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Einführung in die Kritik des Antisemitismus

Deutschland, im Jahr 2020: Zahlreiche B-Promis scharen bei Telegram tausende Anhänger*innen um sich, rufen zum Widerstand auf und verbreiten krude Verschwörungsmythen. Einige von diesen Mythen sehen die Covid-19 Pandemie als das Treiben jüdischer Individuen, beispielsweise der Rothschilds, Netanjahus oder von George Soros. Andere sehen zwar keine Jüdinnen oder Juden hinter der derzeitigen Krise stehend, beschreiben aber die Beschuldigten mit Stereotypen aus dem Fundus des Antisemitismus. Gleichzeitig inszenieren sich Demonstranten gegen die Corona-Maßnahmen als die Juden von heute, tragen „Gelbe Sterne“ mit der Aufschrift „ungeimpft“ und vergleichen die derzeitige Politik mit Auschwitz. Währenddessen tobt im Feuilleton eine Debatte über Antisemitismus in einigen Schriften des postkolonialen Theorietikers Achille Mbembe. Und die AfD bedauert zum 75. Jahrestag der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands im zweiten Weltkrieg in Anbetracht befreiter KZ-Insassen den „Verlust von Gestaltungsmöglichkeit“. Das alles geschieht nur wenige Monate nachdem ein Nazi in Halle versuchte, mit selbstgebauten Waffen in eine Synagoge einzudringen, in der sich zu diesem Zeitpunkt zahlreiche Jüdinnen und Juden aufhielten. Sein Plan schlug fehl, unter anderem aus rassistischen Motiven tötete der Attentäter dennoch zwei Menschen.

Diese kurze Beschreibung heutiger Zustände zeigt, wie vielschichtig antisemitische Einstellungen und Handlungen auftreten. Der Antisemitismus, das soll der Vortrag zeigen, ist nicht nur ein Vorurteil oder Teil einer 'gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit'. Antisemitismus ist als Alltagsreligion der Versuch der Antisemit*innen, sich in einer widersprüchlichen Gesellschaft zurechtzufinden, indem sie die Jüdinnen und Juden als gleichzeitig mächtige und schwache Objekte der Vernichtung preisgeben. Anhand von unterschiedlichen Arbeiten zum Antisemitismus, die sich auf die Kritik der politischen Ökonomie nach Marx beziehen, gibt der Vortrag eine Einführung in die generelle Kritik des Antisemitismus, aber auch in seine unterschiedlichen Erscheinungsformen wie israelbezogenen oder strukturellen Antisemitismus.

Daniel Poensgen ist Sozialwissenschaftler und arbeitet zum Verhältnis von Staatsverständnis und Antisemitismus.

Samstag, 10 - 12 Uhr

Rechte von Beschäftigten - Gibt es und braucht es!

Manch eine*r mag da ungläubig staunen: Beschäftigte haben Rechte und diese gilt es zu schützen! Oft wissen viele Menschen aber gar nicht, was ihnen gesetzlich im Arbeitsleben zusteht. Und selbst wenn die eigenen Rechte bekannt sind, müssen diese erst einmal durchgesetzt werden. Denn leider gilt der alte Spruch vor allem in der Arbeitswelt: Wo kein Kläger da kein Richter. Aus gewerkschaftlicher Sicht gibt es damit drei Aufgaben zum Arbeitsrecht: Aufklären, Durchsetzen und Erweitern. Gerade in Krisenzeiten werden Schutzbestimmungen gerne mal gelockert oder umgangen. Zeit, dagegenzuhalten!

 

 

Referent: John Matthies, Jugendbildungsreferent des DGB Sachsen-Anhalt

Samstag, 10 - 12 Uhr

Ist die Polizei noch zu retten?

