem Angriff fühlen sich der Imbissbetreiber und seine Freundin im „Grillhaus“ nicht mehr sicher und fürchten angesichts der unmissverständlichen Drohung mit einer NSU-Nachahmertat um ihr Leben. Am Tag nach dem Angriff, als Yaşar N. einige Sachen aus seinem Imbiss holen wollte, waren mehrere Autos, in denen der Betroffene auch zwei der Angreifer wiedererkannte, mehrfach mit aufheulendem Motor an dem Geschäft vorbeigefahren. Zudem fand das Paar mehrere Aufkleber mit rechten Parolen am und in der unmittelbaren Umgebung des Imbiss vor.

Trotz seiner massiven Ängste war der Betroffene aufgrund finanzieller Nöte gezwungen, den Imbiss nach einwöchiger Pause wieder zu öffnen. Ein Teil der zuletzt für 680 Euro auf Kommission gekauften Lebensmittel konnte allerdings nicht mehr verarbeitet und verkauft werden. Viel schwerer aber wiegt, dass seit dem Angriff, der sich wie ein Lauffeuer in Mücheln herumgesprochen hat, die Kundschaft weitestgehend ausbleibt. Wovon der 25-Jährige die laufenden Kosten für Miete, Strom, Abwasser und Versicherung in Höhe von 1100 Euro monatlich begleichen soll, ist ungewiss. Auch die kaputten Scheibe im Wert von ca. 150 Euro, die nicht von der Versicherung abgedeckt ist, kann er momentan nicht ersetzen. Denn Yaşar N. verfügt über keinerlei finanzielle Rücklagen. Im Gegenteil: Für die nötige Renovierung und Ausstattung des erst Anfang November 2011 eröffneten Imbiss hat er sich um etliche tausend Euro verschuldet.

Eines steht für den 25-Jährigen allerdings unumstößlich fest: Auf Dauer wird er nicht in Mücheln bleiben. Zwar hat die Polizei mittlerweile umfängliche Maßnahmen zum Schutz des Imbiss getroffen. Doch die Angst vor einem erneuten Angriff bleibt, egal ob in Mücheln oder anderswo. Eine Perspektive als Imbissbetreiber ist für ihn momentan nicht vorstellbar. Sollte Yaşar N. zudem keinen Nachmieter für den Imbiss finden, der auch die neugekaufte Einrichtung übernimmt, steht er vor dem finanziellen Ruin.

Die Mobile Opferberatung bittet daher um Spenden für den entstandenen finanziellen Schaden: als deutliches Zeichen der praktischen Solidarität mit der betroffenen Familie und als klares Signal an die Täter_innen, dass rassistische Gewalt und die Verherrlichung der NSU-Morde nicht geduldet werden.

Spendenkonto:
Kontoinhaber: Miteinander e.V.
Konto-Nr.: 53 53 53
Bankleitzahl: 810 205 00
Verwendungszweck: Angriff Mücheln


Da Miteinander e.V. – der Träger der Mobilen Opferberatung – als gemeinnützig anerkannt ist, ist Ihre Spende steuerlich absetzbar. Auf Wunsch wird Ihnen gern eine Spendenbescheinigung übersandt. Gehen mehr Spenden ein, als zur Bewältigung der Angriffsfolgen benötigt werden, werden sie dem Opferfonds für Betroffene fremdenfeindlicher und rechtsextremer Gewalt in Sachsen-Anhalt bei Miteinander e.V. zur Verfügung gestellt, um weitere Betroffene von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt unbürokratisch finanziell zu unterstützen (mehr dazu unter Opferfonds).


MZ-Artikel: http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1330408989110

 

12. Februar 2012
Letzte Infos für den 13. Februar!

Block Dresden - auch am 13. Februar!

 

morgen fahren wir nach Dresden, um Nazifackeln auszublasen und friedlich und entschlossen den komischen geschichtsrevisionistischen Heulaufmarsch zu blockieren. Die Zeiten des Wochenendgroßaufmarsches scheinen vorbei. Das ist allein den BlockadeaktivistInnen in den letzten beiden Jahren zu verdanken. Wir haben es geschafft, die Aufmärsche, in der Spitze zählten sie immerhin bis zu 8000 Nazis, zu verhindern. Dies führte, wie sich nun möglicherweise abzeichnet, zu einer schwachen Mobilisierung der FaschistInnen zum Aufmarschwochenende. 

 

Ein Datum allerdings bleibt: der 13. Februar, das Datum der Bombardierung Dresdens. An diesem Tag werden bis zu 2000 Nazis erwartet. Dresden Nazifrei rechnet mit bis zu 10.000 GegendemonstrantInnen. Wir werden morgen am Mahngang "Täterspuren" teilnehmen - nicht nur Fackeln tragende Nazis sind ein Problem, sondern auch der eigenartige Opfermythos in dieser Stadt.

 

Die wichtigsten Infos zusammen gefasst:

ACTA? Vergiss es!

Am vergangenen Samstag, den 11. Februar, versammelten sich mehr als 500 Menschen in der Magdeburger Innenstadt, um gegen das ACTA-Abkommen zu demonstrieren. Den Großteil des Demonstrationszuges bildeten insbesondere junge Menschen, SchülerInnen und StudentInnen. Zeitgleich fanden weitere Großdemonstrationen in mehreren deutschen Städten statt.  

Die Versammlung verlief ohne Zwischenfälle. Sprechchöre machten deutlich: "Alle wollen dasselbe, ACTA in die Elbe". Die Demonstration wurde spontan vor nicht einmal einer Woche von einigen jungen AktivistInnen organisiert, die sich über soziale Netzwerke wie Facebook vernetzten.

"Trotz des gestrigen Manövers der Bundesregierung, den angekündigten Protesten den Wind aus den Segeln zu nehmen, machten die Menschen heute in Magdeburg und weltweit deutlich, dass ACTA antidemokratisch und ungewollt ist. Vor allem die jüngere Generation scheint dieses Thema sehr zu bewegen. Der heutige Tag hat gezeigt, dass sich Jugendliche durchaus für Freiheit und Demokratie engagieren - auch wenn es kalt ist" so Robert Fietzke (Linksjugend ['solid]), einer der MitveranstalterInnen.

Stoppt ACTA!

wir haben eine Demo angemeldet und rufen dazu auf, am Samstag nach Magdeburg zu kommen, um gegen das ACTA-Abkommen zu protestieren!


Anti-ACTA-Demonstration

11. Februar, Samstag

15 Uhr Hauptbahnhof Magdeburg


>>> bereits über 800 Zusagen bei Facebook! <<<

 

Aufruf der "Berliner Initiative gegen das ACTA-Abkommen"

Gemeinsam können wir ACTA stoppen. ACTA geht uns alle an.

Das freie Internet steht einer großen Bedrohung gegenüber: ACTA. [weiterlesen]

3. Februar 2012
Inserat

Wir wollen V-Leute werden!

Liebes Landesamt für Verfassungsschutz,

schon lange haben wir überlegt, wie wir euch helfen können, denn ihr habt es nun mal wirklich schwer. Erst wird euch die Mitverantwortung für so ein paar läppische Morde in die Schuhe geschoben und nun werdet ihr auch noch kritisiert, weil ihr offensichtliche Verfassungsfeinde – die böse linksextreme LINKE eben – “beobachtet“.

Die Vorwürfe sind dabei vollkommen überzogen und auch blödsinnig. Ihr habt schon immer gewusst, wo der Feind steht. Links und Rechts und Religion (die mit den langen Bärten, nicht die mit dem Kardinalsroben). Dass seit Jahrzehnten eine jede wissenschaftliche Studie belegt, dass Antisemitismus, Rassismus, Homophobie, usw. aus der Mitte der Gesellschaft kommen – geschenkt! Die sind doch eh politisch indoktriniert und fehlgeleitet.
Nein, wir können euer Elend wirklich nicht mehr länger mitansehen. Und dann kam uns die Idee!

Wir wollen V-Leute werden!

Denn wenn wir für Euch arbeiten, habt ihr es viel leichter, mit uns Katz und Maus zu spielen. Morgens trinken wir V-Kaffee und Abends eine V-Plus Bier. In der Zeit dazwischen verstecken wir uns vor Euch, lassen Euch falsche Informationen für teures Geld zukommen und am Ende des langen Tages gehen wir glücklich nach Hause im Wissen [...] [weiterlesen]

1. Februar 2012
Freiheit des World Wide Web in Gefahr - oder WTF ist eigentlich ACTA?

Freiheit des World Wide Web in Gefahr ? oder WTF ist eigentlich ACTA?

(tk) Nachdem wir euch schon letzte Woche über die freiheitsbeschneidenden Tendenzen US-amerikanischer Gesetze informiert haben, ist die Welle nun tatsächlich auch in Deutschland angekommen.

Das Zauberwort ist ACTA.

ACTA steht für Anti-Counterfeiting Trade Agreement. Es soll weltweit gelten, und verfolgt die gleichen Ziele wie SOPA und PIPA. Die teilnehmenden Nationen bzw. Staatenbünde geben an, damit den Kampf gegen Produktpiraterie verbessern zu wollen. Das angeblich wachsende Problem der Fälschungen und der Piraterie soll mit dem Abkommen besser bekämpft werden können. Die geheimen Verhandlungen laufen seit 2008 und sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Die teilnehmenden Parteien sind die Schweiz, die USA, die EU, Kanada, Japan, Korea, Singapur, Australien, Neuseeland, Mexiko, Jordanien, Marokko und die Vereinigten Arabischen Emirate.

(Quelle: http://www.stopp-acta.info/deutsch/index.html)

Dennoch ist das ganze Prozedere um dieses „Anti-Piraterie-Abkommen“ höchst umstritten. Sämtliche Verhandlungsrunden fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit und Mitgliedern der europäischen Parlamente statt; Vertretern der IPR (Intellectual Property Rights), also Industrie- und Konzernlobbyisten unter der Weisung bezahlter Berater, wurden die Vertragsinhalte jedoch vorgelegt. Dieses Vorgehen ist nicht mit demokratischen Standards vereinbar und führt zur Korruption der globalen Gesellschaft.

(Quelle: http://www.stopp-acta.info/deutsch/fakten/acta+im+detail/acta+im+detail.html)

Es droht die Gefahr, dass uns als Bürger*in ein Gesetz übergestülpt wird, über das wir nicht ausreichend informiert wurden und welches unsere Freiheiten extrem beschneiden kann.

Ähnliche Bedenken äußert auch der Berichterstatter im federführenden Handelsausschuss des Europaparlaments, Kader Arif, der unter scharfem Protest zurückgetreten ist.  "Ich nehme nicht weiter an dieser Maskerade teil", ließ er die Öffentlichkeit in einer Mitteilung wissen. "Keine Einbindung der Zivilgesellschaft, fehlende Transparenz seit Beginn der Verhandlungen, die Unterschrift wurde ohne weitere Erklärung geleistet, die mehrfach geäußerten Bedenken des Europaparlamentes wurden einfach weggewischt", begründete der Abgeordnete der französischen Sozialisten seinen Schritt.

Der beschleunigte Zeitplan habe dafür gesorgt, dass er seinen Aufgaben als Berichterstatter nicht habe nachkommen können. Während die Kommission immer wieder betont, dass ACTA keinen Einfluss auf europäisches Recht habe, warnt Arif: "Dieses Abkommen kann massive Konsequenzen für das Leben der Bürger haben." (mit Material der dpa) / (mho)

(Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Europaeische-Union-unterzeichnet-ACTA-1422621.html)

Viele Internetnutzer sahen die Reformen als Eingriff in die Privatsphäre und ihre Grundrechte. Die Organisation Reporter ohne Grenzen sprach von einer „Verhinderung der demokratischen Debatte“. Es wurde und wird befürchtet, dass das internationale Handelsabkommen einen Ausgangspunkt für die weltweite Durchsetzung von Internetsperren bedeuten könnte. Aus Gründen der Effizienz und Effektivität wird der Vertrag nicht transparent in der World Intellectual Property Organization (WIPO) verhandelt, obwohl diese als demokratischer Körper für die behandelten Themen gegründet worden war. Jan Philipp Albrecht, MdEP der GRÜNEN forderte, "bei den ACTA-Verhandlungen sicherzustellen, dass es keinerlei Überschreitung des geltenden EU-Rechts gibt und der Regelungsgehalt von ACTA auf die alleinige Bekämpfung der Produktpiraterie beschränkt wird. Damit müsste insbesondere das umstrittene Internetkapitel beerdigt werden."

Nach Abs. 5 des Bundesverfassungsgerichtsurteils bzgl. der Vorratsdatenspeicherung, welche für die Überprüfung durch die Internetdienstanbieter benötigt würde, ist in der BRD eine schwere Straftat erforderlich, um rechtsgemäß (wenn denn ein verfassungsgemäßes Gesetz existiert) den kompletten Inhalt einer Kommunikation abzuhören.

Nach § 100a StPO ist in Deutschland die Überwachung des Fernmeldeverkehrs nur im Falle einer in diesem Paragraphen aufgelisteten "schweren Straftat" (z.B. Hochverrat und Gefährdung der demokratischen Ordnung) gesetzmäßig.

( Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Counterfeiting_Trade_Agreement#Kritik)

Im Zuge der Proteste griffen Hacker am Donnerstag verstärkt die Homepage des Europäischen Parlaments angegriffen und lahm gelegt.

"Wir haben 300.000 Zugriffe pro Sekunde gezählt", sagte ein Parlamentssprecher in Brüssel. Die Internet-Präsenz war am Vormittag blockiert worden und erst am späten Nachmittag wieder erreichbar. Wer hinter der Cyber-Attacke steckt, war nach Angaben des Sprechers zunächst unklar.

(Quelle: http://diepresse.com/home/techscience/internet/727290/ACTA_WebsiteBlockaden-nach-Unterzeichnung)

Die zuständige deutsche Ministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger betonte auf Anfrage, dass Acta nicht zu Änderungen im europäischen oder deutschen Recht führe. "Der Vertrag sieht weder eine Verschärfung der Haftung für Internet Service Provider vor, noch berührt er die deutschen oder europäischen Datenschutzregelungen." Einen völkerrechtlichen Vertrag, der Netzsperren vorsieht, hätte die Bundesregierung nicht akzeptiert. "Im Koalitionsvertrag haben wir festgelegt, dass keine Initiativen für gesetzliche Internetsperren ergriffen werden", so Leutheusser-Schnarrenberger.

Deutschland hat nur aus formalen Gründen am Donnerstag das Acta-Abkommen nicht unterzeichnet. Damit ein internationales Abkommen unterschrieben werden kann, sind bestimmte Verfahren einzuhalten. Offenbar war die Zeit dafür einfach zu knapp, die Unterschrift ist nur noch eine Frage der Zeit. Die Bundesregierung hat die Unterzeichnung bereits am 30. November beschlossen. Der Bundestag sei informiert worden und habe keine Bedenken erhoben, heißt es aus dem Justizministerium.

In Kraft tritt das Abkommen auch in Deutschland erst nach der Ratifizierung, für die der Bundestag ein Gesetz beschließen muss. Dies soll offenbar noch dieses Jahr geschehen.

(Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,811549,00.html)

Resümee: Mir persönlich gefallen diese Tendenzen ganz und gar nicht. Freiheit stirbt mit Sicherheit. Eine undemokratische, wirtschaftsgestützte Gesetzesentwicklung ist de facto ein Diktat des Kapitals. Mittels ACTA kann der Staat oder besser die Wirtschaft Einfluss auf meinungsbildende Medien nehmen, wir haben sowieso kaum wirklichen investigativen Journalismus, aber als denkende Menschen sind wir ja auch nicht von Interesse, sondern nur als „dumme“ Konsumenten. Zeit dem entgegenzuwirken.

 

27. Januar 2012
Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
Bildquelle: Andreas Zöllick / pixelio.de
27. Januar 2012
Wahlversprechen Ganztagsanspruch
Bildquelle: Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Warum Wahlversprechen offensichtlich kein Verfallsdatum haben

Rückkehr zum Ganztagsanspruch auf Kita-Betreuung für alle Kinder nun doch nicht 2013


(et) Wie in den vergangenen Tagen der Mitteldeutschen Zeitung zu entnehmen war, ist DAS sozialpolitische Vorzeigeprojekt  der SPD gescheitert, denn wie Sozialminister Norbert Bischoff (SPD) dem Mitteldeutschen Rundfunkt gegenüber äußerte, sei die Rückkehr zum ganztägigen Betreuungsanspruch für alle Kinder – unabhängig davon, ob kein, ein oder beide Elternteil(e) berufstätig sind – finanziell nicht zu realisieren. Ein herber Schlag für das Image der SPD, viel härter aber für die Kinder und ihre Erziehungsberechtigten.


Momentan haben Kinder, deren Eltern beide erwerbstätig sind ein Anrecht auf 10 Stunden Betreuung in einer Kindertagesstätte; im Unterschied dazu besteht für Kinder von Arbeitslosen nur ein Anrecht auf fünf Stunden. Welche Auswirkungen diese Unterscheidung auf Sozialkompetenzen und die kognitive sowie emotionale Entwicklung der Kinder haben kann, liegt auf der Hand. Ganz zu schweigen davon, dass eine solch frühe Manifestierung und Reproduktion sozialer Ungleichheiten aufgrund der ungerechten Verteilung von Bildungschancen die soziale Schere bereits vor dem Übergang in die Schule beunruhigend weit auseinanderklaffen lässt!


Für dieses herbe Abweichen vom im Wahlkampf versprochenen Kurs wurde die SPD auch scharf von Wulff Gallert (DIE LINKE) und Claudia Dalbert (Die Grünen) kritisiert, da die von Bischoff vorgeschlagene gestufte Einführung bei der letzten Haushaltsdebatte nicht angesprochen wurde.


Besonders entrüstet über Bischoffs Äußerung schienen die eigenen Parteigenossen, forderst Finanzminister Jens Bullerjahn, der selbst überrascht schien und „aus dem Landtag in die Nord LB [stürzte]“ und „Bischoff nach Angaben von Beobachtern heftig [attackierte].“ (MZ, 20.01.12; HENDRIK KRANERT-RYDZY)


Doch noch einmal zurück zu den Hintergründen: 2003 wurde der bis dahin in Sachsen-Anhalt geltende Ganztagsanspruch für alle Kinder von der CDU/FDP-Koalition abgeschafft, mit den Stimmen der SPD (damals in der Opposition). 2005 scheiterte ein Volksentscheid, der diese Abschaffung rückgängig machen sollte, doch im Koalitionsvertrag von CDU und SPD wurde im April 2011 die Rückkehr zum ganztägigen Betreuungsanspruch unabhängig vom Elternhaus per Gesetz bis 2013 festgehalten. Einen entsprechenden Gesetzesentwurf sollte Bischoff vorlegen – offensichtlich erfolglos. Doch gilt es hier zu hinterfragen, warum Bischoff eine direkte Umsetzung ab 2013 für nicht möglich hält: Die Kalkulationen ergeben, dass für die Realisierung 2017 56 Millionen Euro benötigt würden, aber CDU und Bullerjahn wollen auch nach langer Diskussion mit Bischoff nicht mehr als 30 Millionen zur Verfügung stellen. Die Unterstützung für die ihm angetraute Aufgabe scheint ihm auch aus der eigenen Fraktion nicht gegeben zu sein und da stellt sich doch die Frage, ob hier nicht ein Sündenbock am Inkompetenz-Pranger stehen muss, um über die allgemeine Prioritätenschieflage in der Haushaltsplanung der Regierungskoalition hinwegzutäuschen.