Eine Diskussionsrunde mit Henriette Quade (MdL für DIE LINKE)

Rechte Netzwerke und institutionalisierter Rassismus, der Mord an Oury Jalloh und das Versagen beim Anschlag von Halle: Die Grundsatzkritik, dass die Polizei notwendigerweise eine rechtsoffene, autoritäre und gewalttätige Institution ist und immer bleiben wird, scheint sich zu bestätigen. Die Beispiele häufen sich – auch in Sachsen-Anhalt. Trotzdem stellt sich im Angesicht der Landtagswahlen eine unbequeme Frage: Wenn man regierte, was tun mit der Polizei? Kann man sie überhaupt noch reformieren – oder ist es gar realistischer, sie abzuschaffen?

Darüber wollen wir mit euch diskutieren und haben dafür Henriette Quade, die im Landtag für DIE LINKE unter Anderem im Innenausschuss tätig ist, eingeladen.

 

Samstag, 13 - 15 Uhr

Individualistischer Terror - Der Amoklauf der Postmoderne

Nicht erst seit den Anschlägen von Halle und Hanau schießen Theorien darüber ins Kraut, warum mal mehr mal weniger junge Männer sich entschließen, so viele ihrer Mitmenschen wie möglich zu töten. Das Thema ist längst gealtert und hat schon einige selbsternannte Experten hervorgebracht. Doch nicht nur ist die Beweislage für verschiedene Erklärungsansätze oft sehr dünn, nur die wenigstens nehmen den Abgrund des wahllosen Tötens selbst in den Blick. Es scheint also notwendig, nicht nur die bisherigen Ereignisse und populären Erklärungsansätze zu rekapitulieren, sondern auch zu versuchen über sie hinauszudenken und dieses globale Phänomen nicht als isoliertes politisches Problem, sondern als Ausdruck allgemeinen Irrsinns ernst zu nehmen.

 

Samstag, 13 - 15 Uhr

How to Demo? Ein praxisorientiertes Demotraining

Im politischen Alltag kommt es auch immer wieder dazu, dass wir uns auf Demonstrationen oder Blockaden von Naziaufmärschen herumtreiben. Sehr schnell kann man dabei überfordert sein: Um eine*n herum wird es hektisch, die Lage ist unübersichtlich, die Bezugsgruppe agiert kopflos. Einen Umgang damit findet man in guter Vorbereitung: In diesem Workshop lernen wir was Bezugsgruppen sind, wie man schnell und effektiv Entscheidungen fällt, wie wir die Sicherheit unserer Genoss*innen gewährleisten und einige Tricks und Kniffe wie man effektiv eine Sitzblockade durchführt. Der Workshop besteht aus kurzen Erklärungen und vielen Praxisparts.

Bitte Sport-Klamotten mitnehmen :-)

Samstag, 13 - 15 Uhr

Autorität und Totalität – Kritische Theorie und rechte Propaganda heute

Die AfD sitzt im Bundestag und die gesellschaftliche Linke versucht, damit umzugehen. Die Ansätze variieren dabei zwischen Aufklärungskampagnen und Ausschluss, zwischen Widerspruch und dem Versuch, rechte Demagogie zu demaskieren. Dies findet jedoch oftmals statt, ohne auf die eigentlich zugrundeliegenden Mechanismen zu schauen, weshalb Kritik und Aktivismus oftmals ins Leere laufen, denn autoritäre Propaganda ist eigentlich inhaltsleer und dient dabei lediglich als Selbstzweck der Machtergreifung.

Im Vortrag soll die kritische Theorie der Frankfurter Schule herangezogen werden, um ein tiefergehendes Verständnis von rechter Agitation und den zugrundeliegenden Mechanismen zu erhalten. Aus welchem Grund glauben Menschen den Erzählungen rechter Agitatoren und welche Dispositionen sind notwendig, damit diese Agitation auf einen fruchtbaren Boden treffen kann? Was können wir aus den Analysen der Frankfurter Schule ziehen, um ein tiefergehendes Verständnis der medialen Präsentation der AfD zu gewinnen? Zur Annäherung an diese und weitere Fragen sollen vordergründig Freud, Adorno, sowie Horkheimer und Kracauer zurate gezogen werden.