Vgl. u.a. MZ Online-Artikel unter

http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1326700675645&calledPageId=987490165154

http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1326700675641&calledPageId=987490165154

http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1326700673182&calledPageId=987490165154

23. Januar 2012
SOPA und PIPA
berlin-pics / pixelio.de

US-Konzerne wollen Internet zensieren

(tk) Wer am Mittwoch englischsprachige Internetseiten besuchen wollte, wurde teils mit einem schwarzen Bildschirm begrüßt. Seiten wie Wikipedia oder Reddit waren im Zuge des Protests komplett offline gegangen.  Was war passiert?

Zuerst die gute Nachricht für euch: Es lag nicht an euch, eurem Rechner oder eurem Internet-Anbieter.

Es geht um SOPA und PIPA (Stop Online Piracy Act und Protect IP Act), beides zurzeit höchst umstrittene Gesetzesvorschläge in den USA, gegen die protestiert wurde. Der Sinn hinter ihnen ist der Schutz der Urheberrechte, doch die Gesetzesentwürfe gehen noch weiter und sehen sogar Netzsperren (Zensur) vor (süddeutsche Zeitung).

Das heißt, dass nicht nur illegale Downloadportale plötzlich dicht sein könnten, sondern ebenso Inhalte von Wikipedia oder gar ganze Seiten, die problematischen Inhalt haben. Betrachten wir es aus dem Blickwinkel, dass menschengefährdende Inhalte gesperrt werden, scheint es nachvollziehbar, aber sollte jemand auf die Idee kommen, z.B. unsere Jugendverbandsseite sei zu kritisch, könnte auch diese abgeschaltet werden. Somit ist dieser noch nicht bestätigte Gesetzeserlass ein ganz heißes Eisen. Auch wenn der Entwurf für die USA zählt, so haben auch viele andere Länder ähnliche Ansätze: Spanien, Großbritannien, Frankreich, Neuseeland (Wikipedia). Und wenn erst einmal die USA sowas hat, können wir uns an drei Fingern abzählen, wie schnell wir das auch hier haben. 

Aktuell haben sich US-amerikanische Behörden ziemlich aus dem Fenster gelehnt, und den Filehosting-Dienstleister Megaupload abgeschaltet und dessen Geschäftsführung festgenommen. Als Begründung nannten die Behörden angebliche umfangreiche Urheberrechtsverstöße. Diese Behauptung erweist sich bei näherer Betrachtung jedoch als höchst fragwürdig.

Megaupload betrieb Server, mit deren Hilfe Menschen Dateien austauschen konnten. Dabei hielt sich der Dienst nach eigenen Angaben strikt an die Regelungen des einschlägigen US-Gesetzes DMCA (Digital Millenium Copyright Act). Das Gesetz schreibt vor, dass ein Infrastrukturbetreiber wie Megaupload auf Hinweis eines Rechteinhabers beanstandete Dateien aus dem Netz nehmen muss.

»Rechtlich gesehen bieten Filehoster etwa die gleiche Dienstleistung wie ein Lagerhallenbetreiber an - es wäre absurd, diesen für das Verhalten seiner Kundschaft verantwortlich zu machen.[…] Dass sie mit einer ähnlichen Dienstleistung Geld verdienen wollen und sich dabei an die Gesetze halten, kann man ihnen wohl kaum zum Vorwurf machen. Wird demnächst auch der Vorstand von Google verhaftet, weil auch auf YouTube Nutzer urheberrechtlich geschützte Medien hochladen? Die US-Behörden wollen uns hier offenbar einen Vorgeschmack auf die neuen Zensur-Gesetze SOPA und PIPA geben.«

(Quelle: Andreas Popp, Urheberrechtsexperte der Piratenpartei, PM der Piratenpartei)

Es passt nicht ganz zum Thema, aber wir sollten uns auch mal bei unserer Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (ungeachtet ihrer Parteizugehörigkeit) bedanken, denn sie hält uns nach wie vor die Vorratsdatenspeicherung vom Hals.

In dem Sinne Leute, immer wachsam und kritisch bleiben.

9. Januar 2012
Gedenkdemo an den Tod Oury Jallohs

Polizeiliches Handeln bei Gedenkdemonstration zum Tod Oury Jallohs lückenlos aufklären


Zu den Vorgängen bei der Gedenkdemonstration anlässlich des Todes von Oury Jalloh in Dessau-Roßlau erklärt die innenpolitische Sprecherin der Fraktion Gudrun Tiedge:

„Medienberichte und weitere Berichte von Teilnehmerinnen und Teilnehmern (siehe u.a. hier) an der Gedenkdemonstration anlässlich des Todes von Oury Jalloh in Dessau-Roßlau werfen Fragen auf, die dringend der Klärung bedürfen.

Im Zentrum steht dabei die Frage der Angemessenheit des Polizeieinsatzes. Die genannten Berichte lassen starke Zweifel daran aufkommen, ob hier die Verhältnismäßigkeit des Einsatzes polizeilicher Mittel gegeben war.

DIE LINKE erwartet zu diesen Fragen umfassende Aufklärung und fordert die Landesregierung auf, in der bevorstehenden Sitzung des Innenausschusses des Landtages am 12. Januar 2012 umfassend zu informieren und gegebenenfalls auch Aussagen zu notwendigen Konsequenzen aus dem Verlauf des Polizeieinsatzes darzulegen.“

19. Dezember 2011
Linksjugend ['solid] Burgendlandkreis gegründet

Gründung der Linksjugend ['solid] Burgendlandkreis

Gestern am 18.12.2011 um 15 Uhr versammelten sich Mitglieder der Linksjugend ['solid], der Partei DIE LINKE. und SympathisantInnen zur offiziellen Gründungsveranstaltung des Kreisverbandes Linksjugend ['solid] Burgenlandkreis.

Schriftlich Beurkundet wurde die Gründung von den Mitgliedern der Linksjugend ['solid] Jan W., Maria H., Georg T., Daniel H. und Clemens B., sowie den Gästen Tobias K. vom LSpR der Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt, Sandro K. und Julian K.

Wir wünschen den AktivistInnen alles Gute und viel Erfolg für die ersten Vorhaben! Weitere Infos für Interessierte gibt auf der Webseite des Kreisverbandes. Erreichen könnt ihr die Linksjugend ['solid] Burgenlandkreis per Mail. Vernetzt euch :)! 

11. Dezember 2011
Viele Demos am internationalen Tag der Menschenrechte

 

Gegen rechten Terror und Rassismus, für Menschenrechte!

Etwa 800-1000 Leute demonstrierten am internationalen Tag der Menschenrechte, dem 10. Dezember 2011, in Berlin gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und rassistische Polizeigewalt.  Aufgerufen hatte der Migrationsrat Berlin-Brandenburg zusammen mit etlichen Bündispartner_innen. Einige Aktivisten der Linksjugend ['solid] sowie des SDS Magdeburg nahmen ebenfalls an der Demo teil.

Zeitgleich kam es in vielen anderen deutschen Städten zu ähnlichen Demonstrationen, etwa in Greifswald, wo bis zu 800 Antifaschist_innen gegen Nazigewalt und Faschismus auf die Straße gingen, oder in Kassel, wo 3500 Menschen eine Menschenkette bildeten.

6. Dezember 2011
Protest gegen Afghanistan-Konferenz

Bundeswehr raus aus Afghanistan1 – (Neo)Imperialistische Kriege beenden!

(ag) Etwa 4000 Menschen waren am Wochenende aus allen Teilen der Bundesrepublik nach Bonn gereist, um ihrer Ablehnung des Krieges in Afghanistan Ausdruck zu verleihen und gegen die Afghanistan-Konferenz zu protestieren.

Mit dabei waren auch AktivistInnen des BAK AuF und der Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt.

 

Am gestrigen Montag ist in Bonn die 10. Afghanistan-Konferenz gestartet, bei der die in Afghanistan kriegführenden Staaten über ihr weiteres Vorgehen im Land beraten und ihre angeblichen „Erfolge“ feiern wollen.

Dass diese Konferenz eine reine Farce ist und die katastrophale Lage der Mehrheit der Afghaninnen und Afghanen völlig ignoriert, machten die FriedensaktivistInnen aus den verschiedensten Organisationen am vergangenen Wochenende deutlich.

Am Samstagmittag starteten zunächst die Aktionen des „Protestbündnis gegen Petersberg II“, die seit Monaten auch unter reger Beteiligung von GenossInnen von DIE LINKE.SDS und der Linksjugend [’solid] vorbereitet worden sind. Bei der Auftaktkundgebung auf dem Bonner Kaisersplatz sprachen unter anderem Monty Schädel, Geschäftsführer der DFG-VK und die afghanische Politikerin Malalai Joya, bevor sich dann der Protestzug durch die Bonner Innenstadt in Bewegung setzte. Rufe wie „Bundeswehr raus aus Afghanistan!“ und die zahlreichen Transparente der Demo-TeilnehmerInnen sorgten für viel Aufmerksamkeit und nicht wenige Passanten reihten sich spontan in die Demonstration ein, um gegen die Kriegskonferenz in ihrer Stadt zu protestieren.

Unterwegs brachten sich auch immer wieder GenossInnen der Linksjugend [’solid] und des SDS mit Redebeiträgen, z.B. zu den Themen Bundeswehr an Schulen und Rüstungsforschung bei den Kundgebungen ein.

Bis auf einen kurzen Zwischenfall, bei dem das Büro der Hochtief AG (dieses Unternehmen profitiert maßgeblich vom Krieg in Afghanistan, da es quasi als Staatsbauunternehmen den Wiederaufbau im Land für seine Gewinne nutzen kann) mit Farbbeuteln beworfen wurde, verlief die Demonstration wie geplant und fand mit einer Kundgebung, in der unter anderem Wolfgang Uellenberg (ver.di) und Gregor Gysi redeten, ihren Abschluss.

Am Abend fand dann noch eine von der LINKEN organisierte Podiumsdiskussion mit Gesine Lötzsch und AktivistInnen der Occupy-Bewegung aus den USA und Griechenland statt.

Für den Sonntag hatte das Bündnis zu einer Internationalen Konferenz unter dem Titel „Für ein selbstbestimmtes Afghanistan“ eingeladen, an der etwas 450 Interessierte teilnahmen.

In hochkarätig besetzten Podiumsdiskussionen und Workshops diskutierten die Anwesenden, über die aktuelle Situation in Afghanistan und tauschten sich über Alternativen abseits der imperialistischen Politik der Regierenden aus.

Übereinstimmend wurde die Bedeutung der Vernetzung der internationalen Friedensbewegung betont und die Solidarität der FriedensaktivistInnen untereinander hervorgehoben.

Hoch die internationale Solidarität – Nie wieder Krieg!

 

3. Dezember 2011
Auf zur Afghanistan-Konferenz!

Mitfahrgelegenheit gesucht? Reisekostenübernahme? Meldet euch bei uns!

Aufruf: Widerstand und Protest gegen "Petersberg II" - Dem Frieden eine Chance, Truppen raus aus Afghanistan!


>>> http://www.afghanistanprotest.de/ <<<


Auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 reagierten die USA sowie die NATO mit dem Krieg in Afghanistan. Im Dezember vor zehn Jahren wurde auf der Petersberger Konferenz bei Bonn eine provisorische Regierung für Afghanistan unter Präsident Karzai eingesetzt - wenige Tage später beschloss der UN-Sicherheitsrat den ISAF-Einsatz. Nun lädt die Bundesregierung für den 5. Dezember 2011 erneut auf den Petersberg ein. Die kriegführenden Staaten werden hier zusammenkommen, um über die Zukunft Afghanistans zu beraten. Delegierte aus 90 Ländern sowie NGO's sollen vorgeblich über "Friedensperspektiven" diskutieren - doch die Realität sieht anders aus:


Seit einem Jahrzehnt führt die NATO in Afghanistan unter dem Vorwand der "humanitären Intervention" und des "Krieges gegen den Terror" einen Krieg für wirtschaftliche und machtpolitische Interessen. Die Bilanz: Jahr für Jahr steigende Opferzahlen, insbesondere unter der Zivilbevölkerung, zerstörte Infrastruktur, massive Unterernährung, unbehandelte Krankheiten, sinkende Lebenserwartung, wachsende Gewalt gegen Frauen. Trotz alledem werden Menschen, die vor Krieg, Zerstörung und Not flüchten, mit Militär und Polizeieinheiten wie z.B. FRONTEX, mit Gewalt von Europa ferngehalten.


Die Bundeswehr beteiligt sich an diesem Krieg und trägt Schuld an Kriegsverbrechen, wie z.B. dem Massaker bei Kunduz. Der jährlichen Verlängerung des parlamentarischen Mandates steht die mehrheitlich ablehnende Haltung der Bevölkerung entgegen: Es mangelt der Bundeswehr nicht nur an SoldatInnen, sondern auch an breiter Akzeptanz dafür, Krieg als Mittel der Politik zu führen. Mit dem Ziel dieses zu ändern, wird die Gesellschaft auf allen Ebenen zunehmend militarisiert. Die Reform der Bundeswehr bedeutet, dass die Bundeswehr an Schulen Rekruten wirbt, im Innern zum Einsatz kommt und zur Interventionsarmee umgestaltet wird.


Nun kündigt die Bundesregierung an, bei der zweiten Afghanistan-Konferenz auf dem Bonner Petersberg über "politische Lösungen" und "Truppenabzug" diskutieren zu wollen - eine reine Farce. De Facto sollen in Zukunft vermehrt afghanische Militärs und Polizisten ausgebildet werden, um stellvertretend für die NATO den Krieg fortzusetzen, den Großteil der Opfer zu stellen und, weiterhin von der NATO kontrolliert, selbst für "Sicherheit" zu sorgen. Gleichzeitig will die NATO als "Krisenmanagement" die Zivil-Militärische Zusammenarbeit (ZMZ) forcieren - die enge Integration politischer, militärischer, wirtschaftlicher, humanitärer und polizeilicher Instrumente. Was früher zivil war, wird heute militärischen Zielen untergeordnet. So wird z.B. auch "Entwicklungshilfe" zum Bestandteil der NATO-Strategie.


Wir lassen uns nicht täuschen: Was wie eine "Friedensperspektive" klingt, soll der Fortsetzung internationaler militärischer Interventions- und Besatzungspolitik dienen. Krieg bedeutet immer: Tod, Folter, Vergewaltigungen, Menschenrechtsverletzungen - so aktuell auch in Libyen.


Die Regierungen der Kriegsallianz wollen den Krieg in Afghanistan weiterführen und beraten nun über das Wie - die Antikriegs- und Friedensbewegung will den Krieg beenden! Wir fordern die umgehende Einstellung aller Kampfhandlungen und den umfassenden Abzug der Truppen aus Afghanistan! Die frei werdenden Gelder (im Jahr 2011 sind allein im Bundeshaushalt rund 1,1 Milliarde Euro für den Krieg vorgesehen) müssen ab sofort für den Wiederaufbau und die Verbesserung der Lebensbedingungen der afghanischen Bevölkerung nach deren Bedürfnissen eingesetzt werden! Nur so kann in Afghanistan ein Frieden entstehen, der seinen Namen auch verdient.


Die Antikriegs- und Friedensbewegung ruft zu gemeinsamen und vielfältigen Aktivitäten in Bonn auf. Vom 3. bis zum 5. Dezember 2011 wollen wir mit einer bundesweiten Demonstration und auf einer internationalen Konferenz Zeichen gegen die menschenfeindliche Politik des Krieges setzen. Stellt Euch quer und beteiligt Euch an Aktionen Zivilen Ungehorsams!


Die Aufstände im arabischen Raum und die wiedererstarkte Anti-Atom Bewegung hierzulande lassen uns optimistisch sein, dass soziale Bewegung die Welt verändern und auch wir gemeinsam ein kraftvolles Zeichen gegen den Krieg setzen können!


Kommt nach Bonn!

22. November 2011
Naziangriff auf Konzert in Sangerhausen

 

Nazi-Überfall auf Benefiz-Konzert für Kinder

Sangerhausen

Bei einem Jugendkonzert am Samstag, den 19.11.11, bei dem hauptsächlich Rock, Metalcore und Hardcore gespielt wurde, kam es gegen 0 Uhr zu einem Angriff von ca. 15-20 Nazis auf Konzertteilnehmer. Es kam zu vielen leichteren Verletzungen wie Platzwunden oder Prellungen und einer Bisswunde (die auch von Nazis bei einer Konzertbesucherin zugfügt wurde). Auch die Security wurde verletzt und musste zur Untersuchung ins Krankenhaus. Die Nazis waren bewaffnet mit Totschlägern und Schlagringen. Auch das viel zu späte Eintreffen der Polizei, mit 3 (!) Beamten, konnte die Situation nicht beruhigen. Erst um ca. 0:30 kam Verstärkung. Beim Eintreffen dieser flüchteten die meisten der Nazis. Doch die dann 12 Beamten waren wohl nicht in der Lage, die verbliebenen 3 Nazis festzunehmen oder wenigstens ihre Personalien aufzunehmen. Sie konzentrierten sich lieber darauf, Konzertbesucher_innen auf Waffen zu kontrollieren und ihre Personalien aufzunehmen. Laut MZ ermittelt jetzt der Staatsschutz in diesem Fall und eine Sonderkommission mit Namen FK5 wurde gegründet. "Komischerweise" wurden im Gesamten Landkreis Mansfeld- Südharz in der selben Nacht noch 45 Hakenkreuze, 11 SS-Runen und unzählige weitere rechte verbotene Symbole gesprüht. Ob die zum Teil namentlich bekannten Täter die selben waren ist derzeit noch unklar. 


Die Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt solidarisiert sich mit den zum Teil 14-jährigen Opfern und hält die unmittelbar nach der Tat erfolgte Berichterstattung für einen Skandal. Wenn Täter- und Opferrollen wieder einmal umgekehrt werden, dann haben die entsprechenden Behörden nichts gelernt! Gerade im Zusammenhang mit der jetzt geführten und dringend in Konsequenzen umzuleitenden Debatte über den militanten Rechtsextremismus ist die Vorgehensweise der Beamten mindestens unzulänglich. Dieser Fall erinnert doch sehr an das Behördenversagen im Zusammenhang mit dem rechtsextremen Angriff auf Theaterschauspieler_innen in Halberstadt im Jahr 2007. Wir fordern eine lückenlose Aufarbeitung und Dingfestmachung der Täter! 

21. Oktober 2011
Kein Fußbreit den Faschisten!

 

Kein Fußbreit den Faschisten!

Beschlossen auf der Landesmitgliederversammlung der Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt

19. November 2011, Magdeburg


In den letzten Wochen wurde öffentlich, dass nazistische Attentäter in Deutschland agieren und für eine Großzahl an Verbrechen gegenüber Migranten und Andersdenkenden verantwortlich sind. Unter der Überschrift „Rechtsterrorismus“ geistern nun Debatten in der Öffentlichkeit zum Thema Rechtsextremismus und faschistisch motivierte Gewalt. Hierzu erklärt die Landesmitgliederversammlung der Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt:
Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Mörder, die sich als „nationalsozialistischer Untergrund“ definieren und Menschen gnadenlos killen, dürfen keinen Platz in einer demokratischen Gesellschaft haben. Jeder von uns ist aufgefordert in jedem Dorf, in jeder Stadt, in jedem Kreis seine Stimme gegen faschistische Strukturen zu erheben und die jüngst öffentlich gewordenen Vorfälle bzgl. des militanten Rechtsextremismus anzuzeigen und zu bekämpfen.


Die Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt fordert die schnellstmögliche umfassende Aufklärung aller Geschehnisse, die im Zusammenhang mit dem Nazi-Terror stehen. Wir verurteilen ausdrücklich jede Ideologie, die Rassismus, Faschismus, Antisemitismus und Nazismus verbreitet. Dies ist der Nazi-Zelle in erschreckender Weise gelungen, da der Verfassungsschutz diese offenbar deckte und auch in ihren Aktionen unterstützte.


Die Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt fordert die Auflösung aller Geheimdienste, den Abzug sämtlicher „V-Männer“ aus faschistischen Organisationen mit dem Ziel, diese Verbieten zu können, und endlich effektive Maßnahmen im Kampf gegen den Rechtsextremismus.


Wir halten Placebolösungen für kontraproduktiv. Ein NPD-Verbot ist wichtig, richtig und überfällig, aber nur in geringen Maß ein Bestandteil im Kampf gegen rechtsextreme Strukturen, die in Selbstjustiz Andersdenkende, Migranten, Linke und viele andere bedrohen. Ein Verbot der NPD bleibt eine zentrale Forderung der Linksjugend ['solid]. Das haben wir schon vor den aktuellen Vorkommnissen gewusst!


Zuletzt bedauern wir, dass insbesondere die ostdeutschen Ministerpräsidenten und Landtagspräsidenten sich nicht in der Sache äußern. Gerade die Repräsentanten der Länder müssen nun in die Offensive gehen, um sich deutlich gegen rechtsextremistischen Terror auszusprechen.


Um rechtsextreme Strukturen langfristig zu verhindern, benötigt unsere Gesellschaft Demokratisierungspotenziale, die bislang zu gering geblieben sind und kaum genutzt werden. Wir müssen für Toleranz sowie Menschen- und Bürgerrechte aktiv eintreten, Verbrechen im Namen des Nazismus als solche kennzeichnen, und jeder Verharmlosung faschistischer Tendenzen in unserer Gesellschaft entgegentreten.


Die Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt spricht sich explizit für eine freiheitliche, sozial gerechte Gesellschaft aus, die Menschen- und Bürgerrechte wahrt.

21. Oktober 2011
Für die Stärkung von Gastmitgliederrechten!

 

Antrag zur Unterstützung der Initiative für mehr Gastmitgliederrechte

beschlossen auf der Landesmitgliederversammlung der Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt

19. November 2011, Magdeburg

 

Antragstext:

Die Landesmitgliederversammlung möge nachstehenden Text als Landesverband zu unterstützen und mit unterzeichnen.

 

Text::

Rechte von Gastmitgliedern und Sympathisierenden stärken!

Offener Brief an die Mitglieder unserer Partei und zur Kenntnis insbesondere an die Mitglieder des Parteivorstandes

Unsere Partei versteht sich nicht nur als Partei, wie andere auch, sondern will – nicht nur inhaltlich – anders, als alle anderen, sein. Insbesondere betonen wir dabei die Offenheit gegenüber und Zusammenarbeit mit außerparlamentarischen Gruppen und Bewegungen. 

Viele unserer Partei- und Fraktionssitzungen sind mittlerweile öffentlich. Unsere zahlreichen Arbeitsgemeinschaften auf allen regionalen Ebenen leisten zu verschiedenen Themen sehr gute Arbeit. Dabei dürfen auch Menschen, die nicht (oder: noch nicht) Mitglied unserer Partei sind, meist gleichberechtigt mitwirken. Das ist nicht nur eine Bereicherung der Kompetenz unserer Arbeitsgemeinschaften und anderen Zusammenschlüsse, sondern auch ein niedrigschwelliges Angebot an viele Menschen, unsere Partei etwas näher kennenzulernen.

Vor diesem Hintergrund sind wir mehr als enttäuscht über die Entscheidung des Bundesparteitages, die Rechte von Gastmitgliedern stark einzuschränken. Bisher konnten die Gliederungen und regionalen Verbände auch nicht-Parteimitglieder zu Delegierten machen. Die Gliederungen konnten zudem selbst entscheiden, ob sie den in ihr mitwirkenden nicht-Parteimitgliedern die Möglichkeit geben, bei den Wahlen der Delegierten in den Zusammenschlüssen auch aktives Wahlrecht auszuüben. Beides ist nun laut dem geänderten §5 unserer Satzung nicht mehr möglich.

Wir möchten als Mitglieder und Sympathisierende der Partei DIE LINKE unser Unverständnis über diese Entscheidung ausdrücken. Wir haben bisher in unserer politischen Arbeit sehr gute Erfahrungen mit den Mitwirkungsmöglichkeiten und Mitbestimmungsrechten für nicht-Mitglieder gemacht. Wir wissen zudem nicht, wie wir unseren parteilosen Mitstreiterinnen und Mitstreitern in den Arbeitsgemeinschaften, Zusammenschlüssen und Kreisverbänden diesen Beschluss des Bundesparteitages erklären sollen. Nicht zuletzt wollen wir daran erinnern, dass wir gerade auch durch die Gastmitgliedsrechte neue Mitglieder für unsere Partei gewinnen konnten.

Den Beschluss des letzten Bundesparteitags müssen wir daher als klaren Rückschritt betrachten. Wir wollen bereits jetzt aktiv dafür werben, diese aus unserer Sicht fatalen Änderungen rückgängig zu machen und auch weiterhin eine Partei zu sein, die nicht nur verbal wirklich offen für alle und anders als alle anderen ist.

 

Antragssteller: Marcel Wiebach (Junge Linke. Linksjugend ['solid] KV Wittenberg)

 

Satzung §5 – alt und neu

Der neue §5 der Bundessatzung (mit den Änderungen des Parteitages):

§ 5 Gastmitglieder

(1) [....]

(2) Nicht auf Gastmitglieder übertragbare Rechte sind:

a. das Stimmrecht bei Mitgliederentscheiden,
b. das Stimmrecht bei Entscheidungen über Satzungsangelegenheiten, über Finanzordnungen, Finanzpläne, die Verwendung von Finanzen und Vermögen und über Haftungsfragen,
c. das aktive und passive Wahlrecht. Nicht davon berührt ist das Recht bei Wahlen zu Parlamenten, kommunalen Vertretungskörperschaften und sonstigen öffentlichen Ämtern nominiert zu werden.

(3) [... ] (5)

 

Der alte §5 (vor dem Bundesparteitag)

§ 5 Gastmitglieder

(1) [....]

(2) Nicht auf Gastmitglieder übertragbare Rechte sind:

a. das Stimmrecht bei Mitgliederentscheiden,
b. das Stimmrecht bei Entscheidungen über Satzungsangelegenheiten, über Finanzordnungen, Finanzpläne, die Verwendung von Finanzen und Vermögen und über Haftungsfragen,
c. das passive Wahlrecht bei Wahlen zu Vorständen, Schieds- und Finanzrevisionskommissionen sowie bei Wahlen zu Vertreterversammlungen zur Aufstellung von Kandidatinnen und Kandidaten für Parlamente und kommunale Vertretungskörperschaften
d. und das aktive Wahlrecht bei der Aufstellung von Kandidatinnen und Kandidaten für Parlamente und kommunale Vertretungskörperschaften

(3) [....] (5)

15. November 2011
Schwerpunkt Rechtsterrorismus

Rechtsterrorismus - die ignorierte Gefahr

(rf) Nachdem bekannt wurde, dass eine rechtsterroristische Zelle namens "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) mehr als 13 Jahre lang ungehindert morden konnte, ist der Aufschrei in Politik und Öffentlichkeit groß. Immer neue Informationen gehen über den Äther, die Verdachtsmomente bestätigen, dass Verfassungsschutz und Bundesnachrichtendienst hierbei eine entscheidende Rolle spielten. 


Nicht nur die enge Verstrickung des Verfassungsschutzes mit V-Leuten und die damit verbundenen Zahlungen und somit Subventionierungen, sondern auch direkte Verknüpfungen - so befand sich laut eines FAZ-Artikels ein Beamter des hessischen Verfassungsschutzes in unmittelbarer Nähe zur Tatzeit an einem der Tatorte - deuten darauf hin, dass diese beispiellose Mordserie mindestens begünstigt wurde durch die Vorgehensweise der Behörden. Es bleibt abzuwarten, ob Verfassungsschützer "einfach nur schlampig" vorgingen und sich das Täter-Trio deswegen jahrelang ungehindert in Thüringen und Sachsen aufhalten konnte oder ob die Rolle des LfV darüber hinaus geht: geschah es wissentlich?


Im Kontext einer irrationalen Extremismusbekämpfungspolitik der Bundesregierung, allen voran Kristina Schröder (BMFSFJ), die sich zum Ziel gesetzt hat, jegliches Augenmerk auf den angeblichen Linksextremismus zu legen, erscheint es, so könnte man zynisch behaupten, nur als logische Folge, wenn die "auf dem rechten Auge blinden" Verfassungsschutzämter Akte des rechten Terrors geschehen lassen, während "Linksextreme" wegen bei weitem geringerer Delikte ständig und schnell belangt werden, ohne die Dinge zu relativieren.


Eine Regierung, die Mittel im Kampf gegen Rechtsextremismus kürzt, die Vereinen und Verbänden sowie Einzelpersonen, die sich antifaschistisch engagieren, Glaubensbekenntnisse, quasi per Eid, zur Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung abverlangt, die Spitzel in die angeblich so brandgefährliche linke Szene einschleust und sich nun, da das schreckliche Ausmaß rechtsextremen Terrors bekannt geworden ist, hinstellt und die schwarz-gelbe Fahne des Kampfes gegen Rechtsterrorismus hisst, eine solche Regierung ist verlogen und zynisch.


Angesichts dieses Versagens sämtlicher Behörden fordern wir die Abschaffung des Verfassungsschutzes! Ein Amt, das so tief drin steckt im braunen Sumpf, schützt die Demokratie nicht, es gefährdet sie!

18. Oktober 2011
War das schon die Weltrevolution?

 

Weltweiter Aktionstag für echte Demokratie am 15. Oktober - ein historischer Tag?


(rf) Es ist nicht weit hergeholt, zu behaupten, der 15. Oktober 2011 hätte eine historische Dimension erreicht. Proteste, Demonstrationen und Aktionen in über 1000 Städten in mehr als 80 Ländern sind beispiellos. Millionen von Menschen empörten sich am Samstag, Millionen von Menschen nahmen sich die Straßen und Plätze und zeigten, dass sie eine andere Welt wollen - #globalchange.  

 

Sie alle eint das überwältigende Gefühl der Ohnmacht gegenüber den Herrschaftsstrukturen auf diesem Planeten. Eine Welt, in der wenige Menschen viel zu viel Macht und Einfluss haben, in der ganze Staaten und Bevölkerungen abhängig sind von Finanzmärkten und den fragwürdigen Entscheidungen von Rating-Agenturen, in der Demokratie nur als Feigenblatt missbraucht wird - diese Welt wollen sie verändern.

 

Am 15. Mai besetzten mehr als 300.000 Spanier_innen den „puerta del sol“ im Herzen Madrids. Sie ließen sich nicht vertreiben, kampierten wochenlang, entwickelten eine beeindruckende Infrastruktur und erprobten Demokratie von unten. „Democracia real YA“ – Echte Demokratie Jetzt! „Wir sind keine Ware in den Händen von Politikern und Bankern“. Diese „Bewegung der Empörten“ fand iu. A. Inspiration im Bestseller „Empört euch!“ des französischen Resistance-Kämpfers Stephane Héssel, das in einigen Passagen durchaus kritikwürdig ist, und entfachte eine Welle des Protestes, die nun über den gesamten Globus geschwappt ist. Noch im Mai versammelten sich tausende Franzosen und Französinnen, Tschech_innen, Italiener_innen und Griech_innen auf ihren öffentlichen Plätzen. 

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12. November 2011
Banken in die Schranken!

Gemeinsamer Aufruf

Banken in die Schranken!


Europa steckt in einer tiefen ökonomischen Krise. Weltweit sind zahlreiche weitere Länder von Ansteckung bedroht. Doch gerettet werden wieder nur die Banken, mit vielen Milliarden an Steuergeldern. Es drohen noch höhere Staatsschulden und weitere Sparprogramme zu Lasten der Armen und der Steuerzahler. Zukunftsinvestitionen in Umwelt und Bildung bleiben auf der Strecke.

Wir sind empört – und wir sind viele. Wir wissen: Die Macht der Banken und Finanzmärkte wurde keineswegs gebrochen – im Gegenteil. Von den Rettungsmaßnahmen profitieren nur wenige und es ist keine Änderung in Sicht!

Was in den letzten Jahren versäumt wurde, muss jetzt endlich nachgeholt werden. Das Wohl der Menschen, nicht der Unternehmen muss wieder im Mittelpunkt der Politik stehen. Darum fordern wir die Bundesregierung auf, auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene für grundlegende Konsequenzen zu sorgen.

Banken entmachten!

Großbanken müssen in kleinere Einheiten aufgeteilt werden, so dass sie ohne Rückgriff auf Steuermittel für ihre Verluste geradestehen müssen. Keine Bank darf so groß sein, dass ihre drohende Pleite die Allgemeinheit erpressbar macht! Das riskante Investmentbanking muss komplett vom normalen Bankgeschäft getrennt werden. Undurchsichtige, spekulative Finanzprodukte gehören verboten, Spekulation mit Agrarrohstoffen darf nicht länger den Hunger in der Welt verschärfen.

Reichtum umverteilen!

Die Profiteure der bisherigen Rettungsschirme müssen endlich angemessen an den Kosten der Krise beteiligt werden. Dazu brauchen wir eine stärkere Besteuerung von hohen Einkommen und Vermögen sowie eine Finanztransaktionssteuer, deren Erträge für Armutsbekämpfung, Klimaschutz oder globale soziale Mindeststandards eingesetzt werden.

Demokratie erkämpfen!

Die Vorherrschaft der Finanzmärkte setzt demokratische Gestaltungsmöglichkeiten außer Kraft. Der übermächtige Einfluss der Finanzlobby muss offengelegt und zurückgedrängt werden. Statt sozialer Spaltung setzen wir uns ein für ein demokratisches, solidarisches Europa.

Am 12. November wollen wir mit vielen tausenden Menschen das Frankfurter Bankenviertel und das Berliner Regierungsviertel umzingeln und verlangen von der Politik grundlegende und langfristige Veränderungen! Wir fordern alle Menschen, die sich – wie wir – um die Zukunft unserer Gesellschaft und der internationalen Gemeinschaft sorgen, dazu auf, sich unseren Protesten anzuschließen.


Die Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt sowie Linksjugend ['solid] & SDS Magdeburg unterstützen diesen Aufruf. Wir rufen dazu auf, sich an den Umzingelungsaktionen zu beteiligen und unterstützen die Regierungsviertelumzingelung in Berlin aktiv. Wir treffen uns 8.45 Uhr vor dem Haupteingang des Hauptbahnhofes Magdeburg, um den Zug 09.06 nach Berlin zu nehmen, wo die Aktion 12.30 Uhr beginnen wird!

Weitere Infos zur Anreise

Zur Webseite des Bündnis

19. September 2011
Rechtsextreme Neofolk-Band "Death in June" in Eisleben

Rechte Band tritt in SS-Uniformen auf und beruft sich dabei auf künsterlische Freiheit

Die rechte Neofolk-Band "Death in June" will im Rahmen ihrer Europa-Tournee ihr einziges Deutschlandkonzert am 22.10.2011 im Wiesenhaus Eisleben geben. Ihre Ästhetik ist geprägt von Anleihen aus dem dritten Reich und die Bandmitglieder fallen immer wieder durch Unterstützung und Kontakte zur rechtsextremen Szene auf. Es werden bis zu 800 Konzertbesucher erwartet.

Fast in jeder Musikrichtung gibt es mittlerweile Bands, deren Mitglieder bekennende Neonazis sind oder die bewusst oder unbewusst Versatzstücke rechter Ideologien transportieren. So auch in der "schwarzen Szene". im Dark Wave und Neofolk. Rechte Bands aus dieser Subkultur, wie "Death in June", "Blood Axis" oder "Blutharsch" verstehen sich jedoch nicht, wie gewaltbereite Nazis, als Schlägertrupps der Volksmassen, sondern versuchen sich bewusst als elitäre Avantgarde von der Masse abzuheben.

Pressemitteilung weiterlesen

Presseartikel in der Mitteldeutschen Zeitung (nach dem Verschicken unserer Pressemitteilung)

Presseartikel in der Mitteldeutschen Zeitung zu geplanten Gegendemos

28. September 2011
Auswertung des Landesparteitages

2. Tagung des 3. Landesparteitages

Am vergangenen Wochenende fand die 2. Tagung des 3. Landesparteitages statt. Der Leitantrag  "Freiheit und Sozialismus" wurde mit überwältigender Mehrheit abgesegnet, ebenso wie der Änderungsantrag des Landesparteitages an den Bundesparteitag im Oktober, wo das neue Grundsatzprogramm der Partei DIE LINKE verabschiedet werden soll.


Wahlen (u.A.) des neuen Landesvorstandes

 

Der Jugendverband war in vielfältiger Art und Weise vertreten. Zunächst freuen wir uns über die Wahl Marcel Wiebachs, des auf dem Landesjugendtreffen in's Rennen geschickten Jugendverbandvertreters, in den Landesvorstand! Marcel ist seit 10 Jahren politisch engagiert und möchte sich im neuen Landesvorstand explizit um die Interessen des Jugendverbandes und die Themenfelder Rechtsextremismus, Migration und politische Bildung kümmern. Seine Kandidaturrede könnt ihr euch hier durchlesen.

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15. Oktober 2011
Weltweiter Aktionstag für echte Demokratie

Die Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt und die Magdeburger Jugendgruppen Linksjugend ['solid] Magdeburg und SDS.Die Linke Magdeburg unterstützen folgenden Aufruf:


"Empört Euch!


Echte Demokratie Jetzt! Magdeburg - ein breites gesellschaftliches Bündnis ruft zur Demonstration für echte Demokratie, mehr Beteiligung und mehr Mitbestimmung auf. Am 15. Oktober gibt es weltweite Demonstrationen der „Bewegung der Empörten“, Magdeburg beteiligt sich an diesem Aktionstag mit einer Vielzahl an Ideen. Sei dabei beim größten demokratischen Kunstprojekt, äußere deinen bisher stillen Protest am offenen Mikrofon oder der Empörungstafel, beteilige dich mit deinen Vorstellungen an der Wünschewand. Zusätzlich gibt es bezahlbares Essen aus aller Welt, Musik und zahlreiche Info-Stände.

Wir sind keine Partei, kein Verein, keine Organisation, wir sind Teil einer internationalen Demokratiebewegung! Wir sind nicht hierarchisch, haben keine Chefs. Wir sind emanzipatorisch und fordern Teilhabe für ALLE Menschen. Wir sind eine rEvolutionäre Bewegung, eine soziale Bewegung, eine Menschen- und Bürgerrechtsbewegung. Wir distanzieren uns von autoritären Theorien, Glaubensbekenntnissen und Dogmatismus.

Komm am 15. Oktober zur Wiese am Ulrichplatz und empöre dich!

Bei uns haben rassistische, faschistische, sexistische, nationalistische, homophobe und andere menschenverachtende Äußerungen nichts verloren. Wir behalten uns im Falle einer Missachtung dessen den Ausschluss von der Veranstaltung vor und machen von unserem Hausrecht Gebrauch.
__________________________________________________________________

Zeit: 15.10.2011 ab 14.00 Uhr
Ort: Wiese am Ulrichplatz"

17. September 2011
Kurzbericht zum Landesjugendtreffen 2011

Nach dem Landesjugendtreffen ist vor dem Landesjugendtreffen

(rf) 80 linke Jugendliche und Junggebliebene Genoss_Innen, Mitglieder der Linksjugend ['solid] und Sympathisant_innen besuchten am Wochenende vom 02. bis zum 04. September das diesjährige Landesjugendtreffen der Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt. Einen grandiosen Auftakt bot der Berliner Rapper Tapete mit seinem Kompagnon Crying Wölf, bevor dann Party und Disko angesagt war.  