 

Markus Dietze hat ein Studium in den Medien- und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und in seiner Masterarbeit die Propaganda der AfD unter dem Gesichtspunkt der kritischen Theorie untersucht.

Samstag, 16 - 18 Uhr

Workshop zur geschlechtlichen und sexuellen Vielfalt

Misogynie, Vanilla, Femmé oder Amatonormativität sind Begriffe aus dem Kontext der geschlechtlichen und sexuellen Vielfalt, die bei vielen Menschen immer noch Unsicherheiten im Bezug auf ihre Bedeutung hervorrufen. Im Workshop wollen wir versuchen, uns spielerisch einigen dieser Begriffe zu nähern. Dabei soll es weniger um theorielastige Wissensvermittlung, als vielmehr um die Vermittlung von Sprachfähigkeit gehen. Im zweiten Teil soll es dann an Hand von Beispielen aus dem Alltag um Normativitätsvorstellungen gehen. Eine Kultur der Zweigeschlechtlichkeit prägt unsere Umwelt, nicht nur in Deutschland. Welche Folgen das haben kann, wollen wir zusammen herausfinden.

 

Samstag, 16 - 18 Uhr

Praktische Drogenpolitik

Veranstaltungstext folgt.

 

mit Timon Kniewel

Samstag, 16 - 18 Uhr

Chile despierto! Chile ist erwacht

Anfang Oktober 2019 erhöhte die Regierung die Metropreise um 30 Peso – nur wenige Cent. Aber es war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Millionen gingen auf die Straßen.

„30 Pesos heißen 30 Jahre.“ So hieß ein Slogan vom Oktober. Er spielte an auf die 30 Jahre seit dem Ende der Militärdiktatur. Die chilenische Armee hatte am 11. September 1973 die gewählte sozialistische Regierung weggeputscht und grausam jeden Widerstand unterdrückt. Damals wurden die Grundlagen geschaffen, daß Chile ein Musterknabe des Neoliberalismus wurde. Gesundheitswesen, Bildung, selbst das Wasser wurde privatisiert und sorgte mit für eine enorme soziale Ungleichheit in einem reichen Land.

 

Sonntag, 10 - 12 Uhr

Niemand kann auf Dauer eine Maske tragen - Türkische Faschisten in Deutschland

Versucht man, faschistischen Organisationen und Strukturen in Deutschland auf den Grund zu gehen, stößt man bei einschlägiger Recherche unweigerlich auf einen bestimmten Verein. Mit bundesweit schätzungsweise 18.000 Mitgliedern und weitaus größerem Personenumfeld und einer stramm nationalistischen, rassistischen und islamistischen Ideologie, ist die besagte Vereinigung als größte faschistische Organisation Deutschlands zu titulieren. Die Rede ist hier allerdings nicht etwa von Blood & Honour (europaweit schätzungsweise 10.000 Mitglieder) oder der NPD (deutschlandweit ca. 4.000 Mitglieder), sondern von der sogenannten Türk Federasyon, kurz ADÜTDF und ihren Spaltprodukten.

Die politische Arbeit türkisch-islamistischer Faschisten zielt anders als bei der deutschen Rechten nicht auf das Wirken in die politische Öffentlichkeit, sondern vollzieht sich vielmehr als Agitation innerhalb der türkischen Community. Wenn diese Verbände in die Öffentlichkeit treten, dann als Ansprechpartner in Sachen Interkulturalismus oder Religion und einer überall zu Tage tretenden Doppelstrategie: Nach außen wird sich für Toleranz, Vielfalt und Nebeneinander eingesetzt und nach innen wird die rassenideologische, expansionistische und nationalistisch-islamistische Ideologie gepredigt.