Nach reichlich kurzem Schlaf starteten wir dann in den vollgepackten ersten Workshop-Tag. Antirepressions- und Verknotungsübungen vor dem Mittagessen? Wer auf dieses spannende Demo-Training keine Lust hatte, konnte sich bei Michael Schulze von Glaßer informieren, wie die Bundeswehr unsere Schulen agitiert und dabei gnadenlos verschweigt, dass es sich bei diesem Job um einen tödlichen handelt. Auch die Debatte zu unserem künftigen Parteiprogramm fand ihren Platz, als Referentin konnten wir hier die Linksjugend-Bundessprecherin Julia Range begrüßen. (weiterlesen)

30. September 2011
Herbstakademie 2011 des SDS

Herbstakademie 2011


In zwei Wochen ist es wieder so weit, die Semesterferien neigen sich dem Ende und das größte Event des Verbandes, die jährliche Herbstakademie von DieLinke.SDS, steht vor der Tür. Vom 30.09. bis zum 03.10. wollen wir uns in der Jugendbildungsstätte "Buntes Haus" bei Bielefeld zusammenfinden, um uns gemeinsam theoretisch weiterzubilden, Genoss_innen aus dem ganzen Bundesgebiet kennenzulernen und zusammen ein paar nette Tage zu verbringen. Die Herbstakademie steht in diesem Jahr unter dem Motto "Der SDS in Bewegung" und soll sich nicht nur mit unserem Engagement in sozialen Bewegungen beschäftigen, sondern auch unsere Praxis innerhalb der Verbandes mal kritisch unter die Lupe nehmen.

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10. September 2011
Linke Medienakademie regional - Magdeburg

Kurzweilig und informativ: Medienpolitisches Podiumsgespräch

Von Maria Barsi (Quelle: http://www.linke-journalisten.de/?p=2681)

„Seltsam unpolitisch – wie informiert sich Sachsen-Anhalt“ war das Thema des Podiumsgesprächs zum Abschluss der LiMaregional am 10. September in der Otto- von Guericke-Universität zu Magdeburg. Wieso eigentlich interessierten sich so wenige Bürger für die Politik? Liegt es an den Medien, an den Politikern, an der Wirtschaft? Moderator Sergej Lochthofen, freier Journalist und ehemaliger Chefredakteur der Tageszeitung „Thüringer Allgemeine“, provozierte, polemisierte und legte sichtlich vergnügt immer wieder den Finger in die Wunde, an der Fernseh-, Radio-, Internet- und Zeitungsmacher, nicht zuletzt Politiker lecken. Das war auch nötig, denn die Diskutierer gingen das Thema vorsichtig an. Bis auf Uwe Gajowski vom Deutschen Journalistenverbandes Sachsen-Anhalt, der es nicht für verwunderlich hält, wenn politische Themen in lokalen wie regionalen Medien kaum noch kritisch und tiefgründig aufbereitet würden. Schließlich sei doch unbestritten, dass der Journalist als Träger der Pressefreiheit in Sachsen-Anhalt nicht mehr wirtschaftlich unabhängig sei, was er am Beispiel der Magdeburger „Volksstimme“ festmachte.

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5. September 2011
Zurück vom Landesjugendtreffen!

Es wurde getanzt, gerappt, gehoppst, gekuschelt, geküsst, gegessen, geraucht, getrunken, gefeiert, geworkshopt, gesprochen, gelacht, gelackmeiert, gebadet, gejoggt, diskutiert, debattiert, gestritten, sich vertragen, mit Worten jongliert, alarmiert, podiert, Politik gemacht, erlebt, gelebt, genossen, gegendert, ausgewählt, gegrillt, geschlafen - nur kurz


Das Landesjugendtreffen war großartig, phänomenal, spannend, einfach toll! 80 Genoss*innen, Sympathisant*innen, Freund*innen, 12 Workshops, tolle Referent*innen, cooler Act mit Tapete und dem bösen Wolf, spannendes Podium, herrliches Camp, fetzige Disco!


Wir schreiben derzeit an einem Bericht und tragen die Film- und Fotoaufnahmen zusammen. Wir würden uns freuen, von euch ein paar Statements und Eindrücke sowie Fotos zu bekommen, die wir in den Bericht einbauen können. Meldet euch bei der "Camp-Fee" Robert via jugend@dielinke-lsa.de

Aktionskletter-Seminar

Vom 23.-25. September findet ein Aktionskletter-Seminar
bei Berlin statt.

Ein Wochenende lang gibt's das ganze Know-How
für eine gelungene Keltteraction.
Anmelden könnt ihr euch auf www.linksjugend-solid.de


Seminar: Aktionsklettern

Aufbauend auf die „Schnupperkurse“ auf den Pfingst- und Sommercamps
der letzten Jahre, wollen wir nun an einem ganzen Wochenende die
Ausbildung in Klettertechniken und den Aufbau einer aktionsfähigen
Klettergruppe angehen.

Inhalte sollen sein:
– Geschichte des Aktionskletterns
– Kenntnis um das Material
– Knotenkunde
– sicherer Umgang im und mit dem Seil
– Erste Hilfe und Rettung im Seil
– TeamerInnenschulung für Schnupperkurse (Grundaufbau, Umgang mit EinsteigerInnen)
– Gruppenverhalten bei Aktionen bzw. koordiniertes Aktionsklettern
– Umgang mit Funkgeräten bei Aktionen
– Diskussion zum Aktionskonsens einer Klettergruppe

Termin: 23.09. 18Uhr bis 25.09 ca. 16Uhr
Ort: Projekthaus Babelsberg
Beitrag: 10,00 €

Anmelden könnt ihr euch auf der Webseite
des Bundesverbandes www.linksjugend-solid.de


10. September 2011
Linke Medienakademie regional - Magdeburg

Die zweite linke Medienakademie "LiMAregional" in Magdeburg bietet einen Tag lang Veranstaltungen rund um das Thema »Medien-Macht-Politik.


Los geht’s um 9.30 Uhr. Dr. Petra Sitte, MdB DIE LINKE wird den Medientag mit einem Impulsbeitrag zum Thema »Digital ist überall – Netzpolitik als Querschnittsaufgabe begreifen« eröffnen. Ab 11 Uhr beginnen die Workshops – 12 spannende Themen erwarten euch! Abends ab 18 Uhr diskutieren VertreterInnen von Bürger-, öffentlichrechtlichen und privaten Medien zum Thema »Seltsam unpolitisch - Wie informiert sich Sachsen-Anhalt?«

Vorträge, Workshops, Podiumsdiskussionen und »Markt der Möglichkeiten« – einen LiMA-Tag lang Debatten, Networking und (Weiter-)Bildung!

Hier geht's zum Programmflyer

 Anmeldungen bitte mit den Angaben des Flyers an unseren Juko via jugend@dielinke-lsa.de. Die Anmeldegebühr wird vom Landesverband übernommen.



Programmheft zum Landesjugendtreffen

Das endgültige Programmheft zum Landesjugendtreffen steht euch hier zum Download zur Verfügung. Vort Ort gibt es noch einige gedruckte Exemplare, so dass wir den Regenwald nicht allzu sehr strapazieren müssen :)


23. August 2011
Kein Preis für Angela!

Am morgigen Mittwoch soll Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Kaiser-Otto-Preis der Stadt Magdeburg geehrt werden.

Laut Begründung der Jury habe Merkel sich „in herausragender Weise um die Verständigung unter den europäischen Völkern verdient gemacht.“ Diese Auffassung teilen die sachsen-anhaltischen Landesverbände der Jusos, Grüne Jugend und Linksjugend nicht und fordern: „Kein Preis für Angela!“

Nach Meinung der politischen Jugendverbände war die Europa-Politik der Kanzlerin in den letzten Monaten vom Populismus gegenüber den südlichen Mitgliedsländern sowie Versäumnissen in der Euro-Krise geprägt. Ihre Verständigung in Sachen Hilfspaket legte sich in übertriebenen Aussagen nieder, in denen sie den Griechen und Portugiesen vorwarf, dass diese zu früh in Rente gehen und zu viel Urlaub nehmen würden. Sie vergisst dabei nicht nur die Tatsache, dass die Deutschen im europäischen Vergleich die meisten Urlaubstage haben, sie reißt zudem noch den Zusammenhalt der europäischen Völker auseinander und mindert die Akzeptanz der Hilfspakete in der Bevölkerung.

Statt mit Hilfe von konstruktiven Ideen Europa durch diese schweren Zeiten zu leiten, scheinen die Bildung einer vermeintlichen europäischen Wirtschaftsregierung und die klare Ablehnung Angela Merkels der Eurobonds eher ein Zugeständnis an ihren Koalitionspartner FDP zu sein und der Rettung ihrer Koalition zu dienen. Angesichts dieser Tatsachen scheint die Vergabe des Kaiser-Otto-Preises an Angela Merkel in den Augen der Jusos, Grünen Jugend und der Linksjugend als frag- und unglaubwürdig.


20. August 2011
Christopher Street Day in Magdeburg

smash homophobia - Liebe verdient Respekt!

Die Magdeburger Linksjugend ['solid] Gruppe beteiligt sich in diesem Jahr mit einem eigenen Stand am Cristopher Street Day in Magdeburg. Mit unserer "Toleranz ist kostBAR" treten wir ein für ein toleriertes, offenes und akzeptiertes Liebesleben gleichgeschlechtlicher Paare und nicht zuletzt deren rechtliche Gleichstellung, denn noch immer werden schwule und lesbische Ehepaare in dieser und vielerlei anderer Hinsicht benachteiligt. Immer wieder schlägt ihnen offene Ablehnung und Hass entgegen, dabei geht es hier um Menschen, die einander lieben! Insbesondere Magdeburgs Oberbürgermeister Trümper "glänzte" im  Vorfeld der Organisation des CSD mit zur Schau gestellter Ablehnung, indem er sagte, das Hissen dder Fahne vom Rathaus sei nie und nimmer möglich, auch nicht beim nächsten Versuch im nächsten Jahr. Glücklicherweise konnte der öffentliche Druck und ein klares Votum im Stadtrat wett machen, was der OB anrichtete: die Regenbogen-Flagge wurde am 14.08. erstmals vorm Rathaus gehisst!

In diesem Sinne noch ein Musiktipp von Sookee und Tapete (letzteren gibt es dann demnächst auf dem Landesjugendtreffen zu sehen): "Wie kann man hassen, dass Menschen sich lieben? [..]" - "Pro Homo"

Kommt vorbei und feiert mit uns :)

Los geht's 13.00 Uhr mit der Straßenparade ab dem Neustädter Bahnhof. Das Straßenfest in der Liebigstraße beginnt dann 15.00 Uhr, ab dann sind wir auch am Start!

15. August 2011
Gedenkveranstaltung für Rick Langenstein

Liebe solids und SympathisantInnen

lasst uns morgen gemeinsam der Ermordung des 20-jährigen Studenten Rick Langenstein durch Neonazis und aller anderen Opfer rechter Gewalt gedenken! Die Kundgebung des Bündnisses beginnt  16.00 Uhr, autonome AntifaschistInnen treffen sich bereits 15.00 Uhr an der Endhaltestelle der Linien 3 und 9 Leipziger Straße Ecke Quittenweg. Die Magdeburger Linksjugend ['solid] ist ab 15 Uhr vertreten. Meldet euch, wenn irgendetwas ist oder ihr euch uns anschließen wollt: 0163/7057294.

 

Unten findet ihr den Aufruf des Bündnisses gegen Rechts. Hintergrundinformationen zur Tat findet mensch z.B. unter diesem Link: http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/projekte/aktuelle-aktionen/kundgebung-in-magdeburg-aus-anlass-des-neonazi-mordes-an-rick-l/.

 

  "Gedenkveranstaltung für Rick Langenstein

Wir rufen alle Magdeburgerinnen und Magdeburger am Dienstag, den 16. August 2011, zu einer Gedenkstunde für den vor drei Jahren von einem Neonazi getöteten Rick Langenstein auf. „Die Ermordung Rick Langensteins erinnert an die tödliche Dimension rechter Gewalt“, so Pascal Begrich vom Bündnis gegen Rechts. „Seit 1990 haben in Deutschland 137 Menschen durch politisch rechts motivierte Straftaten ihr Leben verloren.“ Begrich verwies in diesem Zusammenhang auch an Thorsten Lamprecht und Frank Böttcher, die 1992 bzw. 1997 in Magdeburg Opfer rechter Gewalt wurden. Die Kundgebung mit einer Kranzniederlegung beginnt um 16.00 Uhr am Pallasweg, Ecke Hektorweg im Stadtteil Reform.

Zum Hintergund

In der Nacht zum 16. August 2008 wurde der 20-jährige Rick Langenstein in der Nähe der Diskothek „Funpark“ (Magdeburg-Reform) so schwer durch Schläge und Tritte verletzt, dass er an seinem eigenen Blut erstickte. Zwei Tage nach der Tat nahm die Polizei den wegen gefährlicher Körperverletzung, Volksverhetzung und räuberischer Erpressung zu einer Haftstrafe verurteilten Rechtsextremen Bastian O. fest.

Nach 15 Verhandlungstagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit verurteilte die 2. Jugendkammer am Landgericht Magdeburg den bekennenden und einschlägig vorbestraften Neonazi Bastian O. zu acht Jahren Jugendstrafe wegen Totschlags und Diebstahls. Das Gericht sah als erwiesen an, dass der 19-Jährige den angehenden Kunststudenten Rick L. in der Nähe der Diskothek so brutal misshandelte, dass er noch am Tatort starb.

Familienangehörige und Freund/innen von Rick L. fassten bereits nach der Beerdigung den Entschluss, am Tatort einen Stein zur Erinnerung und Mahnung aufzustellen. Unterstützung erhielten sie von verschiedenen Institutionen der Zivilgesellschaft sowie der Landeshauptstadt Magdeburg. An einer Unterschriftenaktion beteiligten sich mehr als 1.000 Menschen. Der Gedenkstein wurde wenige Meter vom Tatort entfernt auf öffentlichem Grund aufgestellt.

Der 20-jährige Student Rick L. ist nach Torsten Lamprecht (1992) und Frank Böttcher (1997) der dritte junge Mann, der in den letzten 19 Jahren durch rechtsextreme Gewalt in Magdeburg zu Tode gekommen ist."

 

10. August 2011
Razzia der sächsichen Polizei in Jena (Thüringen)

Gemeint sind alle - LINKE Jena kritisiert Razzia in den Räumen des Stadtjugendpfarrers - hier eine Pressemitteilung des Stadtverbandes der LINKE Jena

 

Entschieden lehnt der Stadtvorstand der LINKEN Jena das Agieren von Polizeikräften in den Morgenstunden des 10. August in der Dienstwohnung des Stadtjugendpfarrers Lothar König ab.

Sächsische Einsatzkräfte hatten in einer großangelegten Razzia Computer, Datenträger und das Fahrzeug der Jungen Gemeinde Stadtmitte beschlagnahmt. „Das ist schon harter Tobak: Mit bewaffneten Einheiten reitet die Sächsische Polizei in unserem Freistaat ein und spielt sich in unglaublicher Selbstherrlichkeit auf“, kommentiert Kai Bekos, Vorsitzender der Jenaer LINKEN und selbst bei dem Einsatz vor Ort, den Vorfall. Damit verweist er darauf, dass weder das Thüringer Innenministerium noch die Polizeiinspektion Jena zuvor von den Sachsen informiert worden waren.

Die Jenaer LINKEN sehen in der von der Dresdener Staatsanwaltschaft angeordneten Razzia einen weiteren Versuch, antifaschistisches Engagement zu diskreditieren und kriminalisieren. Einem 57-Jährigen Geistlichen im Zusammenhang mit der erfolgreichen Blockade des Naziaufmarsches vom 19. Februar diesen Jahres in der sächsischen Hauptstadt aufwieglerischen Landfriedensbruch vorzuwerfen sei absurd und beschämend für die Justiz.

Bekos befindet, dass nach dem Datenskandal mit über einer Million erhobenen Datensätzen im Zusammenhang mit den Demonstrationen gegen den Dresdener Naziaufmarsch nun eine weitere Grenze überschritten wurde. Dem Rechtsstaat wurde erneut empfindlich die Kehle zugedrückt. Es sei nicht akzeptabel, wenn durch das Vorgehen von herausragenden Persönlichkeiten des Anti-Nazi-Lagers versucht würde, die ganze Bewegung in Angst zu versetzen um dem braunen Ungeist die Bahn frei zu machen. Betroffen sei einer, gemeint seien alle, die sich den Nazis in den Weg stellen wollten. „Besonders bedauerlich finde ich, dass man mit Lothar König einen Menschen versucht zum Kriminellen abzustempeln, der schon lange vor der Wende politisch aktiv war und auch zu DDR-Zeiten durch sein Engagement Repressionen ausgesetzt war. Dies pünktlich zum 50. Jahrestag des Mauerbaus zu tun ist eine Schande“, so der Jenaer LINKEN-Vorsitzende abschließend.

 

1. Juli 2011
Antisemitismusbeschluss der LINKE - kontroverse Kommentare

"Entschieden gegen Antisemitismus" - mit diesem Beschluss wollte die Bundestagsfraktion DIE LINKE am 10. Juni 2011 einen bereits vorhandenen Parteibeschluss untermauern, das Thema "Antisemitismus in der Linken" wurde bereits seit Wochen diskutiert, auch über die Presse. Als der Bundestag eine aktuelle Stunde zur Thematik einberief, sahen sich einige Fraktionsmitglieder in der Pflicht, Verdächtigungen, es gäbe innerhalb der Partei breite Zustimmung zu antizionistischen und antisemitischen Positionen, einen Riegel vorzuschieben. Während der entsprechenden Abstimmung verließen mehrere Abgeordnete den Saal, um ihrem Protest gegen dieses Vorgehen Ausdruck zu verleihen und einen einstimmigen Beschluss zu ermöglichen. Seitdem diskutiert DIE LINKE scharf und kontrovers, wie das Verhältnis zu Israel und seiner Politik aussehen soll. Dabei geht es oftmals um angelagerte Problemfelder, die in erste Linie nichts mit dem Nahost-Konflikt zu tun haben. Auch innerhalb unseres Landesverbandes gibt es dazu keine einhelligen Meinungsbilder. Hierzu zwei Kommentare von Anne Geschonneck und Marcel Wiebach.


Israel, mehr als irgendein Land

ein Kommentar von Marcel Wiebach, stellv. Landessprecher der Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt

Am 07. Juni hat die Bundestagsfraktion einstimmig eine Erklärung verabschiedet, in der mensch sich eindeutig gegen die Forderung einer Einstaatenlösung, den Aufruf zum Boykott israelischer Waren und der Beteiligung an der “Gaza-Flotille” ausgesprochen hat. Dies kann und sollte mensch so unterschreiben, ohne dabei irgendwelche Bauschmerzen zu haben. Hierbei handelt es sich um Haltelinien, die es auch in einem Konstrukt wie einer Partei geben sollte. Doch wieso kam es dazu und was passierte danach?

Vorweg möchte ich betonen, dass es hier sicherlich nicht um ein Kompendium der Geschichte Israels und ihr Leid mit der Linken geht, sondern nur stichpunktartig einige markante Punkte behandelt werden können.

Israel wurde nach dem zweiten Weltkrieg notwendig und dies nicht aus dem Grund, dass es irgendwelche Zionisten oder gar Protokolle gab, sondern weil es auf deutschem Boden Tötungsfabriken gab, in denen über 6 Millionen Jüdinnen und Juden getötet wurden. Die Sehnsucht nach einer Heimat, einem Land, in dem die Überlebenden nicht andauernd Angst vor Übergriffen oder um ihr eigenes Leben haben müssen, war gewaltig. Dass dieser Traum nicht einmal einen Tag hielt, ist bekannt.

Die Linke in Westdeutschland hatte spätestens ab den 70er Jahren ein Problem mit Israel. Ihre Triebfeder war wahrscheinlich nicht der Antisemitismus der Eltern, sondern weil Israel als “Schoßhund” der USA angesehen wurde und die “unterdrückten” Palästinenser_innen unterstützt werden sollten. Aber auch in der DDR wurde, bis zur Auflösung, Israel nie offiziell anerkannt.

In der Linken gibt es also schon länger ein Problem mit dem Land und seinen Bewohner_innen. Doch nun ist der Streit eskaliert. Schuld daran ist laut den “Allerlinkesten” der BAK Shalom, nicht etwa, dass Personen in der Fraktion Kassamraketen als Silvesterböller bezeichneten oder auf dem Frauendeck mit rechten Organisationen Richtung Gaza schifften; nein, auch nicht, dass sich in Bremen Linke mit einem Umhängeschild vor Supermärkte stellten, auf dem davon abgeraten wurde, jüdische bzw. israelische Waren zu kaufen. Die Schuld hatten ganz allein der BAK Shalom, die böse bürgerliche Presse und eine Studie, die nie eine sein wollte. Trotzdem oder gerade deswegen entschied sich die Bundestagsfraktion mit einem Beschluss dazu, einen vorhandenen  Parteibeschluss zu konkretisieren und genau die oben angesprochenen Thesen abzulehnen.

Doch 12 Mitglieder der Bundestagsfraktion hatten den Raum verlassen, damit ein einstimmiger Beschluss möglich ist - soweit erstmal nicht schön, aber verkraftbar. Eigentlich war damit endlich eine Grenze in einer Debatte gezogen, die eine Linke nicht überschreiten darf und die wir beim Überschreiten von anderen Parteien auch kritisieren würden. Nun kenne ich es aus meiner Arbeit als Betriebsrat, dass mensch sich durch Abwesenheit einer Abstimmung entziehen kann, was ich nicht kenne, dass mensch danach anfängt “um sich zu schlagen” und öffentlich von Maulkörben, SED-Verhalten und Denkverboten spricht. Dass die “Superlinken” danach erklären, ihre Partei wird von Rechten übernommen und nun müsse mensch zu Gegenmaßnahmen greifen ist für mich und viele andere Menschen schlichtweg unfassbar.

Die LINKE ist nun nach Jahren des Wachstums und Erfolgen auf dem Boden gelandet. Wir ziehen nicht mehr so einfach in Landtage ein und auch bei den Umfragen zur Bundestagswahl haben wir den einen oder anderen Prozentpunkt verloren. Genau jetzt müssen wir uns natürlich endlich den inhaltlichen Debatten stellen. Der Ursprungspunkt unseres Aufschwunges, die Hartz-4-Proteste, ist nicht mehr der “Renner”, die Debatte um den Atomausstieg hat uns auch nicht geholfen. Aber es gibt z.B. immer noch keinen Mindestlohn, Arbeitnehmer_innenrechte werden weiterhin immer wieder angegriffen und auch die unsoziale Kopfpauschale ist noch lange nicht vom Tisch.

Es gibt also noch genug Aufgaben, wo uns die Menschen brauchen, uns als die LINKE Partei, die alleine mit ihrer Anwesenheit in Parlamenten und auf den Straßen dafür sorgt, dass die Schwachen und Armen nicht vergessen werden. Das Projekt hat noch viel zu tun, aber auch nur, wenn bestimmte Grenzen nicht überschritten werden.

Anmerkung: Ich empfehle hierzu auch Petra Pau http://www.petrapau.de/17_bundestag/dok/110123_an_kommunismus.htm

und den Prager Frühling

http://www.prager-fruehling-magazin.de/article/693.ja-zu-klaren-grenzen.html



Antisemitismus-Beschluss in der Linken

 

ein Kommentar von Anne Geschonneck, stell. Landessprecherin der Linksjugend [solid] Sachsen-Anhalt & Bundesvorsitzende des Die Linke.SDS

 

Von vorne an

Unmittelbar vorausgegangen ist dem Beschluss ein Anfang Juni veröffentlichter Beitrag von Sebastian Voigt und Samuel Salzborn[2], in dem sie vielen Mitgliedern der Partei einen offenen oder latenten Antisemitismus bescheinigen. In bürgerlichen Medien gerne als „Studie“ bezeichnet, entbehrt dieser Bericht jedoch jeder wissenschaftlichen Grundlage, wie auch unlängst die beiden Verfasser zugaben[3]. Trotzdem nahm die CDU-Fraktion dies als Anlass, im Bundestag eine Fragestunde zu initiieren, in der sich die Abgeordneten der LINKEN zu den Vorwürfen äußern mussten[4]. Sowohl der Beitrag, als auch die Fragestunde waren ein gefundenes Fressen für die Medien und plötzlich war der Antisemitismus in der LINKEN in aller Munde. Jeder noch so kleine Lokalanzeiger konnte etwas beitragen, um die Vorwürfe zu erhärten, ein ungeheuerer medialer Druck baute sich auf, das steht außer Frage.

Doch wieder versäumte es die LINKE, in dieser Situation umsichtig und besonnen zu reagieren, wie auch schon in der Kommunismus-Debatte Anfang des Jahres.

Keine zwei Wochen später lag die Beschlussvorlage vor, in dem die Mitglieder der Fraktion dazu aufgefordert wurden, sich gegen eine Ein-Staaten-Lösung, Boykott-Aktionen und die Gaza-Flottille auszusprechen.

 

Unter Druck geraten

Der Beschluss enthält konkrete Verhaltens- und Handlungsanweisungen und das zu einem Thema, welches eines der kontrovers diskutiertesten Themen innerhalb der Partei ist. Es scheint mir daher unmöglich, innerhalb eine Zeitspanne von 14 Tagen, einen Beschluss zu formulieren, ihn zur Abstimmung zu bringen und dann auch noch einhelliges Jubelgeschrei zu erwarten.

So eine Beschlussvorlage mit disziplinarischen Maßnahmen braucht Zeit, Zeit um die Positionen zu überlegen, aber viel wichtiger noch, sie auch zu diskutieren und eigenes Handeln und Verhalten kritisch zu reflektieren. In einer so pluralen Partei wie der LINKEN kann daher nicht innerhalb von wenigen Tagen eine Handlungsanweisung aufgelegt werden, die ein so empfindliches Thema wie den Nahostkonflikt berührt. Den Zeitdruck sieht mensch dem Beschluss an, zu drei zentrale Fragen innerhalb der linken Debatte um den Nahen Osten, wird sich auf 10 Zeilen positioniert.

Das wirft aber eine nächste Frage auf, warum dieser Zeitdruck? Klar, die CDU schimpft „die LINKE sei kein Partner im Kampf gegen Antisemitismus“ und der SPIEGEL hetzt „Der härteste Antisemitismus findet sich nicht nur auf der extremen Rechten, sondern immer wieder auch bei der radikalen Linken.[5] Aber welchen Anspruch hat die LINKE an sich selbst, wenn sie immer wieder bei massivem Gegenwind ihr Fähnchen in den Wind hängt? Gegendruck wird es immer geben, so lange die LINKE sich nicht den Meinungen der Herrschenden unterordnet. Aber genau darum sollte es uns doch gehen, eine klare Opposition im Land sein, die Regierung immer kritisch in Frage stellen und entschlossen für gerechte und soziale Politik, auch international, einstehen.

 

Unter der Oberfläche

Dies sind für mich aber nur oberflächliche Probleme, der Konflikt liegt tiefer.

Meiner Meinung nach geht es hier eben nicht im Kern um Antisemitismus, um Israel und Palästina, um den Nahost-Konflikt und die Positionen der LINKEN dazu.

Es geht um Machtverteilung innerhalb der Partei, es geht um die Frage der Regierungsbeteiligung, um rechts und links in der LINKEN.

Wie vorhergehend schon beschrieben, werden linke Positionen nach und nach aufgeweicht, wenn immer wieder Anbiederungen an mögliche politische Partner erfolgen.

Es wird klar versucht, die LINKE salonfähig zu machen auf dem Parkett der Mächtigen. 2013 sind Bundestagswahlen, erstmals könnte dort die LINKE auch auf Bundesebene von ihrem Platz auf der Oppositionsbank in die Regierung einziehen. Grundsätzlich erstrebenswert, da ein grundlegender Wandel der Verhältnisse auch parlamentarische Veränderungen mit einbeschließt.

Denn noch sind viele Positionen der LINKEN einfach „zu links“ für SPD oder Grüne. Doch anstatt den richtigen Weg zu gehen, in dem mensch weiter für Verständnis und Akzeptanz unserer Positionen kämpft, um weiterhin die Unmöglichkeit der aktuellen Verhältnisse aufzuzeigen, wird versucht sich auf andere Weise zu etablieren.

Kompromisse werden gesucht und gefunden, indem linke Ideale und programmatische Eckpunkte untergraben und verraten werden. Die Regierungsbeteiligung als Ziel gilt es um jeden Preis zu erreichen und dafür ist nichts zu teuer und eine Koalition z.B. mit der SPD kostet viel. Dafür kann mensch schon mal den Kommunismus als Ziel streichen oder die halbe Partei als antisemitisch diffamieren.

Die Frage der Regierungsbeteiligung spielt im parteiinternen Strömungskampf schon lange eine besondere Rolle. Wenn es darum geht, Kompromisse zu finden, um der LINKEN zu mehr Macht zu verhelfen, nimmt das Forum Demokratischer Sozialismus (fds) eine Vorreiterrolle ein. Dieser reform- und regierungsorientierte Flügel der Partei, versucht die Positionen der LINKEN immer weiter nach rechts zu schieben und treibt eine Sozialdemokratisierung voran. Schon jetzt wird der LINKEN vorgeworfen, dass sie kaum eigene Positionen hat, die sie von der SPD abgrenzen. Das kann nicht besser werden, wenn mit Beschlüssen, wie dem aktuellen, den großen Parteien nach dem Mund geredet wird. Das eigene Profil bleibt dabei auf der Strecke, nicht immer ungewollt.

Hier zeigt sich jedoch auch ein höchst instrumentelles Verhältnis zu Jüdinnen und Juden und dem Begriff Antisemitismus. Vordergründig schiebt mensch den Kampf gegen Antisemitismus vor, um hintergründig den Linken innerhalb der Partei, den Mund zu verbieten. Denn der linke Flügel, der den Weg der Selbstaufweichung von wirklich linken Positionen nicht mittragen will, stellt eine ernsthafte Gefahr für die Regierungsbeteiligung dar. Wenn dieser Flügel dann auch noch mit seinen Positionen eben z.B. im Nahostkonflikt von dem abweicht, was im Mainstream der Gesellschaft gerade Konsens ist, dann muss ein Beschluss her, der Medien und Politik besänftigt und die LINKE als Partnerin weiter denkbar macht. Ein Beschluss, der im Titel „gegen Antisemitismus“ trägt, soll sich daher auch von vornherein schlecht angreifbar machen.

Denn der Vorwurf des Antisemitismus ist ein Totschlagargument in jeder Debatte, das zeigt sich jetzt wieder. Fundierte Kritik wird sofort abgewiesen, mit dem Verweis, dass wer den Beschluss der Fraktion kritisiert, sich ja auch gegen den Kampf gegen Antisemitismus  ausspricht. Eine Nicht-Diskussionsbereitschaft wird hier deutlich, die absolut nicht einer linken Organisation entspricht.

 

Erheblicher Diskussionsbedarf

Dabei gibt es eine Menge Diskussionsbedarf. Denn wenn mensch sich die genannten Punkte anschaut, ist nicht ersichtlich, warum diese als antisemitisch oder sogar rechtsextrem  gelten sollen. Boykott-Aktionen israelischer Produkte werfen natürlich Assoziationen zur NS-Zeit auf, besonders, wenn sie in Deutschland durchgeführt werden. Doch sollte erst genauer hinter die Intention von solchen Aktionen geschaut werden, bevor die Generalverdächtigung des Antisemitismus verkündet wird. Denn es ging und geht nicht darum, pauschal alle israelischen Güter zu ächten. Vielmehr geht es darum, eigenes Konsumverhalten kritisch zu überdenken und sich zu fragen, ob mensch den Kauf von Produkten, die in widerrechtlich besetzten Gebieten produziert werden, mit sich selbst vereinbaren kann, unterstützt mensch doch damit die Fortführung der Okkupation. Außerdem sind diese Produkte streng genommen auch keine israelischen Produkte, da laut EuGH-Rechtssprechung die besetzten Gebiete gar nicht zu Israel gehören.[6]

Auch die Gaza-Flottillen sind kein antisemitisches oder gar rechtsextremes Unterfangen. Es muss natürlich darauf geachtet werden, welche KooperationspartnerInnen sich für solche Aktionen ausgesucht werden, doch ist das Anliegen eine völkerrechtswidrige und inhumane Blockade zu durchbrechen ein sehr legitimes. Und können wir unsere Solidarität und Unterstützung teilen, wenn z.B. auch jüdische Friedensaktivisten an solcher einer Flottille teilnehmen?[7]

Im Moment ist die Ein-Staaten-Lösung keine realistische Option als Lösung des Konflikts, da das Existenzrecht Israels nicht zur Disposition steht. Wer sich aber dauerhaft darauf festlegt, die Möglichkeit eines gemeinsamen Staates von Israelis und PalästinenserInnen nicht zu denken, schließt auch die Möglichkeit aus, dass Menschen Frieden miteinander schließen können, ein sehr pessimistisches Menschenbild.

Die drei genannten Inhalte des Fraktionsbeschlusses lassen also Antisemitismus und Rechtsextremismus vermissen.

Der Vorwurf des Antisemitismus wird hier als Herrschaftsinstrument[8] missbraucht, um die interne Machtverteilung innerhalb der LINKEN weiter nach rechts zu verschieben und den linken Flügel aus der Partei zu drängen. Der Beschluss „Entschieden gegen Antisemitismus“ erscheint bei dieser Betrachtung als reine Ironie, sollte bei dieser Instrumentalisierung doch darauf geschaut werden, wer hier welches Verhältnis zu Menschen jüdischen Glaubens pflegt.

 

Hoch die internationale Solidarität?!

Ein weiteres Problem, welches sich mit dem Beschluss aufdrängt ist die Frage, in wie weit wir für Internationalismus einstehen. Nicht nur deutsche Linke nehmen an der Gaza-Flottille teil, nicht nur in Deutschland gibt es Protest gegen die Besatzungspolitik Israels. Welches Verhältnis zu sich müssen dann israelische Linke haben, die in einem offenen Brief den Beschluss der Fraktion kritisieren[9]. Sind diese dann auch Antisemiten und rechtsextrem?

Sind unsere spanischen, britischen, französischen … GenossInnen jetzt auch alle Antisemiten, mit denen wir tunlichst nicht zusammenarbeiten können? Das würde DIE LINKE auf europäischer Ebene extrem isolieren und uns von unseren wirklichen PartnerInnen national und international abschneiden.

 

Fazit

Der Beschluss der Fraktion nützt weder etwas im Kampf gegen Antisemitismus noch gegen Rechtsextremismus. Er spaltet die Partei und führt eher dazu, dass Projekt der Partei DIE LINKE zum Scheitern zu bringen.

Anstatt sich wirklich innerhalb der Gesellschaft gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus zu engagieren, werden die Begriffe instrumentalisiert und für den parteininternen Strömungskampf missbraucht.

Eine Strategie, der es entschlossen entgegen zu wirken gilt.



 

 

 

 

 

 

 

 

 

21. Juni 2011
Freiraumdemo in Wittenberg

Aufruf: Freiraum-Demo Lutherstadt-Wittenberg - 25. Juni 2011

„lasst uns träumen, doch lasst sie uns leben
Für selbstorganisierte Freiräume, gegen rassistische Sondergesetze.
Her mit dem schönen Leben!“

Seit dem Jahr 2004 kämpfen alternative und antifaschistische Menschen um ein selbstverwaltetes Zentrum in Wittenberg. Nach jahrelangen, ergebnislosen Verhandlungen mit der Stadt Wittenberg und dem Landkreis, wurde am 14. August 2009 das alte Gesundheitsamt in der Wallstraße 1 besetzt. Am 25. August endete jedoch der kurze, elftägige Traum von einem kollektiven, selbstbestimmten und solidarischen Zusammenleben.

Nach der Räumung der Wallstraße 1 zeigte sich die Stadt verhandlungsbereit.
Die von ihr angebotenen Objekte waren allerdings zum größtenteil ausgebrannt, verschimmelt und zu klein. Also war mensch wieder auf sich gestellt und begab sich im Wittenberger Immobiliendschungel auf die Suche nach einem neuen Haus.
Im Oktober 2009 konnte schließlich ein geeignetes Domizil gefunden werden. Nachdem mensch sich nun anderthalb Jahre von Behörde zu Behörde gequält, eigene Grundrisse angefertigt und Architektentermine hatte, Kostenkalkulationen erstellt wurden und ein Mietvertrag ausgehandelt werden konnte, kam im März 2011 die traurige Gewissheit das dass geforderte Brandschutzkonzept von der Stadt und dem Bauamt Wittenberg nicht finanzierbar ist.

Alles auf 0???
Für uns ist klar, dass der Kampf um selbstorganisierte Freiräume und unkommerzielle Kultur weitergeht.
In einer Stadt in der es keine Konzertmöglichkeiten gibt, kaum Proberäume, keine Treffpunkte die nicht damit verbunden sind Geld auszugeben und kein Platz zur freien Entfaltung, ist dieser Kampf bitter notwendig. Auf welchem Weg er in den nächsten Monaten und Jahren geführt wird, wird sich zeigen.
Während in dieser ach so toleranten Stadt Wittenberg Menschen mit geringem Einkommen an den Stadtrand gedrängt werden, weil die Innenstadt zu einer reinen Luxus- und Touristenmeile gemacht wird, beschäftigt sich die Politik damit, ein neues Einkaufszentrum zu bauen, den Bahnhof komplett zu sanieren und die Stadtkirche zu restaurieren, sodass alles sauber und ordentlich bis zum Lutherjahr 2017 aussieht.

ABER: Wo bleiben dann die Obdachlosen, die Erwerbslosen und die Menschen denen eh kaum Geld zum leben bleibt?
Wo bleiben die Träume von so vielen in dieser Stadt, die keinen Bock drauf haben jeden Abend in den selben Kneipen zu versauern?
Wo bleiben die Menschen, die nicht in das Bild passen wollen das diese Gesellschaft normal nennt?
Wir haben kein Problem mit Luxus, nur dann soll der Luxus auch allen zugänglich sein. Für Jede, Jeden und allen Alters.

Unsere Alternativen zur Stadtentwicklung heißen: praktische Solidarität, unkommerzielle Kneipen, Fahrrad- und Kreativwerkstätten, Küchen für alle, Infoläden, bezahlbarer Wohnraum, Bauwägenplätze, kostenlose Kinos, Konzerte, Selbsthilfe, gemeinsame Organisierung des Alltags, große freizugängliche Parkanlagen, riesige Spielplätze, freie Graffittiflächen und Räume in denen Menschen ihre Träume von einer anderen Welt und einem besseren Leben, leben können. Kollektiv und solidarisch.