Der Vortrag soll als Einstieg zum Thema Graue Wölfe dienen und behandelt im ersten Teil die ideologische Basis der verschiedenen Organisationen, die den Grauen Wölfen zugerechnet werden (ADÜTDF, ATIB, ATB) und zwei weiterer Vereine, die ideologisch ähnliche Konzepte an den Tag legen (IGMG, DITIB). Im zweiten Teil soll die politische Strategie und Praxis der Grauen Wölfe in Deutschland beispielhaft dargelegt werden."

 

Ein Vortrag der Gruppe racoons

Sonntag, 10 - 12 Uhr

Muay Thai

… oder auch Thaiboxen genannt erfreut sich international immer größerer Beliebtheit. Charakteristisch für diese Kampfsportart sind Tritte, Schläge, Ellenbogen-, Knietechniken und das Arbeiten im Clinch. Auch wenn Thaiboxen kein gutes Selbstverteidigungstraining ersetzt, kann es diese durch das Erlernen oben genannter Techniken und den ausgeprägten Fitnessanteil mitunter gut ergänzen. Abseits von solch alltagspraktischen Überlegungen ist Thaiboxen ein komplexer Kampfsport, in dem es viel zu lernen und viel Spaß zu haben gibt! Dementsprechend freuen wir uns auf ein angenehmes Training mit Euch, in der wir einen kleinen Einblick in den Sport geben, uns auspowern und hoffentlich eine angenehme Zeit zusammen verbringen werden!

 

Bitte Sport-Klamotten einpacken :-)

Sonntag , 10 - 12 Uhr

Linke Freiräume

Auf dem Gelände einer ehemaligen Dachpappenfabrik aus dem Jahre 1876 entstand 1997 aus der Not heraus ein alternatives Jugend und Kulturwerk, das AKW. 

Jugendliche besetzten dieses leerstehende, zugemüllte und dem Verfall preisgegebene Gelände, um frei von staatlicher Gängelung und fern von Jugendclubs in denen rechte Jugendliche den Ton angaben zu sein. Seitdem befindet sich auf einer Gesamtfläche von ca. 8000m² in zahlreichen Gebäuden ein selbstverwalteter Freiraum, welcher im Besitz des gemeinnützigen Vereins ist. In seiner provinziellen Lage und der Struktur ist das AKW einzigartig und zwischen Berlin und Leipzig der letzte Laden, welcher in der Form noch aus den 90ern erhalten blieb. 

Dieser Ort der vielen Möglichkeiten wurde über die Jahre durch 100% ehrenamtliches Engagement geschaffen, alles wird unkommerziell angeboten und in Eigeninitiative verwaltet.

Im Zuge der „Flüchtlingskiese“ 2015 und dem wiedererstarken einer politischen Rechten in den Parlamenten und auf den Straßen wurde uns überregionale Aufmerksamkeit zuteil, nachdem Neonazis einen Brandanschlag verübten. Im selben Zeitraum gab es im Stadtgebiet eine Vielzahl von Neonazi-Übergriffen auf den vermeidlichen politischen Gegner. Wie schon in der Vergangenheit wurde das AKW ein sicherer Zufluchtsort für die Betroffenen. Über die Jahre hat sich die Situation vor Ort gebessert, geblieben ist jedoch die abschreckende Wirkung, welche Außenstehende verunsichert und für fehlenden Zulauf

 

Ein Vortrag aus dem Alternativen Jugend- und Kulturwerk, AKW Bitterfeld

Sonntag, 13 - 15 Uhr

Auf dem Weg zur Klimagerechtigkeit

Wenn wir den ÖPNV für alle zum Nulltarif hätten, wenn erneuerbare Energie aus allen Steckdosen käme, wenn energetisch sanierte Wohnungen  bezahlbar wären ... könnten wir dann die Hände in den Schoß legen?


Sabine Leidig referiert und diskutiert über linke Klimapolitik, über sozial-ökologischen Umbau und ökosozialistische Impulse. Von 2002 bis 2009 war sie Geschäftsführerin von attac. Seit 2009 ist sie für DIE LINKE im Deutschen Bundestag.

 

Sonntag, 13 - 15 Uhr