Wir wollen mit dieser Demo zeigen, dass wir weiterhin keinen Platz zum Entfalten unserer Träume haben und dass der Kampf um alternative, selbstorganisierte Freiräume in Wittenberg weitergeht. Gleichzeitig wollen wir am 25.Juni unsere Wut über die katastrophalen Zustände im Abschiebelager Möhlau, indem Menschen seit 20 Jahren in völliger Isolation und unter menschenunwürdigen Bedingungen leben müssen, zum Ausdruck bringen.
Für ein Leben ohne Abschiebeknäste und kommerzieller rassistischer Stadtpoltik.

Für selbstorganisierte Freiräume, gegen rassistische Sondergesetze.
Her mit dem schönen Leben!“

15 Uhr Hauptbahnhof Lutherstadt Wittenberg
Nach der Demo Live-Auftritt von „Conexion Musical“ +
Küche Für Alle!

10. Juni 2011
Erste Rede von Evelyn Edler im Landtag

Evelyn Edler zu TOP 09: Gleichstellung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt

Zum Video

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Dieses Zitat von Erich Kästner trifft auf die Karriereförderung von Frauen ebenso zu wie auf die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote.

Die Fraktion Die Linke möchte mit dem vorliegenden Antrag ein Zeichen setzen: Wir wollen durch eine gesetzlich festgeschriebene Quotierung endlich eine effektive Förderung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in deutschen Unternehmen anschieben. Geht es hingegen nach dem Willen der Bundesregierung, so soll über die Frauenquote in Führungspositionen der deutschen Wirtschaft erst einmal weiterdebattiert, aber nichts Entscheidendes getan werden.

Die wesentlichen Fakten sind uns allen hinreichend bekannt. Die Anzahl weiblicher Führungskräfte in den deutschen Wirtschaftsunternehmen ist immer noch verschwindend gering. Dabei fehlt es nicht an hochqualifiziertem weiblichen Nachwuchs. Frauen stellen durchweg die Hälfte der Hochschulabsolventen. Die gesellschaftliche Entwicklung hin zu angemessener Teilhabe von Frauen am Arbeitsleben ist dennoch nicht auf allen Ebenen so weit fortgeschritten, wie sie es sein sollte. Auch im Jahre 2011 zeigt sich vielmehr ein seit langer Zeit unverändertes Bild: Vorstände und Aufsichtsräte börsennotierter Aktiengesellschaften sind fest in Männerhand. Der Frauenanteil der von Anteilseignerseite gewählten Aufsichtsräte in börsennotierten Unternehmen beträgt gerade einmal 2 bis 4 %. Das ist ein höchst unbefriedigender Zustand. Von dem Aspekt einer faktischen Diskriminierung einmal abgesehen, liegt ein höherer Frauenanteil auf der Führungsebene auch im Interesse unserer Unternehmen. So stellte die breit angelegte Studie des amerikanischen Wirtschaftsforschungsinstituts Catalyst im Jahr 2004 einen Zusammenhang zwischen gehobenem Frauenanteil im Top-Management und dem durchschnittlichen finanziellen Erfolg eines Unternehmens fest.

Dieses Ergebnis bestätigt auch eine 2007 veröffentlichte McKinsey-Studie. Mögen die Ergebnisse auch vielleicht lediglich statistische Belege liefern und keine Kausalitätsanalysen vornehmen, stimmen sie doch alle in dem Punkt überein, dass ein erhöhter Anteil von Frauen in Führungspositionen auf breiter Front mit besseren wirtschaftlichen Ergebnissen einhergeht. Von positiven Effekten für die Unternehmen im Wettbewerb geht auch die im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im März 2010 erstellte Studie "Barrieren und Brücken" aus: Heterogen zusammengesetzte Entscheidungsgremien gewährleisten bessere Entscheidungsprozesse und damit in der Tendenz auch bessere Entscheidungsergebnisse. Dies dient sowohl dem Unternehmen als auch seinen Mitarbeitern und Eigentümern. Die Einführung einer gesetzlichen Mindestquote ist damit auch gesamtwirtschaftlich und sinnvoll.
 
Auch angesichts des demografischen Wandels können wir es uns schlichtweg nicht leisten, auf die Hälfte unseres Führungskräftepotenzials zu verzichten.

Darüber, dass etwas geschehen muss, herrscht politischer Konsens. Die spannende Frage ist nur, wie. Bemühungen auf der Grundlage von freiwilligen Vereinbarungen oder Soft Law sind im Sande verlaufen. An Versuchen, den Frauenanteil ohne gesetzliche Quoten durch freiwillige Maßnahmen der Wirtschaft nennenswert zu heben, hat es nicht gefehlt: Die Bundesregierung hat im Juli 2001 eine Vereinbarung mit den Spitzenverbänden der Wirtschaft zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft geschlossen. Eine Erhöhung des Frauenanteils auch in Führungspositionen war ausdrücklicher Bestandteil der Zielsetzungen. Diese viel zitierten Selbstverpflichtungen der Wirtschaft waren die Geschäftsgrundlage dafür, dass der Gesetzgeber auf gesetzliche Maßnahmen verzichtet hat. Was aber hat sich in den zehn Jahren seither getan? Die Bezeichnung „wenig“ wäre, glaube ich, noch übertrieben. Es herrscht vielmehr ein faktischer Stillstand. Es reicht bei weitem eben nicht aus, wie die Bundesfrauenministerin weiterhin die Fahne der transparenten Selbstverpflichtungen der Wirtschaft hochzuhalten. Noch weniger kann man sich damit begnügen, wie die Bundeskanzlerin die mangelnde Frauenrepräsentanz in Führungsetagen als „ziemlichen Skandal“ anzuprangern und gleichzeitig eine gesetzliche Frauenquote per Machtwort auszuschließen.

Die Ewiggestrigen mögen weiterdebattieren und auf nachweislich erfolglose Methoden setzen. Doch wer so vorgeht, ignoriert den Stillstand und zeigt, dass er die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat.  Demgegenüber zeigt ein Blick ins Ausland, dass verbindliche Frauenquoten den gewünschten Effekt erzielen können. Vorbildcharakter kommt Norwegen zu, das im Jahr 2004 als erstes Land eine verbindliche Frauenquote von 40% eingeführt hat. Die Phase freiwilliger Maßnahmen ist vorbei. Ein Handeln des Gesetzgebers ist überfällig.

Lassen Sie mich noch die wesentlichen Eckpunkte des Antrages vorstellen:

Die Verringerung des Lohngefälles zwischen Männern und Frauen sowie die Auseinandersetzungen mit seinen eigentlichen Ursachen sollten weiterhin Priorität besitzen. Die Maßnahmen die in dieser Beziehung getroffen werden müssen, sollten auf der Einbindung aller Betroffenen und auf einer Kombination des gesamten zur Verfügung stehenden Instrumentariums beruhen, das vor allem auf  die wirksame Umsetzung geltender Rechtsvorschriften abzielt, eine transparente Evaluierung der Entgeltsysteme beinhaltet, und Maßnahmen zur Sensibilisierung und zur Bekämpfung von Stereotypen sowie die Überprüfung von Arbeitsplatzbewertungen mit einschließt. Die Steuer- und Sozialleistungssysteme sollten für Frauen und Männer gleichermaßen finanzielle Anreize zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit und zum Verbleib im bzw. zur Rückkehr ins Erwerbsleben bieten z.B. nach Schwangerschaft Kinderbetreuung. Und um Frauen und Männern dieselbe wirtschaftliche Unabhängigkeit zu sichern, auch im Hinblick auf den Erwerb von Rentenansprüchen.

Der Antrag verfolgt auch das Ziel für alle Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen eine gesetzliche Frauenquote in Höhe von 40 % einzuführen. Wir begrüßen dabei den Gesetzentwurfsantrag im  Bundesrat des Landes Nordrhein-Westfalens. Durch die gesetzlich verankerte Quote für den Aufsichtsrat würde gleichermaßen Transparenz und fruchtbare Konkurrenz geschaffen. Hochqualifizierte Frauen werden dann nämlich sehr gerne einen Blick in den Lagebericht und auf die Frauenförderung eines Unternehmens werfen, bevor sie sich dort bewerben. Dieser Entwurf bietet ein ebenso klares wie ausgewogenes Konzept: Es kann somit Rücksicht auf die berechtigten Belange der betroffenen Unternehmen genommen werden. Zum einen hätten sie rund fünf Jahre Zeit, um die erste Stufe der Mindestquote von 30% zu erreichen, zum anderen ist für Unternehmen, die trotz anhaltender intensiver Bemühungen keine hinreichende Anzahl von Frauen für ein Aufsichtsratsmandat gewinnen konnten, eine so genannte Härteklausel vorgesehen.

Ob es Frauen und Männern gelingt, ihr Berufs- und Privatleben miteinander in Einklang zu bringen, hängt wesentlich von einer modernen Arbeitsorganisation, von erschwinglichen und guten Betreuungsangeboten sowie von einer ausgewogeneren Aufteilung der Aufgaben in Familie und Haushalt ab. Die Möglichkeit, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren, wirkt sich unmittelbar auf die Beschäftigung von Frauen und deren Stellung auf dem Arbeitsmarkt, auf ihr Einkommen und ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit in allen Lebensabschnitten aus. Es gilt, vor allem Maßnahmen zu ergreifen, mit denen die Männer ermutigt und befähigt werden, mehr Betreuungsaufgaben und familiäre Verpflichtungen zu übernehmen. Zu berücksichtigen ist auch die steigende Zahl der Alleinerziehenden-Haushalte, wobei die Alleinerziehenden meist Frauen sind. Am Arbeitsplatz muss die Notwendigkeit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männer noch stärkere Anerkennung finden. Der Wirtschaftsabschwung sollte nicht als Vorwand dienen, um Fortschritte auf dem Gebiet der Vereinbarkeit von Familie und Beruf wieder in Frage zu stellen oder um die Mittel für Betreuungseinrichtungen und Urlaubsregelungen zu kürzen, die insbesondere für den Zugang von Frauen zum Arbeitsmarkt wichtig sind.

Lassen Sie uns gemeinsam diesen Antrag als Anstoß für Sachsen-Anhalt im Bundesrat und auf Landesebene betrachten, um den ersten Schritt in die richtige Richtung zu gehen. Unser Antrag eröffnet nicht nur beruflich qualifizierten Frauen endlich den Weg zu den ihnen bisher weitgehend versperrten Führungspositionen in der deutschen Wirtschaft. Durch ihn kann auch die „gläserne Decke“ im öffentlichen Dienst zerbrochen werden. Zugleich wahrt er mit Augenmaß die Interessen der Unternehmen an einer an Qualität und kontinuierlicher Entwicklung des Führungskräftenachwuchses orientierten Personalpolitik.

18. Juni 2011
Merseburg gegen Rechts!

Aufruf des Bündnis "Merseburg gegen Rechts" gegen den Naziaufmarsch am 18.06.


(D)eine Stunde für Demokratie!
Gegen den Aufmarsch von Neonazis am 18. Juni in Merseburg

***

Am 18. Juni 2011 wollen Neonazis bereits zum zweiten Mal binnen eines Jahres in Merseburg auf die Straße gehen. Unter dem Motto: “Damals wie heute: Arbeiter im Kampf um die Freiheit!” planen sie einen Aufmarsch, der die Erinnerung an den Aufstand des 17. Juni 1953 missbraucht.

An diesem Tag setzten sich auch in der Region Merseburg Tausende Menschen gegen Diktatur und staatliche Willkür zur Wehr. Sie protestierten mit Demonstrationszügen, u.a. aus den Leuna- und Bunawerken kommend, gegen Normerhöhungen und gegen staatliche Bevormundung. Einige bezahlten ihr Engagement gegen die DDR-Diktatur mit dem Leben. Viele mussten nach der Niederschlagung des Aufstands fliehen, andere mussten Repressionen erdulden.

Nur vorgeblich geht es den Neonazis am 18. Juni 2011 um die „Freiheit“. Als Feinde von Demokratie und Menschenrechten wollen sie stattdessen wie im vergangenen Jahr das Wochenende des Merseburger Schlossfestes nutzen, um ihre rassistischen, antisemitischen und allgemein menschenfeindlichen Parolen offensiv und mit großem Publikum auf die Merseburger Straßen zu tragen. Das wollen und werden wir nicht zulassen.

Unsere Sorge ist dabei nicht nur, dass Neonazis sich ausgerechnet das imageträchtige Wochenende des Merseburger Schlossfestes für ihre menschenfeindlichen Aktivitäten aussuchen. Merseburg hat auch an allen anderen Tagen des Jahres ein Problem mit Neonazis. Zur Landtagswahl wählten über 600 Menschen (4,6 Prozent) in der Stadt die verfassungsfeindliche NPD. Viele Gebäude sind mit neonazistischen Parolen beschmiert. Offenbar rechte Täter schändeten inzwischen zum vierten Mal die Gedenkstele für die ermordeten Sinti und Roma auf dem Merseburger Neumarkt. Zudem kommt es immer wieder zu Angriffen von Neonazis auf nicht-rechte Jugendliche sowie auf Migrantinnen und Migranten.

Widerstand gegen Neonazis in Merseburg muss noch sichtbarer und wirksamer werden. Wir wollen in unserer Stadt den Nazis aktiv etwas entgegensetzen. Beispiele aus der Region zeigen: Wo Neonazis ungehindert demonstrieren können, kommen sie wieder. Wo ihnen aber Widerstand entgegengesetzt wird, werden Aufmärsche für sie unattraktiver.

Unser breites Bündnis will den Naziaufmarsch nicht einfach hinnehmen. Wir rufen deshalb zum friedlichen und gewaltfreien Protest gegen die Neonazis auf. Wir werden die Aktivitäten der rechten Szene aus NPD und „Freien Kräften“ in Merseburg konsequent behindern. Mit unseren Aktivitäten wollen wir den Neonazis die Lust an Aufmärschen in Merseburg nehmen. Wir setzen dabei auf unterschiedlichste, aber immer friedliche Aktionsformen. Dieses Ziel eint uns über alle sozialen, politischen oder kulturellen Unterschiede hinweg.

Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger sowie die vielen Gäste des Schlossfests ein, am 18. Juni 2011 eine Stunde für Demokratie zu geben. Ob jung, ob alt, kommen Sie am 18. Juni vor Ihrem Besuch des Merseburger Schlossfests zu den Kundgebungen und Aktionen gegen Neonazis. Beteiligen Sie sich am gewaltfreien Protest und helfen Sie mit, dass Neonazis in Merseburg nicht ungehindert marschieren können!

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Eine sichere und gemeinsame Anreise kann von uns wie immer organisiert werden. Sendet dazu einfach eine Mail an Robert -> jugend@dielinke-lsa.de

9. Juni 2011
BREAKING NEWS: Keine Massenblockaden an Pfingsten

Mitteilung des Bündnis "Block Brokdorf" http://block-brokdorf.org/index.php/revision-verschoben


 

+++ AKTUELL: Massenblockaden an Pfingsten finden nicht statt +++ Camp ist trotzdem geöffnet +++ Einladung ins Aktionscamp zur gemeinsamen Planung und Diskussion +++

Wie wir seit gestern Abend wissen, hat e.on die Revisionsarbeiten am AKW-Brockdorf auf den 15. Juni verschoben. Die fadenscheinige Begründung, die Netzstabilität über Pfingsten sei bedroht, ist mehr als
lächerlich. Viel naheliegender ist es, dass die angekündigten Massenblockaden der Anlass für diese Entscheidung sind.

In den letzten Stunden haben wir uns als Bündnis “Block Brokdorf” intensiv über das weitere Vorgehen beraten. Es macht für uns keinen Sinn Revisionsarbeiten zu blockieren, die nicht stattfinden.
Auch glauben wir nicht, dass wir die Aktion so kurzfristig verschieben können, da unsere Kapazitäten für eine so schnelle Umplanung nicht ausreichen. Unser Ziel war von Anfang an eine materielle wirksame und  nicht symbolische Blockade und so haben wir uns entschlossen, nicht für die Aktion an Pfingsten zu mobilisieren.
Natürlich waren die Massenblockaden unser Ziel – wir dürfen jedoch auch nicht vergessen, dass die Verschiebung der Arbeiten ein Zeichen dafür ist, wie hoch der Druck der anti-AKW-Bewegung auf Atomkonzerne gerade ist.

Wir werden, um unserer Forderung nach dem sofortigen Ausstieg aus der menschenverachtender und gefährlichen Technologie Atomkraft Nachdruck zu verleihen, am Sonntag den 12.06. die vom Anti-Atom Bündnis Unterelbe angekündigte Demo durchführen.

Diese beginnt um 6 Minuten vor 12 in Großwisch, nahe dem AKW Brokdorf und wird mit einer Umzingelung des AKW enden. Wir wissen, dass sich bundesweit viele Menschen auf die Blockaden vorbereitet haben, an Infoveranstaltungen und Aktionstrainings teilgenommen und sogar schon ihre Sachen für das kommende Wochenende gepackt haben. Auch wissen wir, dass die Blockaden nur ein erster Schritt in Richtung sofortigen Ausstieg gewesen wären.

Wir schlagen also vor, das vorbereitete Camp und die Planungen nicht einfach in den Wind zu schlagen, sondern zu nutzen, um mit vielen Menschen gemeinsam weitere Ideen zu spinnen, sich zu vernetzen und Vorschläge für die Zukunft zu sammeln.
Wir halten es für sinnvoll und notwendig gemeinsam Perspektiven zu diskutieren: Ob es um die Enteignung und Vergesellschaftung der Konzerne, alltägliche Atomtransporte oder die interne Zusammenarbeit geht. Neben diesen Diskussionen wird es natürlich auch die Gelegenheit für kleine, kreative Aktionen geben – wie auch immer diese dann aussehen mögen. Vor Ort laufen durchaus Vorbereitungen für die anstehenden Revisionsarbeiten. Zu stören gibt es in Brokdorf also genug!

Nicht zu vergessen sind natürlich auch die anderen Aktionen die rund um Pfingsten stattfinden werden! Wer am Pfingstwochenende etwas gegen Atomkraft und für eine andere Energiepolitik tun möchte, kann ins Wendland fahren und dort an der Aktion “Gorleben versalzen” teilnehmen. Ausserdem mobilisiert x-tausendmalquer weiterhin nach Brokdorf, allerdings für das Wochenende vom 18.-19.06.

Es ist noch lange nicht genug getan – für die sofortige Stilllegung
aller Atomanlagen!

 

 

25. Mai 2011
Block Brokdorf!

Ab in den Norden - AKW Brokdorf blockieren!

Linksjugend [‘solid] unterstützt das Bündnis Block Brokdorf, das zum Ende des Moratorium das Atomkraftwerk Brokdorf in Schleswig-Holstein blockieren wird. Damit soll ein entschiedenes Zeichen gegen die Atompolitik in Deutschland gesetzt werden. Mit der eilig beschlossenen vorrübergehenden Abschaltung der ältesten Atomkraftwerke Deutschlands nach dem Unfall im AKW Fukushima in Japan wollte die schwarz-gelbe Regierung die Bevölkerung beschwichtigen. Dieses Vorhaben ist am massiven Protest der Anti-AKW Bewegung gegen jegliche Formen der Atomkraft gescheitert und die Chancen stehen gut, dass die ältesten AKWs für immer stillgelegt bleiben.

Doch mit der Abschaltung der alten Atommeiler geben wir uns nicht zufrieden. Egal ob alt oder neu es gibt immer Risiken und alle AKWs produzieren Müll, der nicht einfach entsorgt werden kann. Die einzige vernünftige und für uns akzeptable Lösung ist deshalb die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen. Deshalb wollen wir an Pfingsten mit dem AKW Brokdorf eines der nicht Moratorium betroffen

Wenn ihr Lust hab, euch an der Aktion und der Vorbereitung und Mobilisierung dazu zu beteiligen schreibt eine Mail an: brokdorf@lists.linksjugend-solid.de

Interessierte aus Sachsen-Anhalt können sich beim LSpR melden via lspr.linksjugend-lsa@gmx.de, bei einer ausreichenden Personenanzahl kann ggf. eine gemeinsame Anreise per Bus, in jedem Fall aber per Zug organisiert werden!

Absichtserklärung 

Mitte Juni nehmen wir den Atomausstieg selbst in die Hand: Massenhaft werden wir das AKW Brokdorf blockieren. Wir glauben nicht an die Unterscheidung von “alten” und “neuen”, von “unsicheren” und “sicheren” AKWs. Unser gemeinsames Ziel ist die sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerke.

Mit einer Blockade im Juni können wir in Brokdorf Revisionsarbeiten behindern, die für den Weiterbetrieb des Kraftwerks notwendig sind. Gleichzeitig machen wir zum Ende des Moratoriums deutlich, dass wir nichts anderes akzeptieren werden, als den Sofortausstieg aus der Atomkraft. Wir begeben uns auf die Zufahrtsstraßen und lassen uns weder aufhalten noch vom Blockadeziel abbringen. Zu Tausenden machen wir die Zufahrtsstraßen dicht und werden sie nicht freiwillig verlassen. Wir sind entschlossen zu bleiben!

Es war nicht das Wirken politischer Entscheidungsträger_innen, das den bereits geplanten, noch massiveren Ausbau der Atomanlagen verhinderte, sondern der jahrzehntelange, breite und entschlossene Widerstand der Bevölkerung an den Bauzäunen und den geplanten Standorten. Gemeinsam mit den Energiekonzernen hielten diese trotz der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl an der Atomenergie fest. Brokdorf wurde als der weltweit erste Reaktor, der nach Tschernobyl ans Netz ging, zum Symbol für dieses Festhalten.

Auch der rot-grüne ‘Atomkonsens’ diente eher der Stilllegung der Anti-Atom-Bewegung als der Atomkraftwerke. Nachdem Schwarz-Gelb die Laufzeiten der Reaktoren erst letzten Herbst gegen den ausdrücklichen Willen der Bevölkerung weiter verlängert hat, dürfen wir uns von der Hinhaltetaktik der Parteien nicht beirren lassen. Das Atommoratorium lässt wenig erwarten, aber auf keinen Fall die nötige Konsequenz: Die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen. Jetzt, nach der Katastrophe von Fukushima, sind auch die Anlagen fällig, die den bisherigen Widerstand überdauert haben und uns alle Tag für Tag weiter bedrohen. Wir stellen uns dem Weiterbetrieb in den Weg, indem wir die Reaktoren durch Massenblockaden stilllegen.

Atomkraft birgt untragbare Risiken, darunter die Gefahr eines Super-GAUs; radioaktiver Müll, für den es kein Endlager gibt; die Herstellung und Weiterverbreitung waffenfähigen Materials bis hin zu massiven Gesundheitsschädigung der Arbeiter_innen und Anwohner_innen beim Uranabbau selbst.  Dass die Konzerne diese gänzlich unbeherrschbare Technologie dennoch mit allen Mitteln verteidigen, ist kein Zufall: Sie machen Milliardengewinne auf Kosten von Leben und Gesundheit aller Menschen und zukünftigen Generationen. Genau dieselben Unternehmen sind es auch, die den Neubau klimaschädlicher Kohlekraftwerke vorantreiben und den Aufbau ökologisch und sozial verträglicher Alternativstrukturen systematisch behindern. Daher gehören zugleich auch RWE, Vattenfall, e.on und EnBW stillgelegt, enteignet und in lokalen, demokratisch kontrollierten Einheiten vergesellschaftet.

Wir sind diesen Konzernen und der Regierung an ihrer Seite nicht machtlos ausgeliefert: Einige von uns waren schon am Bauzaun von Brokdorf – andere wurden damals erst geboren. Die einen sind seit Jahrzehnten in sozialen Bewegungen aktiv – für andere ist es die erste Demo überhaupt. Wir haben Erfahrungen von den Blockaden des G8-Gipfels in Heiligendamm, der Naziaufmärsche in Dresden, Köln und anderswo, nicht zuletzt von den Blockaden und vom Schottern des Castors im Wendland – oder wollen diese eben noch sammeln. Wir sind Gewerkschafter_innen, radikale Linke, Studierende, Aktive in Bürger_inneninitiativen,… – wir sind Block Brokdorf.

Du willst auch vom 11.06. - 15.06. mit dabei sein?
Dann unterzeichne die Absichtserklärung!

23. Mai 2011
democracia real ya!

Democracia Real YA!

Tausende sind zurzeit wieder auf der Straße, doch nicht in Nordafrika, was angesichts der Ereignisse in den letzten Monaten wahrscheinlich erscheint, sondern mitten in Europa.

In Spanien demonstrieren seit Tagen tausende von Menschen, sie besetzen zentrale Plätze, wie in Madrid den Puerta de Sol, oder finden sich immer wieder zu spontanen Kundgebungen zusammen.

Die „Movimiento 15-M“ (Bewegung des 15.Mai), welche sich selbst als Democracia Real YA! (Echte Demokratie, Jetzt!) bezeichnet, geht auf die Straße, um gegen Korruption, neoliberale Sparpolitik und die etablierte politische Klasse, um für Arbeit, Bildung und politische Teilhabe zu kämpfen. Denn Spanien ist z.B. trauriger Spitzenreiter in der Arbeitslosenstatistik in Europa. Inzwischen sind über 21% der spanischen Bevölkerung ohne Arbeit, besonders aber bei den Jugendlichen ist die Situation prekär, hier liegt die Quote sogar bei 45%. Egal ob gut ausgebildet, mit einem Studienabschluss in der Tasche, die jungen Erwachsenen finden keine Arbeit oder oft nur befristete Stellen zu schlechten Bedingungen.

Im Zuge der Finanzkrise wurde auch Spanien ein hartes Spar-Diktat auferlegt. Unter Regierungschef Zapatero hat die sozialistische Partei PSOE Rentenzahlungen eingefroren, das Kindergeld gestrichen und tausende Stellen im öffentlichen Dienst abgebaut. Die konservative PP versucht als Veto-Spieler politische Prozesse zu behindern.

Der Protest der sich in Spanien formiert, richtet sich aber nicht allein gegen den Sparzwang der EU, es ist keine Generalabrechnung mit der Regierung.

Die Protestbewegung greift das ganze System der Scheindemokratie im Kapitalismus an. Einzelne Parteien sind hier nicht Grund des Zorns, das gesamte Parteiensystem steht auf den Prüfstand, mit ihm die PolitikerInnen, die dieses System tragen und selbst nur nach Macht streben, anstatt für das Wohlergehen derer, die sie in den Parlamenten vertreten sollen, zu sorgen.

Und das wird nicht nur von perspektivlosen Jugendlichen angeprangert, wie viele Medien gern berichten. Die Masse der Demonstrierenden ist keineswegs eine homogene Gruppe. Hier gehen jung und alt, AkademikerInnen und SchulabbrecherInnen gemeinsam auf die Straße, der Protest wird also von einer sehr breiten Bevölkerungsschicht getragen.

Doch noch weiß die Regierung nicht so recht mit ihren rebellierenden BürgerInnen umzugehen. Sowohl die PSOE, als auch die PP haben Verständnis für die Begehren der Protestierenden geäußert.

Gleichzeitig wurden aber Demonstrationsverbote angeordnet. Am Wochenende waren in Spanien Kommunalwahlen - die regiereden PSOE erlebte ein Debakel - , angeblich sollten mit den Verboten der reibungslose Ablauf der Wahlen gewährleistet sowie die Beeinflussung von WählerInnen verhindert werden. Eine sehr fadenscheinige Ausrede, um den unbequemen Protest zu unterdrücken.

Denn was in Spanien nach der Wahl geschehen wird, ist im Moment noch nicht absehbar. Der Protest soll weitergehen, ein Signal für ganz Europa sein und die Menschen in anderen Ländern mitnehmen, auch in Deutschland nicht undenkbar.

Spanische Kritikpunkte sind auch auf Deutschland übertragbar. Es wird an den Menschen vorbei regiert, Protest ignoriert, die Demokratie weiter ausgehöhlt.

Es bleibt abzuwarten, wie die Situation in Spanien sich entwickelt, doch schon jetzt ist es gut zu sehen, dass sich in ersten europäischen Ländern ein breiter Protest gegen die vorherrschenden Bedingungen äußert - auch in Deutschland!

Kritisch anzumerken ist, dass sich DIE LINKE bisher noch gar nicht zu den Ereignissen geäußert hat, obwohl diese Bewegung ein wichtiger Schlüsselmoment sein kann, auf dem Weg, Positionen und Veränderungen in die Gesellschaft zu tragen, wie sie auch die Partei vertritt, zumal sich die Entwicklungen quasi vor unserer Haustür oder, um mit dem Bild „ein Haus Europa“ zu sprechen, in unserem Wohnzimmer abspielt.

Wir, die Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt solidarisieren uns aber mit den Menschen, die in Spanien ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen und sich ihr Leben nicht mehr von korrupten PolitikerInnen und scheindemokratischen Verhältnissen diktieren lassen wollen.

El Pueblo unido jamas sera vencido!

(ag)

29. Mai 2011
Workshop "Grüner Kapitalismus"

Grüner Kapitalismus - Klimawandel und Protest

Energiekrise, Wirtschaftskrise, Klimakrise?

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Bildungswerk für Politik und Kultur e.V. und der Linksjugend ['solid] Magdeburg

Bei den Grünen zeigt mensch sich optimistisch. Krise bedeutet immer auch Chance: der "Kapitalismus ist ein lernfähiges, evolutionäres System, das bisher noch jede Opposition in Innovation verwandelt hat", schreibt Ralf Fücks, Vorsitzender der grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung. Lassen sich die herrschenden Widersprüche zwischen Wachstumszwang, begrenzten Ressourcen und das Recht auf Leben auflösen? Besonders nach der Katastrophe in Fukushima stellt sich die Frage, welchen Preis wir für mehr wirtschaftlichen Reichtum und eine hohe Produktivkraft bereit zu zahlen sind.

Und welche Rolle spielt der soziale Protest innerhalb einer kapitalistischen Gesellschaft, die scheinbar immer mehr auf das Thema Ökologie setzt?

Diesen und weiteren Fragen wollen wir uns widmen und das Konzept des „Grünen Kapitalismus“ kritisch durchleuchten.


Zeit: 29. Mai, 11.00 bis 18.00 Uhr

Ort: Landesgeschäftsstelle, Ebendorfer Str. 3 in 39108 Magdeburg

Referentin: Ines Koburger


Anmeldungen an: jugend@dielinke-lsa.de oder über unsere anderen Kontaktmöglichkeiten

Reisekosten können übernommen werden, für Verpflegung ist gesorgt.


19. Mai 2011
Die Politik und das Internet - Gegenspieler oder Partner?

Jan Wagner, mit 25 Jahren jüngstes Mitglied des neuen Landtages, wird in einem spannenden Referat mit anschließender Diskussion beleuchten, wie das Verhältnis zwischen Politik und Netz ausgestaltet ist, welche Spannungsfelder es in der Netzpolitik gibt und welchen Rang netzpolitische Themen im Jahr 2011 einnehmen. Wieviel Zugewinn bringen neue Medien wirklich? Stellen neue Medien Demokratisierungspotentiale für ganze Gesellschaften dar? Welche Rolle spielte das Netz bei den nordafrikanischen Revolutionen? Dies und mehr am 19. Mai in Magdeburg!


Donnerstag, 19.05.2011

19.00 Uhr

Gebäude 2, Raum 109, Otto-von-Guericke-Universität

Eine Veranstaltung von SDS.Die Linke Magdeburg und Linksjugend ['solid] Magdeburg


4. Mai 2011
Bericht "Halle Blockt!"

Halle Blockt – Bericht zum Naziaufmarsch am 1.Mai

 (ag) „Fremdarbeiter- Invasion stoppen!“ – unter diesem blödsinnigen Motto wurde nach Halle zu einem Aufmarsch von Nazis aufgerufen. Die Ewiggestrigen nahmen die neu geltende ArbeitnehmerInnenfreizügigkeit von östlichen EU-Ländern zum Anlass, mal wieder durch die Stadt zu marschieren und stumpfsinnige Parolen zu grölen. (weiterlesen)

 

2. Mai 2011
Ausschreibung Mentoringprogramm

Die Partei DIE LINKE wird im Rahmen der Nachwuchsförderung in diesem Jahr erstmalig ein Mentoringprogramm durchführen. Das Programm eröffnet aktiven und engagierten Frauen im Alter von 18-35 Jahren die Möglichkeit, DIE LINKE und ihre Politik umfassend kennenzulernen und Handwerkszeug und Qualifizierung zu erwerben, auch um zukünftig mehr Verantwortung zu übernehmen. Es handelt sich dabei um die gezielte Förderung von jungen Frauen, die bereits für DIE LINKE aktiv sind. 

Das Programm läuft von September 2011 bis Juni 2012. Es stehen 16 Plätze zur Verfügung, je Landesverband einer. Wir bieten einen umfangreichen Einblick in die politische Praxis und die Möglichkeit einer/m erfahrenen PolitikerIn bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Das Vermitteln von politischem Handwerkszeug und theoretischem Wissen gehört ebenfalls zu diesem Programm.

Alles weitere erfahrt ihr auf der Webseite der LINKE.

Meldet euch bei unserem Juko Robert oder direkt bei der Bundesgeschäftsführung, die Bewerbungsfrist endet am 15. Mai!

13. April 2011
Hochschulen ins Wirtschaftsministerium - nicht mit uns!

Zur ministeriellen Eingliederung von Hochschulangelegenheiten ins Wirtschaftsministerium

Die Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt und die Hochschulgruppe des SDS.Die Linke Magdeburg warnen die designierte Landesregierung aus CDU und SPD davor, den Hochschulsektor Wirtschaftsinteressen unterzuordnen. Hochschulbildung und Forschung an den Hochschulen darf keinesfalls bedingt sein durch marktwirtschaftliche Logik. Dies hätte fatale Folgen für sämtliche Disziplinen, die keinerlei oder nur geringen marktwirtschaftlichen „Nutzen“ mit sich bringen. Wenn das Primat der Hochschulpolitik sein soll, möglichst in jene Bereiche zu investieren, die einen schnellen und unmittelbaren Profit versprechen, dann lehnen wir das entschieden ab und kündigen schon jetzt Proteste an!

Die Begründung dieser Entscheidung durch die CDU, Ressourcen des Wirtschaftsministeriums nutzen zu wollen, um die Hochschulen zu stärken, entbehrt jeglicher Grundlage. Nicht das Ministerium birgt ein Reservoir an Ressourcen, von dem die Hochschulen angeblich profitieren würden, sondern andersherum. An den Hochschulen wird der Grundstein für die Zukunft gelegt. Dort, wo Grundlagenforschung eine Chance hat und geduldig begleitet, unterstützt, gefördert wird, können wissenschaftliche Potentiale entstehen, die von gesellschaftlichem UND wirtschaftlichem Nutzen sind. Im Gegensatz dazu stirbt kreatives und schöpferisches Vermögen, wenn der schnelle Erfolg, um nicht zu sagen Rendite, oberste Prämisse ist.

Schon jetzt sind die technisch-naturwissenschaftlichen Fakultäten diejenigen, welche die mit Abstand besten Studienbedingungen anbieten können, welche eine Förderung erfahren, die sich manch geisteswissenschaftliche Disziplin nie zu erträumen wagen würde. Diese Asymmetrie wird in unseren Augen in erheblichem Maße verschärft. Es darf nicht sein, dass sozial-, erziehungs- und geisteswissenschaftliche Disziplinen in diesem Szenario abgekanzelt werden, es darf nicht so weit kommen, dass diese für gesellschaftlichen Fortschritt so unerlässlichen Wissenschaften für ihre Daseinsberechtigung kämpfen müssen. Das haben schlussendlich auch nicht die Studierenden verdient!

Die Stärken einer Wissensgesellschaft liegen in der Breite ihres Angebots. Die Interdisziplinarität der Wissenschaften führt zu neuen Erkenntnissen, die uns bestimmte Prozesse und Entwicklungen erklärbarer machen. Die marktradikale Ausrichtung ganzer Hochschulen zerstört diese Synergien; der dadurch angerichtete Schaden wäre immens. Eine Bildungslandschaft, die nur auf ökonomischen Befunden fußt, ist zum Scheitern verurteilt. Sie wird einen erheblichen Verlust an gesellschaftlichem Wissen verkraften müssen – und alles zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit im Kontext der Globalisierung?

Wir fordern die Koalitionäre auf, von diesen Überlegungen Abstand zu nehmen, die quasi im Nebensatz kommuniziert werden, aber doch so einschneidend sind, dass sie eine Zäsur im Bildungssystem darstellen würden, deren Folgen nicht kalkulierbar sind. Gerade vor dem Hintergrund des Wahlkampfs, in dem davon nicht der Hauch einer Rede war, empfinden wir diese Pläne als Verrat an den Wählerinnen und Wählern. Aber Themen, die nicht erwähnt werden und später auf die Agenda geraten, sind ja keine Lügen oder nicht eingehaltenen Wahlversprechen, nicht wahr?

rf

14. April 2011
Pressemitteilung zum Asylbewerberheim Möhlau

Menschenwürdiges Wohnen von Asylsuchenden gewährleisten

Der Kreistag von Wittenberg hat die die dezentrale Unterbringung von Asylbewerber-Familien in Wohnungen abgelehnt und stattdessen mit großer Mehrheit beschlossen, lediglich schwere Mängel im Asylbewerberheim Möhlau zu beheben. Dazu erklärt die Sprecherin der Fraktion für Asyl-, Flüchtlings- und Migrationspolitik Henriette Quade:

„Selbstbestimmtes und menschenwürdiges Wohnen gehört zu den unverzichtbaren Grundlagen einer demokratischen Gesellschaft, die zwangsweise Unterbringung in einem Asylbewerberheim ist mit der Würde des Menschen nicht vereinbar.

Für die Betroffenen führen Sammelunterkünfte zu zusätzlichen psychischen Belastungen, Privatsphäre und Bewegungsfreiheit bleiben ihnen weitgehend verwehrt. Die konzentrierte und oft isolierte Unterbringung macht die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben faktisch unmöglich. Die restriktiven Kontrollmaßnahmen in den Sammelunterkünften und in ihrem Umfeld vermitteln den Betroffenen das Gefühl des Ausgeliefertseins und sind oftmals Grundlage ihrer Stigmatisierung.

Für DIE LINKE ist die zentrale Unterbringung von AsylbewerberInnen unhaltbar und letztlich inhuman. Die Fraktion DIE LINKE steht gemeinsam mit Flüchtlingsorganisationen und Sozialverbänden für die dezentrale Wohnunterbringung von Asylsuchenden und Flüchtlingen und für eine an Menschenrechten und Teilhabechancen orientierten Zuwanderungspolitik.“

Magdeburg, 12. April 2011

7. April 2011
Erklärung: Extremismusklausel kassieren!

Gemeinsame Erklärung
von GRÜNE JUGEND, Jusos und der Linksjugend ['solid]

Wir stellen uns gegen den Versuch, mit einfachem Schablonendenken Debatten um linke Forderungen zu kriminalisieren. Wir fordern die Fraktionen im Deutschen Bundestag und in den Landtagen dazu auf, aktiv und gemeinsam gegen die verbreitete Extremismustheorie anzugehen und die Extremismusklausel wieder abzuschaffen.

In den vergangenen Monaten wurde die Debatte um „Linksextremismus“ mit einer bisher nicht dagewesenen Schärfe von Union und FDP geführt. Insbesondere Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat die Debatte befeuert. Ihr Ministerium stellt mit der Extremismusklausel alle Organisationen, die sich gegen Nazis engagieren und dabei öffentliche Fördermittel in Anspruch nehmen, unter den Generalverdacht des Extremismus. Diese Organisationen müssen sich nach Vorgabe des Ministeriums dazu verpflichten, im Rahmen ihrer Möglichkeiten dafür Sorge zu tragen, dass sie selbst und auch ihre KooperationspartnerInnen keine “ExtremistInnen” sind.

Die Maßnahmen haben einen unmittelbaren Effekt: Sie sollen die Bewegung in einen „bürgerlichen“ und einen „extremen“ Teil spalten, der nicht mehr zu den „normalen“ BürgerInnen dazu gehört. Die Arbeit von antifaschistischen Gruppen wird insgesamt kriminalisiert und als „extremistisch“ diffamiert. Gleichzeitig wird den Nazis ein größerer Spielraum gegeben, denn die Ausweitung des Extremismusbegriffs lässt sie ungefährlicher erscheinen. Der Feldzug gegen „LinksextremistInnen“ ist ein Feldzug gegen ein Phantom und behindert Aktionen gegen die, die wirklich gefährlich sind: AntisemitInnen, RassistInnen, Homophobe, Nazis, RechtspopulistInnen und NeofaschistInnen.

Unter der Oberfläche geht es auch darum, linke Ideen und Konzepte insgesamt als „extremistisch“ zu brandmarken. Linke politische Arbeit wird in ihrer Gesamtheit öffentlichkeitswirksam zum Erhalt der eigenen Macht diffamiert. Kritik an den bestehenden Verhältnissen soll unterbunden werden, wenn sie mit dem Weltbild der Regierungsmehrheit nicht übereinstimmt. Die wissenschaftlich unhaltbare Gleichsetzung von rechts und links ist einfach und praktisch für schwarz-gelb, denn dadurch soll eine Auseinandersetzung mit linken Forderungen und daran anschließend Widerstand der Betroffenen gegen die Regierungspolitik insgesamt unterbunden werden.

Als politische Jugendverbände lehnen wir den Extremismusbegriff ab. Wir sind solidarisch mit allen, die aktiv gegen Nazis kämpfen und sind der Auffassung, dass egal wer sich gegen Nazis engagiert und Courage zeigt Unterstützung verdient.

Die Extremismusklausel muss kassiert werden!

21. März 2011
Linke stabil, linke Mehrheiten im Landtag wachsen, Zeit für einen Wandel!

Die Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt ist hoch erfreut über das gute Ergebnis für die Partei DIE LINKE bei der Landtagswahl. Insbesondere der Einzug unserer drei KandidatInnen in den Magdeburger Landtag erfüllt uns mit Stolz. Mit Evelyn Edler, Jan Wagner und Henriette Quade befinden sich fortan drei junge PolitikerInnen im Landtag von Sachsen-Anhalt, die jungen linken Themen eine Stimme geben und für diese eintreten. (weiterlesen)


15. März 2011
Gemeinsamer Wahlaufruf der parteipolitischen Jugendorganisationen zur Landtagswahl 2011

Liebe Jung- und Erstwähler_innen,

am 20. März 2011 finden in Sachsen- Anhalt die Wahlen zum Landtag statt. Die heiße Phase des Wahlkampfs hat schon begonnen. Mehr oder weniger schöne und interessante Plakate hängen in den Straßen und Politiker stellen sich an Info- Ständen den Fragen der Wähler_innen und damit auch Euren.

Aber nicht nur demokratische Parteien wollen gewählt werden. Auch extremistische Parteien versuchen sich in den Landtag zu schleichen, allen voran die NPD. Wir, die jungen Menschen in Sachsen- Anhalt dürfen nicht zulassen, dass eine Partei, die rassistische, demokratie- und menschenfeindliche Werte vertritt, in den Landtag kommt!

Die politischen Jugendorganisationen setzen sich gemeinsam dafür ein, dass sich unser Bundesland auch zukünftig auf demokratischem Wege wirtschaftlich und gesellschaftlich erfolgreich entwickelt. Weltoffenheit und Toleranz sind Kennzeichen einer demokratischen Gesellschaft. Deshalb lehnen wir Fremdenfeindlichkeit und jede Art von politischem Extremismus ab.

Wir rufen alle Jung- und Erstwähler_innen in Sachsen- Anhalt auf:

Lasst Euch nichts von den Rechtsextremen erzählen und gebt dieser Intoleranz und Dummheit keine Chance!

Geht wählen und wählt demokratisch! Sprecht mit Freunden und nehmt sie mit in die Wahllokale! Gemeinsam können wir den Extremisten die Suppe versalzen!



Die Jugendorganisationen der im Bundestag vertretenen Parteien:

Linksjugend ['solid] Sachsen- Anhalt
Jusos Sachsen- Anhalt
Grüne Jugend Sachsen- Anhalt
Junge Union Sachsen- Anhalt
Julis Sachsen- Anhalt


14. März 2011
Eva Tichatschke vertrat Linksjugend in Salzwedel

Eva Tichatschke vertrat am gestrigen Tage die Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt auf einem Jugendpodium des Salzwedeler Jugendstadtrats. Geladen waren Vertreter_innen aller im Bundestag vertretenen Parteien, es fehlte lediglich ein Repräsentant der Jungen Union. 

Besondere Aktualität erhielt die Debatte in der Lessing-Grundschule durch die abfälligen Aussagen der Kanzlerin Merkel, Salzwedel sei Beispiel für die "Dagegen-Republik", hätte zwar einen Bahnhof, aber den Anschluss verpasst.(weiterlesen)

17. Februar 2011
Linksjugend Sachsen-Anhalt protestiert gegen Castor-Transport

Gestern rollte wieder einmal ein Castor, geladen mit Tonnen von Atommüll, durch Deutschland. Am Mittwochfrüh verließ er die ehemalige Wiederaufbereitungsanlage in Karlsruhe auf den Weg zum Zwischenlager nahe Lubmin.

Zusammen mit der Fraktion DIE LINKE. im Landtag Sachsen-Anhalt protestierten auch einige Mitglieder unserer Linksjugend vor dem Hauptbahnhof in Magdeburg.

 

15. Februar 2011
Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt jetzt auf Facebook

Die Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt ist ab sofort auf Facebook vertreten. Wir erhoffen uns davon einen verbesserten Informationsfluss und schätzen die dortigen Mobilisierungs- und Aktivierungsmöglichkeiten. Um immer auf dem Laufenden zu bleiben, einfach mit dem Profil "befreunden".

4. Februar 2011
Klausurtagung des LandessprecherInnenrates

Der Ende letzten November neu gewählte LandessprecherInnenrat (LSpR) und der neue Landesjugendkoordinator (JuKo) trafen sich vom 28.01. bis zum 30.01.2011 zu einer Klausurtagung in der Harzstadt Thale. Anwesend waren außerdem die Länderratsdelegierte und ein weiteres Linksjugend-Mitglied. (weiterlesen)

26. Januar 2011
GEMA kassiert Schulen und Musikschulen ab

Der Staat kassiert auf Rechnung finanzschwacher Kommunen und Familien

Die „Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte“ (GEMA) fordert bundesweit Kitas zur Zahlung von Lizensierungsgebühren für das Kopieren von Gesangsnoten auf.  Wie lange wird es noch dauern, bis auch Schule und Musikschulen davon betroffen sind? Diese Gebühren würden die Kulturlandschaft so mancher Kreise und Städte belasten. Musikschulen gehören mit ihren breiten Angeboten und Veranstaltungen teilweise zu den Highlights insbesondere in strukturschwachen Regionen.

Das Vorgehen der GEMA ist mehr als kritikwürdig und fordert Widerstand. Kulturelle Bildung muss Allen zu Teil werden und darf nicht zu Lasten der kommunalen Kassen abgerechnet werden. Wenn die Kinder und Jugendlichen musizieren, wird die pädagogische Arbeit dann mal schnell zur bürokratischen Hürde. Schutz des Urheberrechts ist wichtig, jedoch nicht in so akribischer Kleinarbeit, welche die grundlegende Arbeit von Erziehern und Lehrern verhindert und zur weiteren Verschuldung der Kreise und Städte beiträgt. Die Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt fordert eine für alle verträgliche Lösung. Dies kann nur eine Befreiung von GEMA-Gebühren für alle kommunalen Einrichtungen sein.

Die Gebühr von jährlich einmalig 56 Euro für bis zu 500 Kopien bzw. für kommunale und kirchliche Kitas von 44,80 Euro ist auf den ersten Blick nicht hoch, aber schlägt sich jedoch in jedem Haushalt ordentlich zu Buche. Dies kann wiederum eine Erhöhung der Sätze, welche durch die Eltern zu tragen sind, mit sich bringen und steht somit im krassen Gegensatz zum Primat der (Zugangs)Chancengleichheit im Bereich Bildung.

Dies darf nicht zugelassen werden! Die Linksjugend Sachsen-Anhalt sieht die Bundesregierung und den Bundesrat in der Pflicht, eine solche Art des Ausbeutens kommunaler Kassen und der neuerlichen Degradierung einkommensschwacher Familien zu verhindern.

10. Januar 2011
Luxemburg-Liebknecht-Gedenktag und Politischer Jahresauftakt DIE LINKE.

Der zweite Sonntag ist für viele Linke ein wichtiger erster Termin in jedem Jahr. An diesem Tag findet das traditionelle Gedenken an die ermordeten Sozialisten Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht statt. Etwa 40.000 Menschen besuchten am vergangenen Sonntag die Gedenkstätte Berlin/ Friedrichsfelde. Hier sind neben den Namensgebern der jährlichen Demonstration auch andere Sozialisten wie Erich Weinert und Luise Zietz  beerdigt.

Den ganzen Tag über besuchten Linke aus den verschiedensten Spektren den Friedhof und legten an den Gedenktafeln rote Nelken nieder, um der Ermordung  Karl Liebknechts und Rosa Luxemburg vor 92 Jahren zu gedenken. Aber auch um zu zeigen, dass auch nachdem fast ein Jahrhundert vergangen ist, der Wunsch nach einer sozialistischen Gesellschaft nach wie vor aktuell ist, vielleicht aktueller denn je.

So stand die traditionelle Demonstration, zu der die Partei DIE LINKE aufgerufen hatte, unter dem Motto „Gegen die Herrschaft des Kapitals“ und konnte mit ca. 10.000 TeilnehmerInnen einen starken Besucherzuwachs verzeichnen.

Die verteilten Flugblätter und Zeitungen zeigten das breite inhaltliche Spektrum der auf der Demo vertretenen Gruppierungen. Von gemäßigt-sozialistisch vertretenen Positionen bis zu Hard-Liner Kommunisten war inhaltlich alles auf der Kundgebung zu finden.

Der größtenteils friedliche und freundliche Umgang der DemonstrantInnen untereinander zeigte, dass viele schon begriffen haben, dass gemeinsame Ziele, Gerechtigkeit und soziale Gleichheit, auch gemeinsame Arbeit bedeuten. Denn wenn selbst innerhalb unserer Bewegung unüberwindbare Feindseligkeiten herrschen, können wir den Angriffen von außen auf Dauer nicht bestehen. Das hatte Rosa Luxemburg schon 1899 in ihrer Schrift „Sozialreform oder Revolution“ erkannt. Dass der Feind zwar nicht innerhalb der eigenen Reihen steht, wohl aber im eigenen Land, ist auch keine Beobachtung unserer Tage, sondern ein Ausspruch Karl Liebknechts. Es wird also deutlich, dass ihre Ideen nicht nur von großer Bedeutung für uns sind, sondern auch immer noch eine überraschende Aktualität besitzen.

Für einige war das nur der erste Teil des linken Jahresauftakts.

Am Montag folgte dann nämlich der offizielle Jahresauftakt der Partei DIE LINKE. Im Berliner Congress Center wurden die geladenen Gäste mit Reden und einem kulturellen Rahmenprogramm auf dieses mit sieben Landtagswahlen doch so wichtige politische Jahr 2011 eingestimmt.

Zuerst sprach Partei-Chefin Gesine Lötzsch, die mit ihren Äußerungen zum Kommunismus in einem jungeWelt-Interwiew vergangene Woche für viel Aufmerksamkeit gesorgt hat. In ihrer Rede erläuterte sie noch einmal ihre Aussagen und betonte, dass der demokratische Sozialismus, wie er auch im Entwurf zum Parteiprogramm festgeschrieben ist, erklärtes Ziel der LINKEN ist. Sie kritisierte auch die mediale Hetze der bürgerlichen Presse, allen voran des SPIEGEL, der durch falsche Anschuldigungen eine Kommunismusdebatte völlig zu unterdrücken versucht. Für Lötzsch ist die LINKE im Moment die einzige demokratische  Partei in Deutschland.

Zweiter Redner war Fraktionsvorsitzender Gregor Gysi. Er sprach zu der großen Bedeutung der Landtagswahlen in diesem Jahr, die für die Positionen der LINKEN große Schubkraft haben könnten. Aber auch sollten wir die Wahlen als Chance begreifen, die Politik in der Bundesrepublik endlich auf einen gerechteren und sozialeren Weg voranzubringen.

Er kritisierte scharf die Politik der im Bundestag vertretenen Parteien. Die FDP hätte sich durch ihre unsoziale Politik selbst „überflüssig“ gemacht, von den Grünen habe mensch auch eher wenig zu erwarten. Am härtesten fiel die Kritik an der SPD aus, die sich selbst als „links“ bezeichne, jedoch jegliche Zusammenarbeit mit der Linkspartei ablehnen, ja eher mit der Union paktiere.

Das kulturelle Rahmenprogramm gestaltete die Band „Sebastian Lohse & Die feine Gesellschaft“, die mit kritischen Texten gut zur Stimmung der Veranstaltung passten.

Auch die sieben Spitzenkandidaten zu den Landtagswahlen hatten kurz die Möglichkeit, sich und ihre Positionen vorzustellen. Der Ministerpräsidents-Kandidat Sachsen-Anhalts, Wulf Gallert, betonte, dass es wichtig sei, Betreuungsangebote für Kinder weiter auszubauen und allen Kindern einen gleichberechtigten Zugang zur Bildung zu ermöglichen.

Den Abschluss des politischen Jahresauftakts bildetete eine Rede des Partei-Vorsitzenden Klaus Ernst. Er forderte, dass interne Grabenkämpfe innerhalb der LINKEN überwunden werden müssen, da wir nur geeint den Herausforderungen in diesem Jahr gewachsenen sein können. Auch bestärkte er die Hoffnung, in diesem Jahr endlich ein Parteiprogramm beschließen zu können, dass den hohen Ansprüchen der Parteimitglieder gerecht wird.

Dann fand der Neujahrsempfang der Bundestagsfraktion statt, bei der in gelöster Stimmung Zeit zum Diskutieren und persönlichen Kennenlernen, auch der „Politprominenz“ war.

Insgesamt präsentierte sich die LINKE an diesen Tagen in kämpferischer Stimmung, denn sowohl der große Teilnehmerzuwachs bei der Luxemburg-Liebknecht-Demonstration, so wie das große Interesse an dem politischen Jahresauftakt zeigt, dass immer mehr Menschen in diesem Land sich nicht mehr den Gegebenheiten anpassen wollen, unzufrieden mit der ungerechten und unsozialen Politik der Herrschenden sind und gewillt sind, für eine bessere Gesellschaft sowohl parlamentarisch in Wahlkämpfen, aber auch außerhalb der Parlaments, in Demonstrationen und anderen Veranstaltungen, zu kämpfen.

19. Februar 2011
Linksjugend ['solid] mobilisiert für Dresden!

Wie auch im letzten Jahr, stellen wir wieder Busse nach Dresden zur Verfügung! Am 19.02.2011 findet dort Europas größte Holocaustleugner- und Geschichtsrevisionismusveranstaltung statt. Die Nazis haben dort nichts verloren und kein Gehör verdient für ihre volksverhetzenden, höhnischen und revisionistischen Parolen!

Die Mobilisierung läuft auf Hochtouren. Es gilt einmal mehr, möglichst viele Leute in Dresden zu vereinen, um bunt, kreativ und erfolgreich zu verhindern, was schon im letzten Jahr überaus hervorragend funktionierte!

Du möchtest mit uns nach Dresden fahren? Dann melde dich für unsere Busse an unter jugend@dielinke-lsa.de! Wir starten in Magdeburg, legen einen Zwischenstopp in Halle ein und fahren dann direkt nach Dresden. Fahrgemeinschaften zu den Zustiegsorten organisieren wir gerne:)

Aktualisierung vom 09.02.2011: Unsere beiden Busse sind derzeit ausgebucht. Es können nur noch Plätze auf der Nachrückerliste vergeben werden.



3. Meile der Demokratie in Magdeburg

Zusammen mit der Magdeburger Hochschulgruppe des SDS, werden wir aktiv auf der Meile der Demokratie am 15.01.2011 in Magdeburg mitmischen!

Die Nazis versuchen seit Jahren, das Gedenken an die Bombenangriffe vom 16.01.1945 zu instrumentalisieren, um historische Tatsachen und Schuldfragen zu verschleiern, eine Umkehr der Opferrollen zu erreichen, den Holocaust einmal mehr zu leugnen. Dieses braune Gedankengut hat hier nichts verloren, lasst uns ein klares Zeichen gegen Rechts und für Demokratie und Toleranz setzen!


Zeit: 12.00 bis 18.00 Uhr

Ort: gesamter Breiter Weg - vom Hasselbachplatz bis zum Opernhaus

Stand: auf der jungen Meile der Demokratie vor dem Blumenladen am Alten Markt/Ecke Breiter Weg

Neuer Jugendkoordinator - Neuer Anfang

Seit dem 01.12.2010 hat der Landesverband Sachsen-Anhalt der Linksjugend ['solid] einen neuen Jugendkoordinator. Robert Fietzke wird nun diese Stelle als wichtiges Bindeglied zwischen dem Landesverband der Partei DIE LINKE und der Linksjugend einnehmen. Er kommt ursprünglich aus dem Harz und studiert "Soziale Arbeit" an der Hochschule Magdeburg. Der ehemalige Jugendkoordinator Torsten Hans wird somit entlastet.

Mit dem Wechsel wird gewissermaßen ein neuer Anfang des Jugendverbandes in Sachsen-Anhalt eingeläutet. In den kommenden Wochen finden nun die ersten gemeinsamen Gespräche zwischen dem neu gewählten LSPR und Robert, sowie den Delegierten des Länderrates, statt.

Landesmitgliederversammlung wählt neu

Auf der Landesmitgliederversammlung (LMV) der Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt am 20.11.2010 in Halle haben die Mitglieder den LandessprecherInnenrat (LSPR) sowie Delegierte für den Länderrat (LR), den Bundeskongress (Buko) und den Landesparteitag der Partei DIE LINKE gewählt.

Weiterhin wurde Melanie Heyner als neues Mitglied für den Landesausschuss der Partei DIE LINKE in Sachsen-Anhalt für die ausgeschiedene Claudia Bluhm gewählt.

Mehr erfährst du in der unten befindlichen Presseerklärung des Landesverbandes.